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08.12.2011

Chancen am Arbeitsmarkt steigern

VILLINGEN - Nicolas sitzt vor dem Computer und lächelt stolz. Gerade hat er eine Aufgabe fertig gestellt und weiß, dass er sie schnell und ohne große Probleme lösen konnte. Der 22-Jährige mit geistiger Behinderung ist zurzeit im Berufsbildungsbereich (BBB) der St. Gallus-Hilfe in Villingen-Schwenningen. An den Schultagen lernt er auch mit dem Computer umzugehen.


Schlüsselqualifikationen und Fertigkeiten sind gefragt 

"Am Computer zu arbeiten macht mir Spaß", erklärt Nicolas. "Genauso wie Mathe und Sport – das gefällt mir auch." Seit etwa einem Jahr ist er als Praktikant im Digitaldruckcenter in Villingen-Schwenningen tätig. Er fühlt sich wohl dort. "Die Arbeitskollegen sind sehr nett." Im BBB in der Pontarlierstraße in Villingen nimmt Nicolas an den Unterrichtsfächern Mathe, Deutsch, Werken und Arbeit am Computer teil. In der Vergangenheit hatte Nicolas bereits an seinen Arbeitsplätzen die Gelegenheit, einfache Aufgaben am Computer zu übernehmen. Als Praktikant in einer Bibliothek beispielsweise. 

Im BBB ist er nun wieder gefordert. In einer Unterrichtsstunde soll er zum Beispiel in verschiedenen Schriftarten und Schriftgrößen den eigenen Namen schreiben. Oder die Regeln am Computer abtippen, die im BBB und auch am eigenen Arbeitsplatz gelten. Eifrig übernimmt er die Aufgaben und ist innerhalb kürzester Zeit fertig. Barbara Reichstein, Leiterin der St. Gallus-Hilfe in Villingen-Schwenningen ermutigt ihn zum nächsten Schritt: "Und jetzt kannst du einmal versuchen, deinen Lebenslauf aufzuschreiben." Nicolas überlegt nicht lange und macht sich gleich an die Arbeit. Eigenständig, motiviert und mit klarem Ziel vor Augen.  

Ernsthaft bei der Sache

Die Arbeit am Computer ist fester Bestandteil im heutigen Berufsalltag. In nahezu jedem Berufszweig sind daher umfassende Kenntnisse erforderlich. "Es geht darum, den jungen Menschen ganz grundlegende Fähigkeiten zu vermitteln. Der Umgang mit dem Schreibprogramm zählt beispielsweise dazu. Ziel ist, dass jeder eigenständig seinen Lebenslauf am Computer schreiben kann", erläutert Barbara Reichstein. Und so werden Übungen gemacht, die die Sicherheit im Umgang mit dem Computer trainieren und festigen sollen. Nach jeder Übungseinheit drucken die Schüler ihr Ergebnis aus und heften es im Ordner ab. 

Auch das Thema Internet und dessen sinnvolle Nutzung stehen auf dem Stundenplan. "Die meisten unserer Schüler sind schon fit am Computer. Viele von ihnen spielen in ihrer Freizeit PC-Spiele. Bei uns lernen sie, dass die Arbeit am Computer nichts mit den Spielen zu tun hat", berichtet Barbara Reichstein. Die Unterrichtseinheit "Arbeit am Computer" wird von den Schülern aber auch sehr ernst genommen.   

Klare Ziele und Vorstellungen

"Den Lebenslauf will ich heute noch fertig bekommen." Nicolas hat klare Vorstellungen und bleibt konsequent an der Arbeit, bis sie fertig ist. Den Bogen mit den unterschiedlichen Schriftarten druckt er aus und heftet ihn in seinem Ordner ab. Ein weiterer Schritt für Nicolas, der ihm neue Chancen am Arbeitsmarkt eröffnet. Doch noch hat er Zeit, sich im Berufsbildungsbereich vorzubereiten. 24 Monate dauert das Angebot für die Berufsvorbereitung und -orientierung sowie die Festigung von Kenntnissen.

 

Kontakt und Information:

St. Gallus-Hilfe gGmbH, Ambulante Dienste und Arbeiten, Barbara Reichstein
Pontarlierstraße 9 
78048 Villingen-Schwenningen
Telefon 07721 2068-269
barbara.reichstein@st.gallus-hilfe.de

 


 

Kontakt:
Teamwork Kommunikation und Medien GmbH
Sekretariat Presse
Siggenweilerstr. 11 
88074 Meckenbeuren 
Telefon 07542 10-1181 
Telefax 07542 10-1117
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http://www.teamwork-kommunikation.de/

Konzentrierte Arbeit am PC: Barbara Reichstein und Nicolas

Konzentrierte Arbeit am PC: Barbara Reichstein, verantwortlich für den Berufsbildungsbereich der St. Gallus-Hilfe gibt Hilfestellung, etwa wenn Nicolas seinen Lebenslauf schreibt.