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16.07.2013

Fahrdienstleister lernen Umgang mit epileptischen Anfällen

BODNEGG/ROSENHARZ – Im Rahmen ihres Qualitätsmanagements schult die St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) ihre Fahrdienstleister im Umgang mit epileptischen Krampfanfällen. Die Teilnehmer schätzen dieses Angebot und sind sich einig, dass es hilfreich ist, zu wissen, wie mit einem Krampfanfall umzugehen ist.

„Ich dachte, er stirbt.“ Johannes Joos vom Omnibusunternehmen Schuler ist ein erfahrener Busfahrer. Viele Krampfanfälle hat er schon erlebt. Doch er erinnert sich gut: „Beim ersten Mal war es schlimm.“ Heute weiß er: „Ein Anfall geht vorüber.“ Er kennt seine Mitfahrer: „Sie sitzen in meinem Blickfeld.“ Es ist ihm wichtig, Ruhe zu bewahren. Er lobt die Fahrgäste: „Ich fahre rechts ran und sie kümmern sich bereits darum, dass sich der Krampfende nicht selbst verletzt. Meist ist der Anfall in ein paar Minuten vorbei. Der Mensch entspannt sich, ist aber völlig erschöpft. Deshalb ist es wichtig, dass ich Kontakt habe zum Betreuer oder auch zum Notarzt.“

Größtmögliche Sicherheit im Straßenverkehr

„Ein epileptischer Anfall wird durch ein elektrisches Chaos im Gehirn ausgelöst“, so Dr. Wolfgang Luger von der St. Lukas-Klinik (Stiftung Liebenau). „Ähnlich wie bei einem Gewitter entlädt sich im Körper eine elektrische Spannung auf ungebahnten Wegen.“

Epilepsie wird heute mit Medikamenten auf verbesserter Rezepturbasis behandelt und Johannes Joos bestätigt, dass sich die Häufigkeit der Krampfanfälle während der Fahrt reduziert habe. „Mir ist es ganz wichtig, dass betreute Menschen mit Behinderung auf ihrem Weg in die Werkstatt und zurück öffentliche Linien nutzen können“, erklärt Stefan Fricker von der St. Gallus-Hilfe, Leitung Bereich Arbeit und Bildung. Das Qualitätsmanagement der Gallus-Werkstätten, die ISO zertifiziert sind, entspricht damit auch dem Wunsch der Fahrdienstleister, Menschen mit Behinderung die größtmögliche Sicherheit im Straßenverkehr anbieten zu können.

Unmittelbarer Kontakt mit der St. Gallus-Hilfe

„Kann ich einen Anfall verhindern?“ „Wie verläuft ein Anfall?“ „Was soll ich tun?“ „Es gibt verschiedene Formen von Epilepsie“, erklärt Dr. Luger. „Der Auslöser könnte ein flimmernder Bildschirm sein.“ Während eines Krampfanfalls ist der Betroffene häufig nicht bei Bewusstsein und muss vor Selbstverletzungen geschützt werden. „Ich habe einen Fahrgast nach einem Anfall direkt nach Hause gefahren und in die Obhut der Mutter gegeben“, berichtet Busfahrer Eugen Hecht.

„Es ist wichtig, dass der Fahrgast nach dem Anfall betreut wird“, bestätigt Dr. Luger. Er fordert die Teilnehmer auf, den Notarzt zu rufen, wenn Puls und Atmung stagnieren. Ansonsten ist immer jemand von der St. Gallus-Hilfe zu erreichen. Ein ausgeklügeltes Rufnummernsystem für Fahrgäste mit Epilepsie gewährleistet eine unmittelbare Hilfeleistung.

Wissen um die Fürsorgepflicht

„Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens einen epileptischen Anfall haben“, informiert Dr. Luger. Er ermutigt die Fahrdienstleister situativ zu handeln. „Es gibt kein Patentrezept. Flachlagerung ist bei Bewusstlosigkeit immer richtig, etwas unter den Kopf und wenn Atmung und Puls vorhanden sind, die Beine leicht anheben.

Es ist eine große Ausnahme, dass bei einem Krampfanfall die Atmung aussetzt.“ 80 Menschen mit Behinderung nutzen täglich die Buslinie der Firma Schuler. Die Fahrer sind sich ihrer Fürsorgepflicht bewusst. „Ich finde es wichtig, dass wir im Umgang mit Epilepsie geschult sind“, sagt die Busfahrerin Brigitte Kobel. „Ich habe viel gelernt“, bestätigt Juniorchef Marco Schuler. „Die Fahrgäste sollen sich bei uns wohl fühlen. Sie sollen spüren, dass sie sich auf uns verlassen können“, erklärt Johannes Joos.

 

 


 

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Im Rahmen ihres Qualitätsmanagements schult die St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) ihre Fahrdienstleister im Umgang mit epileptischen Krampfanfällen. Dr. Wolfgang Luger von der St. Lukas-Klinik informiert die Teilnehmer, wie sie richtig Erste Hilfe leisten und wann sie einen Notarzt verständigen sollten.

Im Rahmen ihres Qualitätsmanagements schult die St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) ihre Fahrdienstleister im Umgang mit epileptischen Krampfanfällen. Dr. Wolfgang Luger von der St. Lukas-Klinik informiert die Teilnehmer, wie sie richtig Erste Hilfe leisten und wann sie einen Notarzt verständigen sollten.

„Atmet der Betroffene? Ist der Puls fühlbar?“ Dr. Wolfgang Luger erklärt Erste-Hilfe-Maßnahmen nach einem epileptischen Krampfanfall. Busfahrer Eugen Hecht (rechts) stützt seinen Kollegen Johannes Joos mit dem Rettungsgriff.

„Atmet der Betroffene? Ist der Puls fühlbar?“ Dr. Wolfgang Luger erklärt Erste-Hilfe-Maßnahmen nach einem epileptischen Krampfanfall. Busfahrer Eugen Hecht (rechts) stützt seinen Kollegen Johannes Joos mit dem Rettungsgriff.

Dr. Wolfgang Luger erklärt Erste-Hilfe-Maßnahmen: Durch die stabile Seitenlage wird sichergestellt, dass die Atemwege freigehalten werden.

Dr. Wolfgang Luger erklärt Erste-Hilfe-Maßnahmen: Durch die stabile Seitenlage wird sichergestellt, dass die Atemwege freigehalten werden.