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22.05.2012

25 Jahre Ambulant Betreutes Wohnen der St. Gallus-Hilfe

MENGEN/RAVENBURG – Vor einem Jahr wurden in Mengen die Ambulanten Dienste Sigmaringen der St. Gallus-Hilfe, eine Gesellschaft der Stiftung Liebenau, eröffnet. Zurückgreifen können die Ambulanten Dienste jedoch auf 25 Jahre Erfahrung: 1987 zogen im oberschwäbischen Bodnegg die ersten Menschen mit Behinderung aus dem Heimbereich in eigene Wohnungen.


Vom Modellversuch zum selbstbestimmten Leben

Sozialarbeiterin Monika Behling kann sich noch gut an die Anfangszeit des Ambulant Betreuten Wohnens (ABW) erinnern: "Vor 25 Jahren kam der Gedanke auf, dass Menschen mit leichterer Behinderung auch in anderen Wohnformen als im Heim leben können." Vier Männer und vier Frauen aus der Einrichtung der St. Gallus-Hilfe in Rosenharz zogen in zwei Wohnungen ins benachbarte Bodnegg – ein Modellversuch, der zunächst auf vier Jahre angelegt war. "Damals gab es große Bedenken, ob man sich nicht einen Schritt zu weit hinauswagt", sagt Monika Behling. "Betreut wurden die Menschen wie in einer Wohngruppe, zum Beispiel wurde das Essen geliefert und Mitarbeiter waren viel häufiger vor Ort und bei Unternehmungen dabei als heute."

Die eigenen Lebensvorstellungen verwirklichen

Aus damals acht Menschen mit Behinderung, die in der Wohnform ABW leben, sind heute circa 175 geworden, die von den Ambulanten Diensten der St. Gallus Hilfe in neun Landkreisen begleitet werden. Sie leben alleine, in Wohngemeinschaften oder in Paarbeziehungen. Das erste Büro außerhalb des Heimbereichs wurde 1995 in Friedrichshafen eröffnet. Heute gibt es zwölf Standorte zwischen Lindau, Konstanz, Tübingen und Ulm. Die Menschen erledigen in der jeweiligen Stadt ihre täglichen Besorgungen, arbeiten oder sind bereits in Rente, besuchen Volkshochschulkurse und die Bibliothek oder engagieren sich in Vereinen.

"Das ABW gibt die Möglichkeit, die eigenen Lebensvorstellungen zu verwirklichen", erläutert Jilmara Allgaier, Leiterin des Fachdienstes Individuelle Assistenz der Ambulanten Dienste. "Im Gegensatz zu früher werden Menschen mit Behinderung heute eher von der Gesellschaft akzeptiert und differenzierter wahrgenommen", sind sich Jilmara Allgaier und Monika Behling einig. Es gebe viele gute nachbarschaftliche Verhältnisse und die direkte, offene Art vieler Menschen käme in der Regel gut an.

Hilfe-Mix orientiert sich am individuellen Bedarf

Stand vor 25 Jahren die Versorgung der Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt ist das Ziel heute die Normalisierung der Lebensverhältnisse. "Es ist eine schöne Entwicklung, dass die Menschen heute selbst bestimmen können, wie sie leben möchten und in welchem Bereich sie Unterstützung benötigen", so Jilmara Allgaier. Dies ist kein Widerspruch dazu, dass auch Menschen mit größeren Einschränkungen im ABW leben. Dann sind nicht nur die Fachkräfte der Ambulanten Dienste im Einsatz, sondern zum Beispiel Sozialstation, DRK und Ehrenamtliche. "Wir haben häufig einen Hilfe-Mix, der sich immer am Bedarf des jeweiligen Klienten orientiert", fügt sie hinzu. Ziel sei, künftig noch klientenbezogener und individueller zu arbeiten. "Auf die Selbstbestimmung legen wir großen Wert."

ABW seit einem Jahr in Mengen

Die Ambulanten Dienste und mit ihnen das ABW sind seit 2011 auch in Mengen angesiedelt. Daneben gibt es weitere Unterstützungsformen für Menschen mit Behinderung wie Intensiv Betreutes Wohnen, Betreutes Wohnen in Familien und Familienunterstützenden Dienst bis zu Dienstleistungen im Rahmen des Persönlichen Budgets. Ansprechpartner vor Ort für den Landkreis Sigmaringen sind die Sozialpädagogen Stefanie Dreher und Daniel Stehle.

Informationen:

Vorträge bei den Ambulanten Diensten Sigmaringen:

  • Donnerstag, 24. Mai, 14 bis 17 Uhr: Epilepsie,
    Referent Dr. Sebastian Schlaich (Chefarzt der St. Lukas-Klinik in Liebenau);
  • Mittwoch, 13. Juni, 18 bis 21 Uhr: Autismus,
    Referent Stefan Meir (Leitender Psychologe der Psychiatrischen Akutambulanz der St. Lukas-Klinik).

Die Vorträge finden in der Reiserstraße 18 in 88512 Mengen statt.
Eine Anmeldung zum jeweiligen Vortrag ist erwünscht, Telefon: 07572 71373-44, -45.

 

 


 

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Stefanie Dreher und Daniel Stehle sind in Mengen Ansprechpartner der Ambulanten Dienste

Stefanie Dreher und Daniel Stehle sind in Mengen Ansprechpartner der Ambulanten Dienste der St. Gallus-Hilfe. Sie können auf die umfangreichen Erfahrungen ihrer Kollegen in Ravensburg zurückgreifen, die das Ambulant Betreute Wohnen vor 25 Jahren starteten.