Landesbehindertenbeauftragter besucht Stiftung Liebenau

- Erster Besuch des Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen in Liebenau (v.l.): Jörg Munk (Geschäftsführer St. Gallus-Hilfe), Wolfgang Oppolzer Geschäftsführer St. Gallus-Hilfe und St. Lukas-Klinik), Gerd Weimer, Dr. Berthold Broll (Vorstand Stifung Liebenau) und Ulrich Dobler (Stabsstelle Sozialpolitik Stiftung Liebenau).
Lange Tradition der Stiftung Liebenau
Erstmals nach seinem Amtsantritt besuchte der neue Landesbehindertenbeauftragte Gerd Weimer die Stiftung Liebenau. Dr. Broll erläuterte die lange Tradition der Stiftung Liebenau in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen, die am breiten bedarfs- und fallgerechten Leistungsspektrum der St. Gallus-Hilfe abzulesen sei. Sukzessive haben sich die Angebote der St. Gallus-Hilfe in den letzten Jahren weiterentwickelt: "Wir befinden uns mit unseren Diensten und Einrichtungen auf dem Weg in den inklusiven Sozialraum", so Dr. Broll.
Landesweites Interesse an Angeboten der St. Lukas-Klinik
Wolfgang Oppolzer, der auch Geschäftsführer der St. Lukas-Klinik ist, erläuterte Gerd Weimer die Arbeit dieser Fachklinik für Menschen aller Altersstufen mit geistigen Behinderungen. "Wir erleben bereits seit geraumer Zeit eine stark zunehmende Nachfrage nach unseren spezialisierten Angeboten aus ganz Baden-Württemberg." Die Warteliste sei lang, der Bedarf nicht zu decken. Eine Bettenaufstockung, gerade im Bereich der Erwachsenenpsychiatrie sei notwendig. Eine Ausweitung der Versorgungskapazitäten gehe zudem mit dem Gedanken der Inklusion einher.
Landkreisübergreifendes Agieren erforderlich
Jörg Munk, Geschäftsführer der St. Gallus-Hilfe, machte am Beispiel Rosenharz (Gemeinde Bodnegg) deutlich, wie die Konversion von Komplexeinrichtungen in der Praxis abläuft und an welchen Stellen es konkrete Schwierigkeiten gebe. Die Unterstützung durch die Kooperationspartner Landkreis Ravensburg und die Gemeinde Bodnegg sei sehr gut, aber für den parallel notwendigen Ab- und Umbau der Infrastruktur reichten die Fördermittel nicht aus. Wenn Inklusion von der Landesregierung gewollt sei, müsse seitens des Landes Unterstützung kommen. Außerdem ginge nach Munks Ansicht in der ganzen Konversionsdebatte bis dato die dauerhafte Versorgung schwerst- und mehrfachbehinderter Menschen unter. Seiner Auffassung nach müssten die Landkreise hier übergreifend agieren.
Konsequente regionale Sozialplanung ist der Schlüssel
Abschließend hielt Gerd Weimer fest, dass sich die Liebenauer Hilfen für Menschen mit Behinderung schon heute den großen Herausforderungen stellten. Alle Gesprächspartner waren sich einig darin, dass für die Umsetzung von Inklusion auf Basis der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und für die Dezentralisierung von Komplexeinrichtungen ein langer Atem vonnöten ist. Er verwies hierbei auf die zentrale Rolle der Stadt- und Landkreise. Eine konsequente regionale Sozialplanung in engem Schulterschluss von Kostenträgern, Leistungserbringern und Kommunen sei für die weitere Dezentralisierung unabdingbar. Vor Ort müssten passende Lösungen gefunden werden. Eine zentralisierte Landessozialplanung könne für diesen Prozess nicht zielführend sein – insofern belege das Beispiel Rosenharz eindrucksvoll, dass sich die Liebenauer Hilfen für Menschen mit Behinderungen auf dem richtigen Wege befänden.
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