Das Neueste: Informationen satt zu „kup. Ravensburg“

„Im kup. ist es normal verschieden zu sein“ – so lautete das Motto der dritten Veranstaltung aus der Reihe „Start (k)up. Ravensburg“, eine gemeinsame Initiative der PRISMA Unternehmensgruppe, der Stiftung Liebenau, von Steinbeis, der Wirtschaftsförderung des Landkreises Ravensburg, der Hochschule Ravensburg-Weingarten, der Stadt Ravensburg sowie von bwcon. Rund 100 Besucher sind in die Schule für Gestaltung gekommen. Im „kup. Ravensburg“, einem neuen Standort für Unternehmen aus der Technologie- und Kreativwirtschaft in der Parkstraße, wird ab Frühjahr 2018 auch ein Förderbereich für 30 Menschen mit Behinderungen eröffnet.

Inklusives Arbeitsumfeld für 30 Menschen
Bei einer Talkrunde stellten Dr. Markus Nachbaur, Vorstand der Stiftung Liebenau, und Stefan Nachbaur, Geschäftsführer der PRISMA Unternehmensgruppe, ihre Ideen und gemeinsamen Ziele für „kup. Ravensburg“ vor. Von Moderator Alex Nieß kurzerhand in „Herr Liebenau“ und „Herr Prisma“ umbenannt, schilderten sie, wie auf insgesamt 5 000 Quadratmetern Räume für unterschiedlichste Firmen und Start-Ups sowie ein inklusives Arbeitsumfeld für 30 Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf entstehen. 24 sind Klienten der Liebenau Teilhabe, sechs sind Klienten der Arche Ravensburg. „Als Stiftung wollen wir unseren Teil für die gesellschaftliche Weiterentwicklung leisten und innovative Projekte anstoßen“, sagte Dr. Markus Nachbaur. Für ihn ist die zentrale Lage des Standorts von besonderer Bedeutung. Das sieht auch der Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg, der dieses Projekt als besonders innovativ-inklusiv eingestuft hat und einen Zuschuss in Höhe von 692.000 Euro genehmigt hat.

Inklusion: eine Frage der Haltung
Als Standortentwickler für Arbeits-, Lebens- und Stadträume bringt die PRISMA Unternehmensgruppe ihre Erfahrungen ein. „Wir schätzen die Partnerschaft mit der Stiftung Liebenau. Das Thema Inklusion ist für uns Neuland, und wir sind gespannt“, so Stefan Nachbaur. Gut vorstellen kann er sich gemeinsame Aktivitäten, damit Wirtschaft und Inklusion zusammen kommen. „Vielleicht gibt es auch in den Firmen Möglichkeiten zur Kooperation.“ Dr. Markus Nachbaur sieht das Gelingen von Inklusion als eine Frage von Haltung und Offenheit. „Gehen wir es positiv an. Es ist sicher für uns alle gewinnbringend.“

Knigge-Tipps für Inklusion
Die Theatergruppe „Die Außergewöhnlichen“ aus Rosenharz sorgte mit ihren „Knigge-Tipps für Inklusion“ für zahlreiche Aha-Effekte: Rede mit den Menschen und nicht über sie hinweg, streiche den Menschen nicht einfach über den Kopf, starre sie nicht an und achte auf deine Sprache. So heiße es beispielsweise nicht taubstumm, sondern gehörlos, und man spricht nicht von Behinderten, sondern von Menschen mit Behinderungen. Mit kleinen Sketchen zeigten die Schauspieler eindrucksvoll, wie sich jemand fühlt, dem man ungefragt das Essen in den Mund schiebt.

Künstler mit Behinderungen machen Mut
Von gelungener Inklusion in der Praxis berichteten Franziska Rief von der Arche Ravensburg und Markus Wursthorn von der Liebenau Teilhabe. Unter dem Motto „Gemeinsam Grenzen überwinden“ wanderten mehr als 100 Menschen mit und ohne Behinderung mehr als 300 Kilometer – teils die komplette Strecke, teils nur einzelne Etappen. Schon mehrmals haben Mitarbeiter der HypoVereinsbank, vom Auszubildenden bis zur Führungskraft, die Kreativwerkstatt der Liebenau Teilhabe in Rosenharz besucht. „Gemeinsam mit Menschen mit Behinderungen entstanden Kunstwerke“, berichtete Wursthorn. Von einem Bankmitarbeiter weiß er, dass ihm die Künstler mit Behinderung Mut gemacht haben, sich selbst im Umgang mit Farbe und Leinwand mehr zuzutrauen. Genau das konnten die Besucher im Anschluss an einem großen Tisch ausprobieren. Zusammen mit Künstlern aus Rosenharz galt es, Farbe auf die Leinwand zu bringen und dabei der eigenen Kreativität und Inspiration zu folgen. Zu sehen sind die entstandenen Bilder bald im „kup. Ravensburg“.

