10.09.2015

Ambient Assisted Living (AAL) - Inklusion durch Technik

Ambient Assisted Living“ – kurz AAL - steht für „Leben mit umgebungsunterstützenden Assistenz-Systemen“. Dahinter steckt der Einsatz von Technologien, die Menschen in ihrem alltäglichen Leben unterstützen und ihnen damit ein größeres Maß an Selbstbestimmung ermöglichen.

Verschiedene Technologien, die die Teilhabe von Menschen mit einer Behinderung verbessern können, testet der „Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e. V. (CBP)“ in einem bundesweiten Modellprojekt zum Thema Ambient Assisted Living. Zu den Projektpartnern gehört auch die St. Gallus-Hilfe.

Mehr Teilhabechancen

Der CBP verfolgt mit seinem Projekt „Ambient Assisted Living – Modelle zur Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung“ das Ziel, die soziale Teilhabe von Menschen mit Behinderung durch technische Unterstützung zu fördern. Die technische Unterstützung soll die individuelle Lebensqualität erhöhen. Im Mittelpunkt stehen dabei Menschen mit motorischen oder kognitiven Einschränkungen sowie schwerst-mehrfach und sinnesbehinderte Menschen.

Klienten im Feldversuch


Die St. Gallus-Hilfe ist eine der 14 beteiligten Einrichtungen, die mit einzelnen Testpersonen individuell ausgewählte Technologie-Systeme testet. Die Testphase startet im September und läuft für mindestens zwölf Monate. Zwei Klienten, die von den Ambulanten Diensten der St. Gallus-Hilfe begleitet werden, testen eine Sensortechnologie im Bereich Wohnen. Mithilfe eines Armbandes und einer Smartphone-App kann festgestellt werden, wenn sich die Person länger als gewöhnlich an einem bestimmten Platz in seiner Wohnung aufhält. Das System kontaktiert in diesem Fall automatisch den hinterlegten Ansprechpartner und ist damit auch für Menschen anzuwenden, die ein solches System nur passiv verwenden können. Durch die Technologie können beispielsweise Stürze oder andere einschneidende Situationen schneller erkannt und weitergegeben werden. Im Notfall ist technisch auch ein aktiver Hilferuf des Anwenders möglich. Während der Testphase des Projektes werden die Technologien ständig an die individuellen Anforderungen und Möglichkeiten der Testpersonen angepasst und entsprechend weiterentwickelt.

Viele Akteure sind einzubeziehen

Der Einsatz solcher Assistenzsysteme stellt einen Eingriff in das gesamte Gefüge der Hilfen für Menschen mit Behinderung dar. Aus diesem Grund betrifft das AAL-Projekt nicht nur die Menschen mit Behinderung selbst, sondern eine ganze Reihe angeschlossener Interessengruppen: die Einrichtungsträger, Mitarbeiter, Angehörige und gesetzliche Betreuer sowie die Technologieunternehmen. In dem Projekt sind in regelmäßigen Abständen Evaluationen geplant, die eine kontinuierliche Verbesserung des Technologieeinsatzes ermöglichen. Ein Abschlussbericht fasst die Ergebnisse zusammen.
Um insbesondere Menschen mit Behinderung das Thema technische Assistenz näher zu bringen, hat der CBP einen Flyer zum Thema AAL  in Leichter Sprache entworfen. Die Stiftung Deutsche Behindertenhilfe unterstützt das AAL-Projekt des CBP mit einer finanziellen Förderung.

Weitere Informationen zu dem Projekt des CBP sowie den AAL-Flyer in Leichter Sprache (auch als Druckversion) finden Sie unter: http://www.cbp.caritas.de/90708.asp

Projektkoordination in der St. Gallus-Hilfe: Susanne Kick, Tel. 07542 10-2009,
E-Mail: susanne.kick@st.gallus-hilfe.de