Urlaub ohne Koffer – Erholung in Gemeinschaft

27 Senioren und acht Ehrenamtliche aus Tettnang und Umgebung gingen drei Tage gemeinsam auf Reisen: „Urlaub ohne Koffer“ war nicht nur eine logistische Meisterleistung, sondern auch ein Hochgenuss für die Reisenden, die wegen einer Einschränkung oder aus finanziellen Gründen nicht eigenständig verreisen können. Abends waren alle wieder zu Hause: sowohl Bewohner der Stiftung Liebenau Pflege und der Stiftung Liebenau Teilhabe in Tettnang als auch Privatpersonen, die das Angebot nutzten.

„Es war total harmonisch, alle waren zufrieden“, beschreibt Maria Schuster die Koordinatorin vom „Projekt Miteinander – Füreinander“ die Stimmung und das Wohlbefinden der Einzelnen. Zwar mussten keine Koffer, dafür aber etliche Rollatoren verstaut werden. Symbolhaft stehen die Hilfsmittel für unterschiedliche Einschränkungen, die die zwischen 70- und über 90-Jährigen vom selbstständigen Reisen abhalten. Doch die waren während der drei Urlaubstage bedeutungslos. Vielmehr standen die Gemeinschaft und das Miteinander im Mittelpunkt. „Viele haben erzählt, dass sie während der gemeinsamen Urlaubstage viel besser schlafen als sonst“, schildert Maria Schuster. Fazit: Gemeinsam bereiten Unternehmungen mehr Freude, gemeinsam schmeckt es besser. Gemeinschaft ist gut für das persönliche Wohlbefinden.

Logistische Meisterleistung
Vier Kleinbusse brauchte es, um die Reisenden nach Immenstaad zu bringen. Jeden Morgen warteten dort schon Kaffeeduft und Frühstück im Garten der Lebensräume für Jung und Alt der Stiftung Liebenau, dem Ausgangspunkt für Unternehmungen. Zu den Urlaubs-Highlights zählte eine Kutschfahrt rund um Immenstaad. Unterhaltsam war auch die Fahrt auf dem Apfelzügle in Lippertsreute: Unter einem 190 Jahre alten Birnbaum, unter dem ein Holunderbusch wächst, lauschte die Gruppe den Geschichten von Hans-Dieter Roth. In Überlingen standen der Besuch des Münsters und ein Spaziergang am Bodenseeufer auf dem Programm.

Viele tragen ihren Teil dazu bei
„Urlaub ohne Koffer“ ist eine Initiative des „Projekts Miteinander – Füreinander“ der Katholischen Kirchengemeinde und der Sozialstation Tettnang. Mit dem Projekt sollen Solidarität, Begegnungen und das Miteinander in der Stadt Tettnang gestärkt werden. Den Urlaub machten viele Akteure möglich: die acht Ehrenamtlichen, aber auch das Haus St. Johann (Liebenau Pflege), die Liebenau Teilhabe, der TSV Tettnang und der Maschinenring Tettnang, die ihre Kleinbusse zur Verfügung stellten. Spenden, wie die der Volksbank Tettnang, ermöglichen es auch Menschen mit wenig Geld, dabei zu sein. Ihr Eigenanteil blieb dadurch niedrig.

Ausgangspunkt waren morgens die Lebensräume für Jung und Alt in Immenstaad. Die Rollatoren stehen für die Einschränkungen der Teilnehmer: An den drei gemeinsamen Tagen spielten diese keine Rolle.
Spannend war die Fahrt durch Obstanlagen in Lippertsreute: Gespickt war sie mit Märchen und Geschichten rund um Obstbäume und -sträucher.
Beim Spaziergang in Überlingen bestaunte die Gruppe auch den Kakteengarten mit seinen 5000 Pflanzen.