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17.11.2011

Teilhabe am Arbeitsleben: mehr als nur ein Arbeitsplatz

WANGEN-SCHAUWIES – Die Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) der St. Gallus-Hilfe im Gewerbegebiet Wangen-Schauwies lud zum jährlichen Eltern- und Betreuertag ein. Die WfbM ist für viele Beschäftigte mehr als nur ein Arbeitsplatz. Das Arbeitsintegrationsprojekt (AIP) der St. Gallus-Hilfe in Schauwies dient sowohl der eigenen Emanzipation als auch der Integration in die Gesellschaft. 2009 wurde dies und die kooperative Zusammenarbeit mit Unternehmern vor Ort von der Bertelsmann Stiftung ausgezeichnet.


Ein spannendes Jahr 2011

"Trotz florierender Wirtschaft war 2011 in Bezug auf die Auftragsakquise und Produktion ein spannendes Jahr", berichtet Stefan Fricker, Leiter Bereich Arbeit und Bildung der St. Gallus-Hilfe. Der Trend, im Ausland billiger zu produzieren, wirke sich nach wie vor auch auf die WfbM aus. Ziel sei es, neue Auftrageber zu akquirieren, die von der qualitativ hochwertigen Arbeit der Werkstatt profitieren. Das AIP mit Schwerpunkt Lagerlogistik und Industriemontage beschäftigt Menschen mit kognitiven Defiziten. Auftrag der Werkstatt ist es, ihnen die Teilhabe an der Arbeitswelt zu ermöglichen, die ihren Fähigkeiten entspricht.

Qualifizierte Mitarbeiter

Das Berufsbildungswerk Adolf Aich Ravensburg bildet im AIP Fachkräfte für Lagerlogistik aus. Ähnliche Bildungsmaßnahmen wurden nun für WfbM-Beschäftigte installiert. Zum ersten Mal erlangten zwei junge Beschäftigte die von der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) zertifizierte Teilqualifizierung für Lagerlogistik und Güterbewegung im Lager. Zudem bietet Fachdienst Simone Denes Arbeitsbegleitende Maßnahmen (ABM) wie Rechnen und Schreiben. Die Teilnehmer lernen, Aufträge eigenständig abzuwickeln. Andere besuchen Fortbildungen, um den PC bedienen zu können oder lernen für den Staplerführerschein.

Wertschöpfende Arbeitsvielfalt

Im AIP wird kommissioniert, sortiert, verpackt und etikettiert. Beim Rundgang durch die Werkstatt staunen Eltern und Betreuer über die Vielfalt an Arbeit, die geleistet wird. "Sehr vereinzelt gibt es durchaus Beschäftigte, die den Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt schaffen", erklärt Arbeitsbereichsleiter Erwin Krayer. Aber in der freien Wirtschaft vermissen sie oftmals das soziale Umfeld, das Menschen mit kognitiven Defiziten die notwendige Stabilität im Alltag gebe. "Was muss ich tun?" Besucher zeigen auf den üppigen Stapel an Malerutensilien. Geduldig erklären Beschäftigte den Arbeitsauftrag. Jeder Handgriff sitzt und darauf sind sie stolz. "Wir wollen den Beschäftigten ein breites Lern- und Förderfeld bieten", sagt Krayer.

Ernstzunehmende Partner

Neuorientierung und Arbeitsalltag werden vom Werkstattrat kritisch begleitet. "Wir vertreten die Interessen der Beschäftigten", berichtet Vorsitzender Herbert Karallus. Gute Chancen für die berufliche und persönliche Bildung jedes Einzelnen sieht er in den Arbeitsbegleitenden Maßnahmen, wie das Fußgängertraining oder die Tierpflege in Rosenharz. "Da ist Begegnung möglich und Ängste werden abgebaut", erklärt Fachkraft Simone Denes. Der integrative Gedanke steht auf der Tagesordnung. Mit der Niederlassung der St. Gallus-Hilfe in Wangen-Schauwies "sind wir nahe an der Gesellschaft", sagt Krayer. Unter dem Dach der Stiftung Liebenau arbeitet er mit weiteren Betrieben zusammen "und diese Netzwerke wollen wir ausbauen."

 


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