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25.07.2013

Langjähriger Schulleiter der Don-Bosco-Schule geht in den Ruhestand

MECKENBEUREN-HEGENBERG – Eine Schule, drei Außenklassen, 42 Lehrende, acht Orte und 150 Lernende: Nach 37 Jahren engagierter pädagogischer Arbeit, davon 32 Jahre als Rektor der Don-Bosco-Schule der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) in Hegenberg, geht Franz Gitschier zum Ende des Schuljahres in den Ruhestand. Zahlreiche Gäste, Wegbegleiter, Mitarbeiter und das Lehrerkollegium feierten mit ihm in der Aula seiner Schule.


Abschied von einer echten Liebenauer Persönlichkeit

Christoph Gräf, Leiter des Bereichs Kinder, Jugendliche und Familien, bezeichnete die Don-Bosco-Schule innerhalb einer eher behäbigen Schullandschaft in Anlehnung an "Asterix" als eine Art kleines, gallisches Dorf. "Nach dem Motto ‚Nichts ist beständiger als der Wandel‘ hat Franz Gitschier wunderbar in dieses Dorf gepasst", so Gräf. Stellten zu Beginn Kinder mit Lernbehinderung den größten Teil der Schülerschaft, folgten bald Kinder mit geistiger und mehrfacher Behinderung. "Später hieß es gemeinsam lernen und leben", erinnerte Gräf. Heute ginge es vielfach um Kinder mit schwierigem Sozialverhalten. "Und die letzten Jahre waren geprägt von der Debatte um Inklusion in Folge der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention", warf Gräf einige Schlaglichter auf Gitschiers mehr als 30 Jahre an der Don-Bosco-Schule. Der scheidende Schulleiter habe sich den Aufgaben gestellt und sich nicht von Ideologien treiben lassen, aber sehr wohl von der Not junger Menschen.

Anwalt des Kindes mit Benachteiligung

Dr. Heinz-Joachim Schulzki vom Bischöflichen Stiftungsschulamt verglich auf humorvolle Weise Gitschiers Wesen mit dem Motto Don Boscos "Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen". Er habe Gitschier selten anders erlebt als mit ansteckender Fröhlichkeit. "Er war als Schulleiter ein wortgewaltiger Anwalt des Kindes mit Benachteiligung und dazu bereit, sich auch mal unbeliebt zu machen." Es gebe nicht mehr viele Schulleiter, die so lange in einer Einrichtung tätig seien, sagte Bernhard Straile vom Regierungspräsidium Tübingen. Franz Gitschier habe stets mit der Frage gerungen, wie jeder Einzelne am besten gefördert werden könne. "Dieser Zugang hat zu einem äußerst positiven Ruf der Don-Bosco-Schule geführt." Gitschiers Offenheit für Neues beleuchtete Edgar Wöhrle vom Staatlichen Schulamt Markdorf. "Sie haben bereits Kooperationen mit anderen Schulen angestrebt, als Inklusion noch nicht in aller Mund war."

Soziale Arbeit braucht Personen, die hinschauen

Lobende Worte fand auch Jörg Munk, Geschäftsführer der St. Gallus-Hilfe: "Es braucht Personen, die hinschauen und Verantwortung übernehmen. Dies gilt für die soziale Arbeit heute mehr denn je." Gitschier sei in 37 Jahren mit Herz und Verstand immer bei seinen Schülern und den Menschen geblieben. "Jenseits aller Inklusionsglücksversprechungen haben Sie Menschen Zugänge ins Miteinander verschafft", dankte Munk. Dabei sei ihm ein partnerschaftliches Miteinander immer ein großes Anliegen gewesen. Ihn zeichneten Bescheidenheit und eine hohe Fachlichkeit ebenso aus wie ein loyaler und gleichzeitig kritischer Geist – eben eine echte Liebenauer Persönlichkeit.

Schule braucht mehr Unterstützung

"Ich dachte manchmal, die reden gar nicht von mir", meinte Gitschier. Er dankte insbesondere dem Lehrerkollegium für seine Solidarität und Aufgeschlossenheit. "Sie leisten die tägliche Arbeit in den Klassen." Angesichts einer sich verändernden Schülerschaft mit einer Zunahme psychischer Probleme und Verhaltensauffälligkeiten gab Gitschier zu bedenken, dass die Schule mehr Unterstützung von Schul- und Kostenträgern brauche. "Schule als Lernort ist diesen Herausforderungen sonst auf Dauer nicht gewachsen." Der Don-Bosco-Schule und ihren Lehrern und Schülern wünsche er Stabilität, fachliche Kompetenz, ein solidarisches Miteinander und Unterstützung von außen. Für seinen Ruhestand habe er bereits ehrenamtliche Tätigkeiten im Blick, zum Beispiel für den Verein EDFICO, Bildung für jedes Kind, der eine Schule in Rumänien unterstützt. Schulsprecher Christian Folz überreichte dafür eine Spende vom Lehrerkollegium in Höhe von 500 Euro.

Die musikalischen Akzente der gelungenen Feier setzte das Streicherquartett Fantail. Außerdem dankte der Lehrerchor der Don-Bosco-Schule seinem scheidenden Schulleiter mit einer humorvollen Gesangseinlage. Neuer Schulleiter wird Wolfgang Közle, der bisherige Stellvertreter.

 


 

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Zahlreiche Gäste, Wegbegleiter, Mitarbeiter der St. Gallus-Hilfe und das Lehrerkollegium feierten mit dem langjährigen Schulleiter Franz Gitschier seinen Abschied in der Aula der Don-Bosco-Schule.

Zahlreiche Gäste, Wegbegleiter, Mitarbeiter der St. Gallus-Hilfe und das Lehrerkollegium feierten mit dem langjährigen Schulleiter Franz Gitschier seinen Abschied in der Aula der Don-Bosco-Schule.

Dr. Heinz-Joachim Schulzki (links) vom Bischöflichen Stiftungsschulamt verglich Franz Gitschiers Wesen mit dem Motto Don Boscos: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“.

Dr. Heinz-Joachim Schulzki (links) vom Bischöflichen Stiftungsschulamt verglich Franz Gitschiers Wesen mit dem Motto Don Boscos: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“.

Franz Gitschier (rechts) und seine Frau Carla freuten sich über zahlreiche Grußworte zum Abschied des langjährigen Schulleiters der Don-Bosco-Schule.

Franz Gitschier (rechts) und seine Frau Carla freuten sich über zahlreiche Grußworte zum Abschied des langjährigen Schulleiters der Don-Bosco-Schule.

Bernhard Straile (links) vom Regierungspräsidium Tübingen überreichte Franz Gitschier die Urkunde zum Eintritt in den Ruhestand.

Bernhard Straile (links) vom Regierungspräsidium Tübingen überreichte Franz Gitschier die Urkunde zum Eintritt in den Ruhestand.

Franz Gitschier dankte dem Lehrerkollegium für seine Solidarität und Aufgeschlossenheit.

Franz Gitschier dankte dem Lehrerkollegium für seine Solidarität und Aufgeschlossenheit.