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18.04.2013

Stars in der Manege – ganz ohne Barrieren

MARKDORF – Ganz dem Zirkus widmeten sich zehn Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung am Wochenende. Sie übten Seilspringen, Stelzenlaufen oder Tellerdrehen und überraschten ihre Eltern mit einer gelungenen Aufführung auf dem Schulhof. Die integrative Freizeitbetreuung im Mehrgenerationenhaus Markdorf ist ein Angebot der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau). Ermöglicht wird sie durch Spenden aus der Weihnachtsspendenaktion der Stiftung Liebenau.

Ich bin Königin!

Die Laufkugel ist rund und rollt unter den Füßen weg. Mit viel Unterstützung findet das Mädchen schließlich die Balance auf der Kugel. Sie wird ganz still, richtet sich auf und strahlt, würdig, einer Königin gleich. Der Ehrgeiz der Kinder ist erstaunlich. Unermüdlich läuft Felix* in das lange Seil, noch sind die Füße schwer am Boden. Plötzlich kann er den Rhythmus spüren, springt im richtigen Moment über das Seil, immer wieder. Felix ist froh. Marie Fee* auch. Sie kann nicht mithüpfen, aber sie freut sich, wenn es die anderen tun. Sie ist mit ihren Augen dabei, mit ihrem Blick, mit allen Sinnen. Die anderen Kinder rücken ihren Rollstuhl immer wieder in die Mitte, vermitteln ihr: "Du gehörst dazu."

Kinder lassen Teller tanzen

Zirkuspädagogin Lis Geiger begleitet die jungen Artisten. Teller, Stelzen, Bälle, Seile, Diabolos, Einrad, Malstifte – ihr übergroßer Koffer birgt viele Überraschungen. Viele waren schon im Zirkus, aber selbst in der Manege stehen? Ganz überzeugt scheinen die angehenden Künstler noch nicht. Doch sie haben Mut und die Unterstützung der anderen Kinder und der ehrenamtlichen Betreuerinnen. Für die einen ist schon das Gehen auf den eigenen Beinen eine Herausforderung, die anderen wagen sich sogar an die Stelzen. "Sie lernen, ihren Körper wahrzunehmen", so die Zirkuspädagogin.

Miteinander – lernen für den Alltag

Für Lena Adam und Anja Brändle-Baur vom Familienunterstützenden Dienst der St. Gallus-Hilfe ist es selbstverständlich, auf die individuellen Wünsche der Kinder und ihrer Familien einzugehen."„Der gemeinsame Tag mit Gleichaltrigen ist wichtig", erklärt Lena Adam. Für viele Kinder ist dieser Tag ein Highlight. Nebenbei fördert die Freizeitgestaltung die Sozialkompetenz der Kinder. "Sie lernen, sich in eine Gruppe zu integrieren", sagt die Zirkuspädagogin. Die Kinder wirken und essen gemeinsam. Das Mittagessen spendet die Familie Öxle vom Schwanenstüble in Markdorf.

Stolze Eltern

Am Ende des Tages hat jeder sein Talent gefunden. Auf dem Schulhof warten schon die Eltern auf die Abschlussvorstellung. Jedes Kind nimmt seinen Platz ein, tritt vor, zeigt was es gelernt hat, verneigt sich und freut sich über den Applaus. Zum Schluss gehen sie gemeinsam und schieben den Rollstuhl von Marie Fee.

Zufriedene Kinder

Die Eltern sind stolz – und dankbar: "Wir sind froh, dass es die Freizeitangebote für unsere Kinder gibt." Für die meisten Eltern ist es ein Tag der Entspannung. Ihre Bilanz: "Die Kinder sind in guten Händen." "Sie lernen voneinander." "Es ist wichtig, dass sie neue Eindrücke und neue Erfahrungen sammeln können." "Sie sind abends zufrieden und müde." Für solche individuellen Freizeitangebote für Kinder mit Behinderung fehlen nach wie vor ganzheitliche Finanzierungssysteme. Sie sind auf Spendengelder angewiesen. Das integrative Programm 2013 in Markdorf wird mit 4 000 Euro aus der Weihnachtspendenaktion der Stiftung Liebenau finanziert.

*Namen von der Redaktion geändert

 


 

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Gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Betreuerinnen (hinten rechts und links) und Sozialpädagogin Lena Adams vom Familienunterstützenden Dienst der St. Gallus-Hilfe (hinten Mitte) laufen die Kinder durch das lange Seil.

Gemeinsam mit ihren ehrenamtlichen Betreuerinnen (hinten rechts und links) und Sozialpädagogin Lena Adams vom Familienunterstützenden Dienst der St. Gallus-Hilfe (hinten Mitte) laufen die Kinder durch das lange Seil.