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15.11.2013

Eine Therapie fürs Selbstbewusstsein

WANGEN/SCHAUWIES – Das AIP der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) bietet neben der Beschäftigung in der Werkstatt zusätzlich arbeitsbegleitende Maßnahmen an. Die Angebote dienen der kognitiven und der körperlichen Förderung von Menschen mit Behinderung. In diesem Jahr hat das AIP in Schauwies (ArbeitsIntegrationsProjekt) eine Kooperation mit einer Reittherapeutin begonnen. Die Beschäftigen sind begeistert.


Einfühlsam, fordernd, direkt

Conny Mai* begegnet in ihrem Alltag vielen Ängsten. Valentin Haas* kann nicht still sitzen. Sven Schmid* braucht Anreize, um sich zu bewegen. Jeder ist individuell und benötigt eine andere Art der Herangehensweise: einfühlsam, fordernd, direkt. Um den Beschäftigten das Ankommen zu erleichtern, zeigt Reittherapeutin Tanja Weber den Hof, die Ställe und ihre Pferde. "Auf der Weide bewegen wir uns ruhig und sprechen leise." Die Aufregung der Teilnehmer legt sich spürbar. Gemeinsam führen sie die beiden Haflinger Bronka und Nicki unter das Stallvordach. "Ihr dürft sie gern streicheln." Sven Schmid geht ganz nah hin, ist überraschend still, streicht dem Pferd behutsam über den Rücken, fühlt das Tier mit seinen Händen. Conny Mai gelingt die Hinbewegung zum Pferd nur mit Unterstützung von Simone Denes. Die Ergotherapeutin ist verantwortlich für den Fachdienst im AIP und hat das heilpädagogische Reiten in die Wege geleitet.

Die Wolken vom Himmel holen

Sven Schmid ist mit dem Putzen und Striegeln fertig. "Fühl mal", ermutigt ihn die Reittherapeutin, das weiche Fell zu ertasten. Der junge Mann berührt mit der Hand vorsichtig das Pferd, genießt die Wärme des Tieres, wirkt ganz ausgeglichen. "Es sind die Pferde", sagt Tanja Weber. "Sie sind meine Co-Therapeuten und strahlen eine innere Ruhe aus." Immer wieder unterstützt sie den Kontakt zum Pferd, stellt das Wahrnehmen in den Vordergrund: "Wie fühlt es sich an, wenn mir das Pferd ganz nahe kommt, wenn ich mein Gesicht auf das warme Fell lege?" Sven Schmid darf zuerst reiten. Beeindruckt sitzt er auf dem Pferd, kein Laut ist zu hören. "Atmen nicht vergessen", erinnert ihn die Reittherapeutin. Zunehmend richtet sich der junge Mann auf, wird mutiger und lockerer. Tanja Weber führt das Pferd, fordert ihn auf, die Augen zu schließen, den Haltegriff am Sattel loszulassen und "die Wolken vom Himmel zu holen." Die Bewegung mit dem Pferd wird leicht.

Für mehr Selbstwert

"Reittherapie fördert den Mensch mit all seinen Sinnen", erklärt Tanja Weber. "Sie stärkt die Koordination, die Konzentration, das Gleichgewicht und das Körpergefühl." Simone Denes hat festgestellt: "Die Reittherapie ist gut für das Selbstbewusstsein." So ist Conny Mai auf ihre erste Begegnung mit dem Pferd unbändig stolz. Mit Hilfe von Ergotherapeutin Simone Denes, von Reittherapeutin Tanja Weber und durch das ruhige Wesen der Pferde hat sie für eine Weile ihre Angst überwunden. Ein tolles Erfolgserlebnis für die ängstliche Frau. Um die Beschäftigten weiterhin gezielt zu fördern will das AIP die Reittherapie auch im nächsten Jahr wieder anbieten.

*Namen von der Redaktion geändert

 


 

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Das AIP (ArbeitsIntegrationsProjekt) der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) in Wangen-Schauwies kooperiert mit einer Reittherapeutin. Für viele Beschäftigten ist die Arbeit mit den Pferden eine Herausforderung. In der Reittherapie lernen sie, Ängste zu überwinden, ganz sich selbst und dem Pferd zu vertrauen.

Das AIP (ArbeitsIntegrationsProjekt) der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) in Wangen-Schauwies kooperiert mit einer Reittherapeutin. Für viele Beschäftigten ist die Arbeit mit den Pferden eine Herausforderung. In der Reittherapie lernen sie, Ängste zu überwinden, ganz sich selbst und dem Pferd zu vertrauen.