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06.12.2012

Einweihung der Werkstatt "Nadlerstraße" in Leutkirch

LEUTKIRCH – Sie liefern Brennholz, es gibt eine Grünlandgruppe, eine Kreativ-Werkstatt und eine Produktion von "Spächtele" zum Anheizen des Ofens – die Arbeitsmöglichkeiten in der neuen Werkstatt für Menschen mit Behinderung in der Leutkircher Nadlerstraße sind vielfältig. Eröffnet wurde sie im Rahmen des Sozialraumprojekts der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) bereits im März 2011. Mitte November wurde sie offiziell eingeweiht.


Unterschiedlichkeit ist unser Gewinn

Wo früher Hobelmaschinen, Sägen und Fräsen standen, sieht man heute großzügige und helle Arbeitsräume. In einer Rekordzeit von nur fünf Monaten seien die Räume der ehemaligen Zimmerei Weizenegger in der Leutkircher Nadlerstraße umgebaut worden, berichtet Bernhard Hösch, Leiter des Sozialraumprojekts in Leutkirch, bei der offiziellen Einweihung des Gebäudes. Hier befindet sich eine Werkstatt, die 28 Menschen mit unterschiedlichem Begleitungsbedarf und sechs Mitarbeitern der St. Gallus-Hilfe einen abwechslungsreichen Arbeitsplatz bietet. "Diese Unterschiedlichkeit ist unser Gewinn, und es ist ein ganz besonderes Miteinander entstanden", so Hösch. Angeschlossen ist eine Wohngemeinschaft für fünf Menschen mit leichter geistiger Behinderung.

Betriebe offen für Partnerschaft

Besonders freut sich Bernhard Hösch über die Offenheit vieler Leutkircher Betriebe, die Praktikanten aus der Nadlerstraße ihre Türen öffnen. Gute Partner seien insbesondere die Firma Fackler und die Bäckerei Steinhauser. "Dabei haben wir immer eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt im Blick." Als Vertreter des Werkstattrats begrüßte auch Wolfgang Scheel die zahlreichen Gäste mit einem herzlichen "Hallo zusammen".

Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle gratulierte zum guten Start der Werkstatt: "Wenn man bei uns im Rathaus von der Nadlerstraße spricht, dann ist dieses Projekt gemeint. Sowohl die Stadt Leutkirch als auch die St. Gallus-Hilfe profitieren von der Zusammenarbeit, zum Beispiel im Rahmen der Grünlandgruppe." So trage das Sozialraumprojekt auf positive Weise zu einer nachhaltigen Stadtentwicklung bei. "Es gibt sicher noch weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit", sagte Henle.

Gelungenes Miteinander durch Toleranz

Marlene Gegenbauer, Leiterin des Eingliederungs- und Versorgungsamts im Landkreis Ravensburg, stellte fest, dass sich die Werkstatt in Leutkirch inzwischen als festes Angebot etabliert habe. Ein schöner Zufall sei, dass die Einweihung am Unesco-Tag der Toleranz stattfinde. "Toleranz ist die Basis für ein gemeinschaftliches Miteinander." Wünschen würde sich Marlene Gegenbauer noch mehr Toleranz von Seiten der Unternehmen, damit noch mehr Menschen mit Behinderung eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt finden.

Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand der Stiftung Liebenau, weihte die Räume offiziell ein: "Der Segen kommt vielleicht von oben. Wir spüren ihn aber in der alltäglichen Begegnung mit den Menschen." Mitreißende Musik von der Percussionsgruppe der Musikschule Leutkirch, ein leckeres Buffet und interessante Gespräche rundeten die Einweihungsfeier ab.

Sozialraumprojekt: "Alle an einem Strang"

Die Aktivierung des Sozialraumes und des bürgerschaftlichen Engagements ist ein wichtiges Ziel des Sozialraumprojektes in Leutkirch. Der Titel "Alle an einem Strang" verdeutlicht, dass verschiedene Akteure ihren Beitrag für das Ziel der Inklusion leisten. Es entstehen Verbindungen vor Ort, aus denen sich ein stabiles Netzwerk entwickeln kann. Dass das Projekt in Leutkirch eine gute Grundlage hat, zeigt das hohe Engagement der Leutkircher Bürger in 320 Vereinen.

Ein wesentliches Anliegen der Kommunen ist es, für die Teilhabemöglichkeiten aller Bürgerinnen und Bürger mit und ohne Behinderung Sorge zu tragen. Daher ist die Stadt Leutkirch der wichtigste Kooperationspartner bei dem Projekt. Die St. Gallus-Hilfe unterstützt sie fachlich und gibt Impulse.

Weitere Kooperationspartner

Auf dem Weg zu einem inklusiven Netzwerk konnten noch weitere Kooperationspartner gewonnen werden, wie etwa die Volkhochschule Leutkirch im Bereich Bildung und mehrere ortsansässige Firmen im Bereich Arbeit. Mit anderen Trägern der Hilfen für Menschen mit Behinderung, wie der OWB Kißlegg und dem Stephanuswerk Isny wurde über gemeinsame Projekte diskutiert.

Startschuss für das Sozialraumprojekt der St. Gallus-Hilfe in der großen Kreisstadt Leutkirch im Allgäu war der 1. August 2012. Die derzeitige Vorlaufphase wird von "Aktion Mensch" für ein halbes Jahr finanziert. Danach folgt das dreijährige Hauptprojekt.

 

 


 

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Zahlreiche Gäste, Mitarbeiter und Werkstattbeschäftigte kamen zur Einweihung der Werkstatt in der Leutkircher Nadlerstraße.

Zahlreiche Gäste, Mitarbeiter und Werkstattbeschäftigte kamen zur Einweihung der Werkstatt in der Leutkircher Nadlerstraße.

Begegnungen bei der Einweihung: Georg Kibele (Leutkircher Bank), Michael Lindauer (Stiftung St. Anna), Diakon Roland Wagner (Katholische Kirche Leutkirch), Volker Gerlach (Ev. Pfarrer), Bernhard Hösch (Leiter Sozialraumprojekt Leutkirch).

Begegnungen bei der Einweihung: Georg Kibele (Leutkircher Bank), Michael Lindauer (Stiftung St. Anna), Diakon Roland Wagner (Katholische Kirche Leutkirch), Volker Gerlach (Ev. Pfarrer), Bernhard Hösch (Leiter Sozialraumprojekt Leutkirch).

Bilder aus der Werkstatt in der Leutkircher Nadlerstrasse.

Bilder aus der Werkstatt in der Leutkircher Nadlerstrasse.