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08.05.2013

Familienfreizeit im Gästehaus St. Theresia in Eriskirch-Moos

ERISKIRCH-MOOS – Bereits seit 35 Jahren organisiert die St. Gallus-Hilfe, eine Tochtergesellschaft der Stiftung Liebenau, für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen eine einwöchige Familienfreizeit im Gästehaus St. Theresia in Eriskirch-Moos. Die meisten sind seit Jahren dabei und genießen es, mit ihren Lieben über einen längeren Zeitraum zusammen zu sein.


"Die beste Woche des Jahres"

Sie kommen aus ganz Baden-Württemberg, aus Nürnberg und aus Holland, um mit ihren Söhnen, Töchtern und Geschwistern mit Behinderung eine Urlaubswoche am Bodensee zu verbringen. In diesem Jahr sind 18 Teilnehmer aus neun Familien ins Gästehaus St. Theresia angereist. Heilpädagogin Finni Fernsemer und drei weitere Mitarbeiter der St. Gallus-Hilfe begleiten die Urlaubsgäste, von denen einige auf den Rollstuhl angewiesen sind.

Engagement hilft auch Angehörigen

"Diese Woche ist nicht nur für die Menschen mit Behinderung wichtig, sondern auch für uns Angehörige", sagt Gisela Ullrich, die zusammen mit ihrer Schwester Susanne in Moos ist. Auch für Sophie und Johann-Georg Weiß aus Simonswald im Schwarzwald ist die Familienfreizeit die einzige Möglichkeit, Zeit mit ihrem Sohn Karl-Heinz zu verbringen. Selbst schon betagt können sie nicht mit Auto oder Bahn anreisen und wurden von einem Mitarbeiter der St. Gallus-Hilfe abgeholt. "Ohne diese Hilfe könnten wir nicht mehr dabei sein", dankt das Ehepaar für das ehrenamtliche Engagement.

Ein gutes Gefühl

Wichtig ist allen Angehörigen die fachliche Begleitung während des Urlaubs. Zum einen ist die Körperpflege häufig nicht von einer Person allein zu leisten, aber auch bei psychischen oder gesundheitlichen Problemen geben die Fachleute Sicherheit. "Ohne diese Unterstützung könnte ich nicht eine Woche lang mit meiner Schwester zusammen sein", spricht Marlies Sauter allen Angehörigen aus der Seele. "Hier weiß ich, dass ich Hilfe bekomme, wenn es ihr mal nicht so gut geht. Das ist ein gutes Gefühl und lässt uns die Zeit genießen." Für Hildegard Kretschmann aus Holland gibt die Familienfreizeit die Gelegenheit zu sehen, wie es ihrer Schwester Ursula geht, die in Rosenharz lebt. "Wenn ich zurück fahre weiß ich, dass es ihr gut geht und ich bin wieder froh und glücklich."

Miteinander lachen

Der Austausch mit anderen Angehörigen ist ein wichtiger Bestandteil der Familienfreizeit. "Wir können unsere Freuden und Sorgen teilen, aber auch miteinander lachen", erzählt Nina Pravdikova. Die Freude an der gemeinsamen Urlaubszeit ist auch den Menschen anzumerken, die nur wenig oder gar nicht sprechen. "Das ist schön", sagte Karin Schaffarzcik beim Anblick der Abendstimmung am Bodensee. Für ihre Mutter Marianne war das ein kleines Wunder, da ihre Tochter sonst nie ganze Sätze spricht. Selbst für die Mitarbeiter ist die Familienfreizeit etwas ganz besonderes. "Die Arbeit hier entspricht voll und ganz unserem Beruf und ich weiß wieder, warum ich ihn gewählt habe", so Heilerziehungspfleger Raphael Frirdich.

Abwechslungsreiches Programm

Lob gibt es auch für das Gästehaus St. Theresia. "Wir fühlen uns hier wohl. Alle Bedürfnisse, die im Organisationsbereich des Hauses liegen, werden erfüllt", sind sich die Urlaubsgäste einig. Finni Fernsemer und ihr Team haben sich für die Woche ein abwechslungsreiches Programm einfallen lassen. Dazu gehören zahlreiche Ausflüge in der näheren Umgebung, Kino, eine Kutschfahrt, Gottesdienste und der Besuch eines Volleyballspiels in Friedrichshafen. "Jeder entscheidet selbst, woran er teilnehmen möchte", erklärt die Heilpädagogin, die die Familienfreizeit bereits seit 17 Jahren organisiert.

Gefördert wird die Ferienwoche von Aktion Mensch mit 500 Euro, von der Bürgerstiftung Ravensburg mit 900 Euro und der Förderverein der St. Gallus-Hilfe steuert das Geld für die Busse bei.

Zitate:

"Unser Sohn Karl-Heinz freut sich sehr, wenn wir mit ihm gemeinsam Zeit verbringen. Wir sind schon zum 17. Mal dabei und sind sehr dankbar, dass wir sogar an unserem Wohnort im Schwarzwald für die Familienfreizeit abgeholt werden."  Sophie Weiß aus Simonswald

"Die Woche hier in Moos ist ganz toll. Man kann das tun, wozu man Lust hat und man lernt nette Menschen kennen. Besonders schön war der Ausflug zum Volleyballspiel in Friedrichshafen."  Tobias Kieble aus Meckenbeuren-Hegenberg

"Die Zeit hier in Moos ist für mich die beste Zeit des Jahres. Hier kann ich mit meinem Sohn zusammen sein und ich habe die Sicherheit, dass mir die Mitarbeiter helfen, wenn es ihm nicht so gut geht."  Nina Pavdikova aus Nürnberg

 

 


 

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Ferienwoche in Eriskirch-Moos für 18 Gäste mit und ohne Behinderung

Ferienwoche in Eriskirch-Moos: Insgesamt 18 Gäste mit und ohne Behinderung verbringen mit fachlicher Begleitung durch Mitarbeiter der St. Gallus-Hilfe eine Familienfreizeit mit ihren Angehörigen.

Sophie Weiß aus Simonswald freut sich über die gemeinsame Zeit mit Sohn Karl-Heinz

Sophie Weiß aus Simonswald freut sich über die gemeinsame Zeit mit Sohn Karl-Heinz.