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01.08.2013

Qualifizierte Paten leisten ehrenamtlichen Hospizdienst

FRIEDRICHSHAFEN/RAVENSBURG/LIEBENAU – Jedes Jahr bildet der Ambulante Kinderhospizdienst der Malteser und der Stiftung Liebenau Patinnen und Paten für den ehrenamtlichen Hospizdienst in Familien mit Kindern aus, die lebensbedrohlich oder -verkürzend erkrankt sind. Viele Monate lang haben sich 14 Frauen und Männer auf ihre Einsätze vorbereitet. In einer Feierstunde im Liebenauer Schloss erhielten sie ihre Zertifikate.

Eltern brauchen Auszeiten

Der Ambulante Kinderhospizdienst begleitet Familien mit Kindern und Jugendlichen, die lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankt sind. „Kinder mit schweren Erkrankungen sollen in vertrauter Umgebung und nicht im Krankenhaus sterben, oder gesund werden dürfen. Hierfür braucht es Menschen, die diese Familien in dieser äußerst belastenden Situation begleiten und genau dafür gibt es uns“, sagt Patin Tamara Betz. In der Ausbildung hat sie erfahren, wie nötig Trauerarbeit ist. In dieser schwierigen Phase brauchen Eltern Auszeiten und Geschwisterkinder benötigen Menschen, die offen mit ihrem Leid umgehen.

Kurs als Kraftquelle

Ingrid Rauch hat den Kurs als „Kraftquelle“ erlebt: „Ich habe mich immer auf die Fortbildung gefreut.“ Seit wenigen Wochen leistet sie ihren ersten Einsatz. „Es sind nach Möglichkeit immer zwei Paten, die eine Familie begleiten und sie an verschiedenen Tagen, drei bis vier Stunden pro Woche, besuchen“, informiert Koordinatorin Elisabeth Mogg. Als Patin will Ingrid Rauch Perspektiven aufzeigen. Selbst im Schuldienst tätig gewesen, weiß sie, wie wichtig es ist, dass auch Lehrer Trauer zulassen können. „Es tut den Schülern gut.“ Sie macht den Lehrern Mut: „Tod ist etwas Schlimmes. Auch wir dürfen weinen.“

In der Trauerbegleitung nicht allein

„Wie gehen wir mit Situationen um, in der wir mit Verlust und Abschied konfrontiert werden?“ Für Maike Kreutz war der Austausch im Kurs eine Bereicherung. Sie zählt zu den jüngsten Patinnen und wird von den Teenagern in den betroffenen Familien gerne als die „große Schwester“ wahrgenommen, die zuhören kann und sich kümmert. In der Trauerbegleitung werden die Paten nicht allein gelassen. Freunde und Ansprechpartner sind wichtig. Zudem treffen sich die Paten jeden Monat zur Praxisbegleitung, Fortbildung oder zur Supervision. Sie haben gelernt, gut mit den eigenen Ressourcen umzugehen: „Wo sind meine Grenzen?“

Normalität im Alltag

Eine zur Aussendefeier geladene Freundin einer Patin ist dankbar dafür, wie offen die Patinnen und Paten mit dem Sterben umgehen. Es beeindruckt sie, dass sie mit Respekt darüber reden und sich in die Situationen der Familien hineindenken. „Tod und Leben gehören zusammen. Es ist gut, sich damit auseinanderzusetzen. Ich möchte gerne etwas dazu beitragen.“ Rückhalt in seinem Freundeskreis und in der Familie findet auch Frank Fäßler. Der Pate will Normalität im Alltag ermöglichen. „Wir übernehmen Aufgaben, für die in den Familien wenig Zeit bleibt, wie die Betreuung der Geschwisterkinder. Ich freue mich, auf das was kommt.“

Ganzheitliche Ausbildung

„Wir vermitteln Wissen über Sterbephasen und wie Kinder in welchem Alter den Tod verstehen“, erklärt Elisabeth Mogg. Nach dem „Celler Modell“ haben sich die Paten auf ihre Einsätze vorbereitet und sammelten im Rahmen eines Praktikums in Behinderteneinrichtungen oder im Kinderhospiz St. Nikolaus Bad Grönenbach, in integrativen Kindertagesstätten oder Schulen konkrete Erfahrungen im Umgang mit schwerkranken Kindern.

