Sie sind hier:
15.11.2012

In der "Geschwisterzeit" backen Kinder für Eltern und Geschwister

HEGENBERG – Nischen im Alltag finden Geschwister von chronisch kranken Kindern und Kindern mit Behinderung in der "Geschwisterzeit". 20 Geschwisterkinder aus dem Landkreis Ravensburg und dem Bodenseekreis trafen sich in der Don-Bosco-Schule zum Kochen und Backen. Anschließend luden sie ihre Familien an schön gedeckten Tischen zur Begegnung ein. "Geschwisterzeit" ist ein Angebot der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau), der St. Jakobus Behindertenhilfe und der Stiftung St. Franziskus Heiligenbronn.


Beste Freunde

Schon am Vormittag stromern die 20 Kinder zwischen 7 und 14 Jahren durch die Küche. Die Wiedersehensfreude ist groß. Einige nehmen seit sechs Jahren an der "Geschwisterzeit" teil, andere kommen zum ersten Mal. "Wir sind beste Freunde", stellt Yannic seine Tischnachbarn vor. Der 13-jährige Junge ist seit Anfang an in der "Geschwisterzeit" dabei. Begeistert erzählt er von gemeinsamen Aktionen wie dem Wochenende auf der Hütte, der Nachtwanderung oder dem Gipsmaskenbasteln. Von der Kürbissuppe ist er weniger angetan, "aber es hört sich nach Spaß an."

Käsefüßchen

"Wer will Suppe kochen?" Heilerziehungspfleger Jörn Klopfer vom Kinderheim St. Johann in Zußdorf hat den Kürbis mitgebracht. "Wer mag backen?" Heilpädagogin Sybille Wölfle von der St. Gallus-Hilfe hat schon den Teig vorbereitet. Die Kinder schneiden Kürbis und Schokolade für die Muffins, rollen kleine Hefeschnecken oder stechen Käsefüßchen aus dem Teig. "Mmmh!" - da wird Schokolade genascht und Teig geschleckt. Augen und Hände sind überall. Eine kurze Weile wird Jörn Klopfer von seinen "Suppenhelfern" verlassen: "Wir müssen mal toben gehen."

Ort der Begegnung

Die Kinder nehmen sich an der Hand, schlittern strumpfsockig über barrierefreie Flure, treffen sich am runden Tisch, erzählen, wie es ihnen geht. Sie finden es gut, "dass hier niemand da ist, der sagt, dass Kinder mit Behinderung doof sind". Sie sind stolz auf ihre Geschwister. "Auch wenn sie anders ist, liebe ich sie und wünsche mir keine andere Schwester", sagt ein Kind. Wölfle und Klopfer von "Geschwisterzeit" wollen den Kindern einen Ort der Begegnung bieten, wo sie sich verstanden fühlen und wo sie, die meist Rücksicht nehmen müssen, im Mittelpunkt stehen.

Den besonderen Alltag meistern

"Geschwisterzeit schafft kreative und erlebnispädagogische Angebote, die eine Familie mit einem chronisch kranken Kind oder mit einem Kind mit Behinderung nicht leisten kann", erklären Wölfle und Klopfer. Die gesunden Geschwisterkinder stehen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen im Vordergrund. Im Miteinander entwickeln sie Handlungsstrategien für ihren besonderen Alltag. "Wir spüren, dass auch die Eltern den Wunsch haben, sich untereinander auszutauschen", erklärt Wölfle. Deshalb haben die Kinder zu Gebäck und Hefekuchen in die Aula eingeladen.

Wir sind nicht allein

Die letzten Käsefüßchen sind glasiert. Vorsichtig tragen die Kinder die Kuchenteller in die Aula, wo sie von stolzen Eltern empfangen werden, wo ihre Geschwister sie sehnsüchtig erwarten. Die Kinder stellen sich vor, die Eltern lernen sich kennen, plauschen miteinander, rücken die Stühle zusammen. "Es tut gut, zu erfahren, dass wir mit unserem besonderen Alltag nicht allein sind", sagt eine Mutter. Beim Abschied hoffen sie auf ein Wiedersehen. "Die Geschwisterzeit finanziert sich über Spenden", informiert Wölfle "und wird von engagierten Ehrenamtlichen begleitet."

Weitere Informationen zum Angebot "Geschwisterzeit" finden Sie hier: Geschwisterzeit der St. Gallus-Hilfe

 


 

Kontakt:
Liebenau Teamwork Kommunikation GmbH
Sekretariat Presse
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
Telefax 07542 10-1117
info@teamwork-kommunikation.de
www.teamwork-kommunikation.de

Mit Hilfe geht es leichter: Kinder kochen eine Kürbissuppe mit Heilerziehungspfleger Jörn Klopfer vom Kinderheim St. Johann, Zußdorf.

Mit Hilfe geht es leichter: Kinder kochen eine Kürbissuppe mit Heilerziehungspfleger Jörn Klopfer vom Kinderheim St. Johann, Zußdorf.

So schön: Käsefüßchen garniert.

So schön: Käsefüßchen garniert.

Junge Bäckerinnen gestalten Zuckerschnecken für alle. Heilpädagogin Sybille Wölfle von der St. Gallus-Hilfe hilft mit.

Junge Bäckerinnen gestalten Zuckerschnecken für alle. Heilpädagogin Sybille Wölfle von der St. Gallus-Hilfe hilft mit.

Einen Teller Kürbissuppe? Das Team von "Geschwisterzeit" Heilpädagogin Sybille Wölfle von der St. Gallus-Hilfe und Heilerziehungspfleger Jörn Klopfer vom Kinderheim St. Johann Zußdorf lädt zur Mittagspause ein.

Einen Teller Kürbissuppe? Das Team von "Geschwisterzeit" Heilpädagogin Sybille Wölfle von der St. Gallus-Hilfe und Heilerziehungspfleger Jörn Klopfer vom Kinderheim St. Johann Zußdorf lädt zur Mittagspause ein.