Der gute Ton mit der Brass Band

Zum ersten Mal vor Publikum zu spielen, das bedeutete riesengroße Aufregung. Das Repertoire der Brass Band Rosenharz reichte vom tiefen C bis zum hohen G. Wer ein Instrument, gar ein Blasinstrument spielt, weiß um die Herausforderung. Für diese Töne haben die Musiker der Liebenau Teilhabe über ein Jahr geprobt und egal wie sie klingen: Alle sind stolz darauf. Musiklehrer Horst Guist von der Musikschule Ravensburg unterstützt das Vorhaben und begleitet durch das Notenheft. Die Festgäste waren begeistert von der ersten öffentlichen Präsentation.

Eine Idee, ein Traum erfüllte sich mit der Gründung der Brass Band Rosenharz. Euphorisiert vom Auftritt der Lumpenkapelle Leupolz bei einer Fasnet in Rosenharz waren viele Beschäftige an einer Band aus Blasinstrumenten interessiert. Der Förderverein St. Gallus der Liebenau Teilhabe investierte großzügig in die verschiedenen Blechinstrumente. Aktion Mensch finanziert den Musikunterricht mit Horst Guist.
Die Instrumente waren bald beschafft. Aber viele wunderten sich: „Wo sind die Töne?“ Es dauerte, bis die ersten zu hören waren, nicht immer wohlklingend, manchmal sogar schräg. Aber der Musiklehrer lobte den Fortschritt und lehrte die Musiker, ein Gespür für die Töne zu entwickeln. Neben 13 Beschäftigten begleiten drei Fachkräfte für Arbeit und Bildung der Liebenau Teilhabe das Projekt und lernen gleichermaßen Trompete, Posaune, Tenorhorn oder Tuba zu spielen.

Inklusion mit Musik

Mittlerweile hat sich eine Gruppe gefunden, die auf der Trompete spielt. Eine andere lernt Posaune und Tenorhorn und eine dritte widmet sich der Tuba. Die Gruppen werden halbstündlich pro Woche unterrichtet. Um zu erfahren, wie sehr man als Musikerin beziehungsweise Musiker selbst die Töne beeinflussen kann, wird in der Probe immer zuerst die Tonleiter als Übung rauf und runter gespielt.

Eine hohe Kunst

Seit dem Konzert beim Sommerfest bewegen sich die Musiker weit über die der Töne C und G hinaus. Besonders das zweistimmig gespielte „Aura Lee“ ist durchaus eine Herausforderung, aber auch eine Symbolik für Inklusion: Zusammen machen die Bläser aus dem „Ich“ ein „Wir“. Sie haben gelernt, aufeinander zu hören und sich von Misstönen nicht irritieren zu lassen. Jeder spielt so gut er kann. Vielleicht ist das die hohe Kunst der Musik, sich in einer Gruppe einzufinden, zusammen über die eigenen Töne zu lachen und stolz zu sein, wenn Harmonie und Ton im Einklang sind. Freunde der Blechmusik sind immer willkommen, gerne auch ohne Vorkenntnisse.

Erster Auftritt der Brass Band beim Sommerfest in Rosenharz unter Leitung von Horst Guist: Die Aufregung war groß, die Resonanz der Gäste überragend.