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25.09.2012

"Es macht mich stolz, wenn ich es alleine schaffe"

MENGEN – Georg Wagenblast ist der erste Klient des Intensiv Betreuten Wohnens (IBW) der Ambulanten Dienste der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) in Mengen. Er zog am 1. März als erster Mieter einer Wohngemeinschaft ins Benedikt-Reiser-Haus. Sein größter Wunsch: Eine Arbeitsstelle im Garten- und Landschaftsbau.


Eine Wohngemeinschaft unter dem Dach

Mit dem Aufzug geht es hoch unters Dach des Benedikt-Reiser-Hauses. Hier ist nach gründlicher Sanierung eine großzügige Wohnung mit vier Zimmern, einer gemütlichen Wohnküche und einem barrierefreien Bad entstanden. Erster Mieter der künftigen Wohngemeinschaft ist Georg Wagenblast. Gleichzeitig ist er der erste Klient der Ambulanten Dienste der St. Gallus-Hilfe, der die Wohnform des Intensiv Betreuten Wohnens (IBW) für Menschen mit Behinderung gewählt hat. "Noch ist es etwas ruhig, aber bald zieht noch jemand hier ein", sagt der 42-Jährige, der bis zu seinem Umzug nach Mengen bei seinen Eltern im Landkreis Göppingen gelebt hat. Da seine Schwester im Nachbarort Herbertingen zuhause ist, bot sich Mengen als neuer Lebensmittelpunkt für ihn an.

Der Haushalt will gelernt sein

Im vergangenen halben Jahr hatte der freundliche Mann alle Hände voll zu tun. Einkaufen, kochen, Wäsche waschen und bügeln, Staub saugen und den Boden wischen, die Mikrowelle bedienen und all die anderen Haushaltstätigkeiten waren für Georg Wagenblast Neuland. "Bei meinen Eltern habe ich schon mal den Tisch abgeräumt oder Geschirr abgetrocknet, aber den Haushalt alleine zu machen, ist eine ganz schöne Umstellung für mich", erzählt er mit aufmerksamem Blick.

Hilfe zur Selbsthilfe

Unterstützung bekommt er von den Sozialpädagogen Daniel Stehle und Stefanie Dreher von den Ambulanten Diensten. Während Stefanie Dreher eher die behördlichen Angelegenheiten und Fragen bezüglich der Vernetzung zusammen mit dem Klienten und seiner Schwester – sie ist seine gesetzliche Betreuerin – regelt, übt Daniel Stehle mit Wagenblast die Arbeiten im Haushalt. "Anfangs waren wir täglich bei ihm, dann jeden zweiten Tag und jetzt nur noch zwei Mal in der Woche", so der Sozialpädagoge. Sein Lernwille und die damit verbundenen Fortschritte seien enorm. "Es macht mich schon ein wenig stolz, wenn ich das alles selbst schaffe", sagt Wagenblast und blättert in einem Notizbuch, in das er mit akkurater Schrift seine Kochrezepte schreibt.

Ziel ist ein möglichst selbstbestimmtes Leben

Die Unterstützung, deren Ziel die gesellschaftliche Teilhabe und ein möglichst selbstbestimmtes Leben ist, geht selbstverständlich über Haushalt und Behörden hinaus. "Im Blick haben wir sämtliche Lebensbereiche vom Wohnen über Arbeit, bis zur Freizeit und koordinieren in der Regel einen ganz individuellen Hilfe-Mix, bei dem auch Ehrenamtliche eine wichtige Rolle spielen", erklärt Daniel Stehle. So besucht Georg Wagenblast eine Sportgruppe der Oberschwäbischen Werkstätten (OWB), erkundet Mengen und Umgebung auf Wanderungen, geht schwimmen, macht Ausflüge mit einer ehrenamtlich engagierten Frau und hat sich bereits mit einem anderen Klienten der Ambulanten Dienste angefreundet.

Größter Wunsch ist eine Arbeit

Kontakte hat er auch zu den Bewohnern der benachbarten "Lebensräume für Jung und Alt", wo er regelmäßig den offenen Mittagstisch nutzt. Einziger Knackpunkt ist die Arbeit. "Vor meinem Umzug habe ich im Garten- und Landschaftsbau gearbeitet, und jetzt suche ich hier eine ähnliche Stelle. Das ist im Moment mein größter Wunsch", berichtet er. "Die Arbeit sollte auf dem ersten Arbeitsmarkt sein, denn in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung wäre Herr Wagenblast unterfordert", ergänzt Daniel Stehle, der auch in dieser Hinsicht neben dem Integrationsfachdienst für seinen Klienten die Augen offen hält.

 

Info:

Ambulante Dienste im Landkreis Sigmaringen
Die Ambulanten Dienste der St. Gallus-Hilfe, eine Gesellschaft der Stiftung Liebenau, sind mit einem Büro in Mengen seit 2011 im Landkreis Sigmaringen für Menschen mit Behinderung tätig. Als Unterstützungsformen gibt es Ambulant Betreutes Wohnen, Intensiv Betreutes Wohnen, Betreutes Wohnen in Familien, den Familienunterstützenden Dienst sowie Dienstleistungen im Rahmen des Persönlichen Budgets.
Aktuell stehen für Menschen mit Behinderung, die möglichst selbstbestimmt leben möchten, zwei schöne Zimmer in einer Wohngemeinschaft in Mengen zur Verfügung.

Kontakt:
Ambulante Dienste Sigmaringen, Stefanie Dreher und Daniel Stehle, Reiserstraße 18, 88512 Mengen, 07572 71373-44, -45, adsig@st.gallus-hilfe.de.

 



Kontakt:

Teamwork Kommunikation und Medien GmbH
Sekretariat Presse
Siggenweilerstr. 11 
88074 Meckenbeuren 
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Neues Zuhause im Benedikt-Reiser-Haus: Georg Wagenblast (links) ist der erste Klient des Intensiv Betreuten Wohnens der Ambulanten Dienste der St. Gallus-Hilfe in Mengen. Unterstützung im Alltag erhält er von Sozialpädagoge Daniel Stehle.

Neues Zuhause im Benedikt-Reiser-Haus: Georg Wagenblast (links) ist der erste Klient des Intensiv Betreuten Wohnens der Ambulanten Dienste der St. Gallus-Hilfe in Mengen. Unterstützung im Alltag erhält er von Sozialpädagoge Daniel Stehle.

Georg Wagenblast hat seinen Haushalt im Griff: Seit 1. März lebt er im Rahmen des Intensiv Betreuten Wohnens der Ambulanten Dienste der St. Gallus-Hilfe in einer Wohngemeinschaft in Mengen.

Georg Wagenblast hat seinen Haushalt im Griff: Seit 1. März lebt er im Rahmen des Intensiv Betreuten Wohnens der Ambulanten Dienste der St. Gallus-Hilfe in einer Wohngemeinschaft in Mengen.