Für eine bessere Lebenssituation von Menschen mit Behinderung

 

„Mittendrin“ war der Titel der Überlinger Aktionswochen im Juni, die mit einem großen „Mittendrin-Fest“ an der Uferpromenade ihren Abschluss fanden: Vielerlei Aktionen und Veranstaltungen sollten helfen, die Situation für Menschen mit Handicap zu verbessern. So etwa ein World-Café, bei dem die Teilnehmer Ideen und Anregungen in verschiedenen Lebensbereichen sammelten.

 

Mobil dabei sein
Bürger und Fachkräfte brachten sich engagiert ein: Freizeitangebote sollen nicht nur gut erreichbar sein, vielmehr soll sich im Verein vor Ort auch jemand für die teilnehmenden Menschen mit Behinderung verantwortlich fühlen. Das ist nur eine der vielen Anregungen. Gute Beispiele aus Narrenvereinen, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Deutschen Alpenverein wurden angeführt. Ein großes Thema ist immer wieder die Mobilität. Die Teilnehmer waren sich einig, dass nicht nur die Fahrkartenautomaten leicht bedienbar sein, sondern Verbindungen vor allem im ländlichen Raum auch abends sichergestellt sein sollten. Eine stark sehbehinderte Frau wünschte sich mehr farbliche Kontraste an Treppen, Straßenrändern und Übergängen. Dadurch würden ihr die Chance eröffnet „möglichst viel selbst machen zu können“.

Gebärdensprache als Wahlfach
Im Umgang mit Menschen mit Behinderung fühlen sich auch Ärzte mitunter unsicher, was der Arzt-Patienten-Beziehung nicht förderlich ist. Eine Idee aus dem World-Café: In der Schule könnte die Gebärdensprache als zweite Fremdsprache angeboten werden. Wichtig war den Teilnehmern, dass Kinder mit Behinderung bereits im Kindergarten dazu gehören. „Kinder setzen keine Stempel“, so die Begründung. Sowohl in der Schule wie auch im späteren Arbeitsleben ist der Erwartungsdruck für Menschen mit Behinderung häufig zu hoch. Andererseits: Im Arbeitsleben haben sie oft einen positiven Einfluss auf Teams, so die Erfahrung einiger Teilnehmer. Immer wieder thematisiert wurde die Notwendigkeit zur Bewusstseinsbildung in der Öffentlichkeit, denn Menschen mit Behinderung gegenüber gibt es immer noch viele Vorbehalte. Einig waren sich die Teilnehmer: Inklusion ist ein gesellschaftlicher Reifeprozess.

Die verantwortlichen Macher
Veranstalter waren die Stiftung Liebenau, das Gemeindepsychiatrische Zentrum, Arkade Pauline 13, die Diakonie Pfingstweid, die Zieglerschen, SKID – Sozialkulturelle Integrationsdienste Überlingen, das Landratsamt Überlingen und die Stadt Überlingen.
Die Ergebnisse des World-Cafés wird das Landratsamt an die Kreisräte, Gemeinderäte, Bürgermeister und an verschiedene Institutionen weiterleiten, damit möglichst viele Anregungen aufgegriffen werden können.

Forderungen formuliert bei weiterer Aktion

Bei einer anderen Aktion von Menschen mit Behinderung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden Forderungen von Menschen mit Behinderungen formuliert. Sie sind in der sogenannten Bodensee-Deklaration / Bodensee-Deklaration in Leichter Sprache festgehalten.

In Gruppenarbeit wurden beim World-Café Ideen und Anregungen zu verschiedenen Lebensbereichen gesammelt, um Inklusion von Menschen mit Behinderung zu realisieren.
Ein wichtiges Thema ist die Teilhabe im Gesundheitheitsbereich.
Vor allem für junge Menschen ist das Thema Bildung ein wichtiger Lebensbereich: Gemeinsam entwickelten die Besucher des World-Cafés Ideen entwickelt, wie Menschen mit Behinderung passende Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt finden.
Viele Anregungen wurden durch die rege Teilnahme aufgegriffen: Sie wurden in der Runde vorgestellt.