Teilhabe in Ravensburg

Der Text in Leichter Sprache ist geprüft von der Prüfer-Gruppe der St. Gallus-Hilfe.

 

Teilhabe in Ravensburg
In Ravensburg entsteht ein sehr großes Haus.
Es ist in der Parkstraße.
Die Parkstraße liegt im Norden von Ravensburg.
Der Name vom Haus ist: kup. Ravensburg.

In das Haus ziehen bald viele verschiedene Firmen ein.
Manche Firmen haben technische Aufgaben.
Andere Firmen machen kreative Sachen.
Es gibt auch einen Förder-Bereich für Menschen mit Behinderungen.
30 Menschen mit Behinderungen können hierher zur Arbeit kommen.

  • 24 kommen von der Stiftung Liebenau.
  • 6 von der Arche Ravensburg.


Die Menschen im neuen Haus sollen Teilhabe leben.
Teilhabe heißt: Jeder soll dabei sein.
Zum Beispiel Menschen mit und ohne Behinderungen.

Viele Firmen helfen, damit Teilhabe in dem Haus gelingt.
Zum Beispiel:

  • Die Firma Prisma baut das Haus.
  • Die Stiftung Liebenau betreut Menschen im Förder-Bereich.


Informationen zum großen Haus
Damit viele von dem Haus erfahren, gibt es einige Treffen.
Markus Nachbaur ist Vorstand von der Stiftung Liebenau.
Er leitet die Stiftung Liebenau.

Er hat gesagt:

  • Wichtig ist, dass das Haus mitten in der Stadt ist.
  • Wichtig ist, dass alle Menschen offen sind für Teilhabe.

Er meint: Dann kann Teilhabe gelingen.

Stefan Nachbaur ist Chef von der Firma Prisma.
Seine Firma muss noch Erfahrungen mit Teilhabe sammeln.
Er hat gesagt:
Die Firmen im neuen Haus arbeiten gut zusammen.
Er meint: Das ist wichtig für die Teilhabe.

Theater-Gruppe hat gespielt
Bei einem Treffen hat eine Theater-Gruppe gespielt.
Die Theater-Gruppe heißt: Die Außergewöhnlichen.
Sie kommt aus Rosenharz.
Die Theater-Spieler haben gespielt,
was Menschen mit Behinderung nicht mögen:

  • Dass Fremde ihnen über den Kopf streichen.
  • Dass andere sie anstarren.
  • Dass man über sie hinweg spricht.
  • Dass andere schlimme Wörter zu ihnen sagen.


Beispiele für Teilhabe
Teilhabe gibt es schon oft.
Zum Beispiel sind Menschen mit und ohne Behinderungen
gemeinsam weit gelaufen.
Manche sind die ganze Strecke mitgelaufen.
Andere sind eine kurze Strecke mitgelaufen.
Oder ein anderes Beispiel:
Mitarbeiter von einer Bank sind manchmal in der Kreativ-Werkstatt.
Die Kreativ-Werkstatt ist in Rosenharz.
Dort malen Menschen mit Behinderungen Bilder.
Die Mitarbeiter von der Bank haben mit ihnen zusammen gemalt.

Auch bei einem Treffen zum neuen Haus haben die Gäste gemalt.
Das gemalte Bild hängt bald im neuen Haus.

Bild:
Alex Nieß hat das Treffen geleitet.
Er ist links im Bild.
Markus Nachbaur ist der Vorstand von der Stiftung Liebenau.
Er ist in der Mitte vom Bild.
Stefan Nachbaur ist Chef von der Firma Prisma.
Er ist rechts im Bild.
Ihnen ist Teilhabe von Menschen mit Behinderungen wichtig.

Im „kup. Ravensburg“ ist es normal, verschieden zu sein (von links): Moderator Alex Nieß befragte Dr. Markus Nachbaur (Vorstand der Stiftung Liebenau) und Stefan Nachbaur (Geschäftsführer der PRISMA Unternehmensgruppe) zum Thema Inklusion.