Neue Impulse

Paten der ersten Stunde besuchten die Aussendefeier in Liebenau. Sie haben ihre Entscheidung für den Ambulanten Kinderhospizdienst nicht bereut. „Wir können nach eigenem Ermessen pausieren.“ In den Praxisbegleitungen und Fortbildungen erfahren sie neben dem kollegialen Austausch auch neue Impulse: „Eine Patin hat eine Clownausbildung. Eine Kunstlehrerin zeigte uns, wie wir mit Kindern malen. Eine Bestatterin berichtete aus ihrer Arbeit.“

Weiterer Kurs 2014

Ein neuer Kurs für Paten im Ambulanten Kinderhospizdienst ist bereits für April 2014 geplant. Die Informationsabende finden voraussichtlich am 25. November 2013 in Friedrichshafen und am 15. Januar 2014 in Weingarten statt.

Info und Kontakt

2012 waren es sechs Familien, derzeit werden 16 Familien betreut. Damit die Begleitung für alle Familien kostenlos angeboten werden kann, ist die Arbeit des Ambulanten Kinderhospizdienstes im Landkreis Ravensburg und Bodenseekreis auf Spenden angewiesen.

Stiftung Liebenau
Sparkasse Bodensee
BLZ: 690 500 01
Konto: 209 944 71
Stichwort: Kinderhospizdienst

Ambulanter Kinderhospizdienst für den Landkreis Ravensburg
Elisabeth Mogg
Ettishoferstraße 3
88250 Weingarten
Telefon 0751 3661333
www.kinderhospizdienst-ravensburg.de

Ambulanter Kinderhospizdienst für den Landkreis Bodensee
Christine Röhner
Ettishoferstraße 3
88250 Weingarten
Telefon 07541 75 789
www.kinderhospizdienst-bodensee.de

 


 

Kontakt:
Liebenau Teamwork Kommunikation GmbH
Sekretariat Presse
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
Telefax 07542 10-1117
info@teamwork-kommunikation.de
www.teamwork-kommunikation.de

Der ambulante Kinderhospizdienst hat 14 Ehrenamtliche auf ihre Einsätze im Landkreis Ravensburg und Bodenseekreis vorbereitet. Aussendung der Paten durch Diakon Vitus Graf von Waldburg-Zeil (3.v.r.), Bernhard Bayer (rechts), Referent für Hospizarbeit der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Christoph Gräf, Leiter Liebenauer Netzwerk Familie (2.v.r.). Ansprechpartnerinnen sind Elisabeth Mogg (vorne 1.v.l.) und Christiane Röhner (vorne 1.v.r.).

Der ambulante Kinderhospizdienst hat 14 Ehrenamtliche auf ihre Einsätze im Landkreis Ravensburg und Bodenseekreis vorbereitet. Aussendung der Paten durch Diakon Vitus Graf von Waldburg-Zeil (3.v.r.), Bernhard Bayer (rechts), Referent für Hospizarbeit der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und Christoph Gräf, Leiter Liebenauer Netzwerk Familie (2.v.r.). Ansprechpartnerinnen sind Elisabeth Mogg (vorne 1.v.l.) und Christiane Röhner (vorne 1.v.r.).

„Kinder mit schweren Erkrankungen sollen in vertrauter Umgebung und nicht im Krankenhaus sterben, oder gesund werden dürfen. “, sagt Patin Tamara Betz.

„Kinder mit schweren Erkrankungen sollen in vertrauter Umgebung und nicht im Krankenhaus sterben, oder gesund werden dürfen. “, sagt Patin Tamara Betz.

„Ich habe mich immer auf die Fortbildung gefreut.“ Patin Ingrid Rauch hat den Kurs als „Kraftquelle“ erlebt.

„Ich habe mich immer auf die Fortbildung gefreut.“ Patin Ingrid Rauch hat den Kurs als „Kraftquelle“ erlebt.

„Wie gehen wir mit Situationen um, in der wir mit Verlust und Abschied konfrontiert werden?“ Für Maike Kreutz war der Austausch im Kurs eine Bereicherung.

„Wie gehen wir mit Situationen um, in der wir mit Verlust und Abschied konfrontiert werden?“ Für Maike Kreutz war der Austausch im Kurs eine Bereicherung.

„Wir übernehmen Aufgaben, für die in den Familien wenig Zeit bleibt, wie die Betreuung der Geschwisterkinder. Ich freue mich, auf das was kommt.“, sagt Pate Frank Fäßler.

„Wir übernehmen Aufgaben, für die in den Familien wenig Zeit bleibt, wie die Betreuung der Geschwisterkinder. Ich freue mich, auf das was kommt.“, sagt Pate Frank Fäßler.