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18.10.2012

25 Jahre Ambulant Betreutes Wohnen der St. Gallus-Hilfe

MECKENBEUREN – "Ich bin froh und stolz, dass ich in meiner eigenen Wohnung leben kann", sagte ein Klient des Ambulant Betreuten Wohnens (ABW) der St. Gallus-Hilfe. Vergangene Woche feierte der Dienst im Kulturschuppen am Gleis 1 in Meckenbeuren sein 25-jähriges Bestehen feierte.


Selbst bestimmtes Leben in der eigenen Wohnung

"Vor 25 Jahren sind Menschen mutig und zuversichtlich neue Wege gegangen. Entstanden ist eine Erfolgsgeschichte", begrüßte Franz Walter, Leiter der Ambulanten Dienste der St. Gallus-Hilfe, die zahlreichen Gäste im Kulturschuppen am Gleis 1 in Meckenbeuren. Wohnen ist ein fundamentales Grundbedürfnis, im eigenen Bereich kann man sich ganz privat entfalten. "Damals war ein Leben in der eigenen Wohnung für Menschen mit Behinderung kaum vorstellbar", erinnerte Jilmara Allgaier, Leiterin Ambulant Betreutes Wohnen (ABW). So gab es große Bedenken, als 1987 die ersten 15 Menschen mit Behinderung in eigene Wohnungen mitten in den Gemeinden zogen. "Heute begleiten wir 183 Klienten, davon 65 im Bodenseekreis und 60 im Landkreis Ravensburg." Davon leben nur 21 Personen in Wohngemeinschaften. Alle anderen wohnen alleine oder mit Partner. "Dabei steht die Hilfe zur Selbsthilfe an erster Stelle", betonte Jilmara Allgaier und dankte allen Kooperationspartnern und Leistungsträgern.

Chancen des Ambulant Betreuten Wohnens

Jörg Munk, Geschäftsführer der St. Gallus-Hilfe dankte den Mitarbeitern der Ambulanten Dienste für ihren sehr engagierten Einsatz und ihre wertschätzende Haltung. Er unterstrich die Chancen und Möglichkeiten des ABW für Menschen mit Behinderung. Durch diese Lebensform sei ein hohes Maß an Teilhabe und Individualität möglich. "Wo Freiheit drauf steht, ist Verantwortung drin", so Jörg Munk. Gemeint sei die Bereitschaft des Einzelnen, Entscheidungen für sich zu treffen und hierfür auch Verantwortung zu übernehmen.

Landkreise sind verlässliche Partner

Auch für die Leistungsträger sei das ABW ein Erfolgsmodell und biete viele Gestaltungsmöglichkeiten. "Bodenseekreis und Landkreis Ravensburg sind erstklassige und verlässliche Partner", dankte Jörg Munk. Beim Blick in die Zukunft äußerte er die Vermutung, dass das ABW zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Mit Sorge sieht er jedoch die aktuelle Situation auf dem Wohnungsmarkt. "Bezahlbare Wohnungen für Menschen mit Behinderung sind Mangelware" sagte Munk.

"Was ist normal?", fragte Andreas Köster, Sozialdezernent des Bodenseekreises. "So normal möchte ich eigentlich gar nicht sein, aber ich möchte in diesem System leben können und trotzdem meine Freiheit haben und gestalten können", sprach er vielen aus dem Herzen. Er betonte die gute Zusammenarbeit zwischen Kostenträger und den Einrichtungen. Eigentlich möge er die Trennung zwischen Kosten- und Leistungsträger nicht. "Wir sollten gemeinsam darauf schauen, was für die Menschen in unserem Landkreis am besten ist", betonte Köster.

Normales Leben mit Hilfe des ABW

Mit Maria Pfeffer und Andreas Fink beteiligten sich zwei ABW-Klienten am Programm der Jubiläumsveranstaltung. "Vo’ dahoim i’d Welt ‚naus", hat die 77-jährige Maria Pfeffer ihre berührenden Lebenserinnerungen genannt, die sie gemeinsam mit Sozialarbeiterin Monika Behling vorlas. "Mit Hilfe des ABW kann ich ganz normal leben", so Maria Pfeffers Fazit. Andreas Fink spielte am Klavier, und ihm war die Freude anzumerken, die er durch seinen ganz persönlichen musikalischen Beitrag leisten konnte. Musikalische Akzente setzte auch das Schulorchester der Friedrichshafener Tannenhagschule unter der Leitung von Sigrun Meschenmoser. Mit viel Humor brachte das Improvisationstheater "Fast Forward" die wichtigsten Erfahrungen aus 25 Jahren ABW nochmals auf den Punkt. Bezahlbarer Wohnraum, Selbstständigkeit und ein gutes Miteinander gehörten zu den Schlüsselwörtern.

 

 


 

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25 Jahre Ambulant Betreutes Wohnen der St. Gallus-Hilfe

25 Jahre Ambulant Betreutes Wohnen der St. Gallus-Hilfe: Geschäftsführer Jörg Munk (rechts) dankte Franz Walter und Jilmara Allgaier für ihren engagierten Einsatz.

Applaus für das Erfolgsmodell ABW (von links): Dr. Berthold Broll, Vorstand der Stiftung Liebenau, Andreas Schmid, Bürgermeister von Meckenbeuren, Andreas Köster, Sozialdezernent des Bodenseekreises, ABW-Leiterin Jilmara Allgaier, Franz Walter, Leiter der Ambulanten Dienste, und Jörg Munk, Geschäftsführer der St. Gallus-Hilfe.

Sie wohnt seit 25 Jahren im ABW: Maria Pfeffer (links) las beim Jubiläumsfest gemeinsam mit Sozialarbeiterin Monika Behling aus ihren Lebenserinnerungen.

25 Jahre Ambulant Betreutes Wohnen: Zahlreiche Gäste kamen vergangene Woche zur Jubiläumsfeier in den Kulturschuppen am Gleis 1 in Meckenbeuren.

Zeit für Gespräche und Erinnerungen an 25 Jahre ABW gab es bei der Jubiläumsfeier im Kulturschuppen am Gleis 1 in Meckenbeuren.