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12.12.2011

Theater Salzkorn überzeugt mit "König Franzl"

ROSENHARZ – "Es war einmal." Das Theater Salzkorn der St. Gallus-Hilfe Rosenharz spielt "König Franzl - Der Entschlossene von Ambrosien". Die Premiere war in Rosenharz in der Mehrzweckhalle zu sehen.


Unterhaltung mit Tiefsinn

Einer Märchenstunde gleich, präsentiert sich das Bühnenstück: Ein Thron, ein Erzähler, ein Buch, stille Spannung. Aber weit kommt er nicht - der Erzähler. Schon beim "Es war einmal" spitzt hinter jeder Vorhangfalte ein Kopf hervor: Berater, Diener, Köche, Tänzer, Ärzte, Wachen, Volk fallen ihm ins Wort: "Da hat er sich getäuscht!" Der Erzähler liest entschlossen weiter: "Auf einem Schloss." Wieder unterbricht ihn der Hofstaat: "Auf einer Burg!" Der Erzähler gibt auf, lädt die Geschichte ein, "sich selbst zu erzählen", schleicht leise davon.

Die Zuschauer fiebern mit

"Der König hat beschlossen, dass er heute nichts beschließt." König Franzl, der Entschlossene von Ambrosien ist in seinem Element, oder auch nicht. Mit seiner Unentschlossenheit macht er seinen Untertanen das Leben schwer. Er wünscht eine Wache, oder auch nicht, er wünscht Unterhaltung, oder auch nicht. Tänzer treten auf und treten wieder ab. Die Küche kocht sich durch die unentschiedenen Wünsche seiner Majestät. Die Schauspieler hetzen auf der Bühne: Diener, Wache, Volk. Die Zuschauer fiebern mit, nahe daran, selbst in das Spiel einzugreifen.

Geteilte Macht

Just in diesem Moment nimmt der Hofstaat sein Glück selbst in die Hand. Der König soll eine Entschlossenheitsspritze bekommen. Er kapituliert, gelobt Besserung. Da hat jemand eine Idee: "Der König braucht einen Berater." Dass der Fremde sich selbst für den besten Berater hält, dass er ganz selbstlos die Macht in seine Hände nimmt, dass er ganz selbstlos an der Seite des Königs Platz nimmt um seinen Thron einzunehmen, wirkt edelmütig und sozial. Endlich können sich die Zuschauer zurücklehnen. Die Geschichte scheint ein gutes Ende zu nehmen.

Einblicke in Lebenswelten

Scheinbar. Denn das Kopf-an-Kopf-Rennen geht weiter: Mein Thron. Dein Thron. Die Darsteller der St. Gallus-Hilfe eröffneten für einen kurzen Moment ein ganz großes Plateau. Dem Autor und Regisseur Holger Niegel, der selbst mit auf der Bühne steht, ist es gelungen, für Menschen mit Behinderung ein Stück zu entwickeln, das leichte Unterhaltung verspricht und dennoch auf den zweiten Blick ihren Lebenswelten gerecht wird. Auch wenn die UN-Behindertenkonvention nicht thematisiert wird, ist das Stück eine Annäherung an große Politik, ein energisches "Ich will".

Darsteller stehen im Mittelpunkt

Die Darsteller überzeugen mit unbeirrter Hingabe: bunt gewandete Berater, Diener, Köche, Tänzer, Wachen stehen im Mittelpunkt, sind immer präsent. Rosi Sauter, die theatererfahrene Mitarbeiterin der St. Gallus-Hilfe, springt mit den Darstellern in alle Rollen, hält die Fäden in der Hand. Thron, Reisigbesen, Megaphon - die Ausstattung ist sparsam. Umso intensiver ist die Spannung, die raffiniert musikalisch akzentuiert unter die Haut geht. König Franzl ist eine erstaunliche Inszenierung, die eine größere Bühne verdient: charmant, unterhaltsam und nie langweilig.

Im neuen Jahr sind weitere Vorstellungen geplant. Wer Näheres dazu wissen möchte, darf sich an Rosi Sauter unter 07520 914140 wenden.

DARSTELLER:

Berater: Peter Böhringer
Köchin: Irene Manz
Diener: Christian Duelli
Tänzer: Isabell Martinez, Bettina Hempel und Klaus Distel
Ärztin: Sigrid Zuckschwerdt
Wache: Markus Grundler
Volk: Heinz Schmid
König: Holger Niegel, Autor und Regisseur

Management (Betreuung, Requisiten, Kulissen): Rosi Sauter

 


 

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