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15.08.2013

Geduld und Sorgfalt ebnen den Weg zum Arbeitsmarkt

KRESSBRONN – "Ich arbeite gern mit Pflanzen", erklärt Melanie Rosenberger, während sie sich über eine von etwa 6 000 Geranien der Eriskircher Gärtnerei Elflein beugt und zielsicher ein welkes Blatt herauszupft. Auch wenn sie es nicht so recht in Worte fassen kann, merkt man ihr doch an, wie stolz sie auf ihren Betriebsintegrierten Arbeitsplatz ist, der einen Schritt in den allgemeinen Arbeitsmarkt bedeutet. "Die Pflanzen sind Melanies Welt, nicht das Reden", sagt Chefin Hildegard Elflein anerkennend und Projektleiterin der Liebenauer Arbeitswelten (Stiftung Liebenau) Danja Gründler ergänzt: "Es geht darum, vorhandene Stärken zu stärken."


Melanie topft gern um

"Umstöpseln!", antwortet Melanie Rosenberger auf die Frage nach ihrer liebsten Tätigkeit in der Gärtnerei Elflein. Hildegard Elflein, die gemeinsam mit ihrem Mann Alfred und ihrer Tochter Cornelia Elflein den Betrieb führt, lacht, und erklärt: "Ja, Melanie, topft gerne hingebungsvoll um. Sie kann sich gut auf so etwas konzentrieren, ist gerne allein." Aber auch beim Pikieren habe sie eine "Wahnsinnsgeduld" und beim "Ausputzen" der Pflanzen entferne sie welke Blätter oder verblühte Blüten"„wirklich sorgfältig". "Eigentlich ist Melanie immer glücklich, wenn sie etwas selbstständig erledigen kann. Sie sortiert zum Beispiel auch eigenständig die entsprechenden Pflanzen zu einem Musterblumenkasten oder richtet anhand einer Liste Bestellungen für die Gartencenter. Nur im Verkauf ist sie nicht so gern und nicht so gut – muss sie aber auch nicht sein", sagt die Chefin.

Beschäftigte mit Berufserfahrung

Seit Februar arbeitet Melanie Rosenberger – befristet auf zwei Jahre – im Rahmen eines Betriebsintegrierten Arbeitsplatzes in der Gärtnerei Elflein. Zuvor hatte sie bereits zwei einmonatige Praktika dort absolviert. In diesen beiden Phasen auf dem Weg in ein reguläres Arbeitsverhältnis behalten die Menschen mit Behinderung den Status eines Mitarbeiters der WfbM (Werkstatt für Menschen mit Behinderung) und werden von einer Fachkraft, dem Jobcoach, begleitet. "In Melanies Fall bin ich vor allem Ansprechpartnerin", sagt Jobcoach Claudia Kempe, "eine begleitende Einarbeitung mit pädagogischen Hilfsmitteln war bei ihr nicht nötig. Sie kennt die Abläufe und auch viele Pflanzen mit Namen - war sie doch schon rund zehn Jahre in der WfbM der Liebenauer Gärtnerei beschäftigt."

In der Gärtnerei Elflein geht das Lernen weiter: "Um Bestellungen richten zu können, muss Melanie auch die lateinischen Namen unserer Pflanzen kennen", sagt die Chefin und trainiert mit ihr, wann immer sie auf einen solchen stoßen. "Lernen soll sie außerdem das richtige Gießen, das ist nämlich eine heikle Sache, und später vielleicht auch, die Topfmaschine zu bedienen" – fragend schaut sie zu Melanie Rosenberger, die glücklich nickt.

Eine Chance, sich weiterzuentwickeln

"Vor kurzem wollte Melanie wissen, ob sie nicht für immer in der Gärtnerei Elflein bleiben könne. Die Arbeit gefällt ihr gut und außerdem möchte sie gern ihren Lebensunterhalt eigenständig verdienen", berichtet Danja Gründler, Leiterin des Projekts Jobcoaching der Liebenauer Arbeitswelten. "Wir haben mit Frau und Herrn Elflein darüber gesprochen und – ja, es klappt! Melanie bekommt eine Chance, sich in ihrem Betrieb weiterzuentwickeln."

 


 

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Gruppenfoto vor einem Blütenteppich (v.l.): Chefin Hildegard Elflein, Jobcoach Claudia Kempe, Projektleiterin Danja Gründler und Melanie Rosenberger, die seit Februar im Rahmen eines Betriebsintegrierten Arbeitsplatzes in der Gärtnerei Elflein beschäftigt ist.

Gruppenfoto vor einem Blütenteppich (v.l.): Chefin Hildegard Elflein, Jobcoach Claudia Kempe, Projektleiterin Danja Gründler und Melanie Rosenberger, die seit Februar im Rahmen eines Betriebsintegrierten Arbeitsplatzes in der Gärtnerei Elflein beschäftigt ist.