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14.05.2013

Tag der Gleichstellung: Ich bin entscheidend

MECKENBEUREN – Für mehr Selbstbestimmung sind Menschen mit Behinderung auf die Straße gegangen. Heimbeiräte und Werkstatträte der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) folgten dem Aufruf von Aktion Mensch: "Ich bin entscheidend" und organisierten in Meckenbeuren einen Infostand auf dem Wochenmarkt.


Diskussionen und Veranstaltungen

Schüler der Klasse 4a der Albrecht-Dürer-Grundschule puzzeln mit riesigen Aktion-Mensch-Würfeln das bunte Inklusionszeichen. Kindergartenkinder von St. Maria besuchen den Infostand, tragen ihre Luftballone über den Markt. Die Heimbeiräte freuen sich über die schönen Begegnungen, verteilen ihre Faltblätter, erklären, was Selbstbestimmung bedeutet, diskutieren mit Bürgermeister Andreas Schmid und dem Fachbereichsleiter Markus Wursthorn von der St. Gallus-Hilfe. Die Veranstaltungen rund um den 5. Mai, den Europäischen Tag der Gleichstellung, werden von Aktion Mensch in Kooperation mit den Verbänden der Behindertenhilfe getragen.

Zentral: die Selbstbestimmung

"Selbstbestimmung ist die Teilhabe am kulturellen und politischen Leben, an der Arbeitswelt und an der Freizeit", erklärt Werkstatträtin Melanie Rohde. Die Gemeinde Meckenbeuren unterstützt die dezentralen Wohnformen. „Es ist Normalität, dass Menschen mit Behinderung in der Gemeinde leben“, sagt Schmid. Darüber hinaus kooperiert Meckenbeuren im Bereich Arbeit eng mit der Stiftung Liebenau. So vergibt die Gemeinde Dienstleistungen wie das Catering, die Grünlandpflege oder das Reinigen von öffentlichen Plätzen an die jeweiligen Tochtergesellschaften.

Patenschaften unterstützen

Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention fordert den gleichberechtigten Zugang zum Arbeitsmarkt. Die Vertrauensperson der Werkstatträte Reiner Manghard und der Bürgermeister stellen sich der Frage: "Wie können Menschen, die es sich zutrauen, in den Arbeitsmarkt integriert werden?" Reiner Manghard votiert für eine "Patenschaft", einen persönlichen Ansprechpartner am Arbeitsplatz. "Wir haben nur gute Erfahrungen gemacht", berichtet der Bürgermeister. An der Grundschule wurde ein Kind mit Behinderung aufgenommen. Im Kindergarten ist eine Arbeitnehmerin mit Behinderung beschäftigt und das Team ist absolut zufrieden mit ihr.

Eigene Entscheidungen treffen

Der Bereichsleiter der St. Gallus-Hilfe lobt den Mut der Werkstatt- und Heimbeiräte, am Tag der Gleichstellung für ihre Wünsche, Hoffnungen und Interessen einzutreten. Markus Wursthorn: "Dass Menschen mit Behinderung selbst am Infostand stehen, ist eine Entwicklung, die sie befähigt, eigene Entscheidungen zu treffen."

 

 


 

Kontakt:
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Telefax 07542 10-1117
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Schüler der Klasse 4a der Albrecht-Dürer-Grundschule puzzeln aus Bausteinen das Inklusionszeichen.

Schüler der Klasse 4a der Albrecht-Dürer-Grundschule puzzeln aus Bausteinen das Inklusionszeichen. Die Würfel informieren über das Motto: "Ich bin entscheidend." 1998 organisierte Aktion Mensch die ersten Veranstaltungen zum Tag der Gleichstellung, um auf das im Grundgesetz geregelte Benachteiligungsverbot aufgrund einer Behinderung hinzuweisen.

Die Besucher hatten die Möglichkeit, einen Wahlzettel zum Thema "Selbstbestimmt Leben" abzugeben.

"Was ist ihnen am wichtigsten, wenn es um ihr eignes, selbstbestimmtes Leben geht?": Die Besucher hatten die Möglichkeit, einen Wahlzettel zum Thema "Selbstbestimmt Leben" abzugeben.

Die Heimbeiräte und Werkstatträte an den Infoständen zum Tag der Gleichstellung.

Die Heimbeiräte und Werkstatträte an den Infoständen zum Tag der Gleichstellung mit Markus Wursthorn, Fachbereichsleitung Wohnen Erwachsene (links), Vertrauensperson Rosa Burgmeier (hinten links), Bürgermeister Andreas Schmid (Mitte) und Vertrauensperson Reiner Manghard (rechts).