Gemeinsames Gärtnerglück

 

Fünf Seniorinnen und Senioren sitzen an einem großen Tisch: Er ist mit Erde, Töpfen und Pflanzen bedeckt. Konzentriert bepflanzen Bewohner der Bregenzer Straße in Wangen (St. Gallus-Hilfe) Balkonkästen, topfen die eigenen Zimmerpflanzen um und pflegen sie. Ein syrischer Flüchtling unterstützt die Tätigkeiten. Begleitet und angeleitet wird die Gruppe von Gartentherapeutin Kerstin Hauswald.

Die gärtnerische Arbeit bietet eine Vielzahl von Tätigkeiten unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade, die, wenn sie geplant eingesetzt werden, alle zu einem sinnvollen Ganzen führen und die Gruppe miteinander verbinden. Über das „Feinkrümeln“ und Einfüllen von Erde, bis hin zur Pflanzenauswahl und Komposition gibt es für alle Teilnehmer Arbeiten, die sie fördern, ohne zu überfordern. „Es macht mir sehr viel Spaß, mit dieser Gruppe zu arbeiten“, sagt die Gartentherapeutin Kerstin Hauswald. „Die Teilnehmer sind sehr motiviert und helfen sich gegenseitig. Alle sind zufrieden mit ihrem Ergebnis - sei es ein perfekt arrangierter Balkonkasten, wie von Rainer Thanner mit seinem grünen Daumen, oder die frisch umgepflanzte Orchidee für das eigene Zimmer.“

Auch Achmad H.* aus Syrien ist gerne bei der Arbeit dabei. Anstatt im Wohnheim tatenlos auf seine Arbeitserlaubnis zu warten, kommt er lieber einige Stunden am Tag zum Helfen in das Haus. Sein Deutsch ist noch holperig, aber das ist kein Hindernis bei der gemeinsamen Tätigkeit. Der Kontakt ohne Worte klappt meist bestens.

Die Gartentreffen finden einmal die Woche für jeweils 1,5 Stunden statt. Für zwei Bewohnerinnen mit umfangreicheren Einschränkungen gibt es kürzere Einheiten von 15 bis 20 Minuten. Gärtnerisches und gartentherapeutisches Arbeiten ist das ganze Jahr über möglich: In der vegetationsfreien Zeit wird zum Beispiel jahreszeitliche Deko aus floristischen Materialien hergestellt. Bereits im Februar startet die frühe Ansaat im Zimmergewächshaus.

* Name von der Redaktion geändert

 

 

Im Wangener Gartenprojekt arbeiten Senioren aus dem Wohnhaus der St. Gallus-Hilfe und ein syrischer Flüchtling zusammen.