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08.05.2014

World-Café eröffnet Dialoge zur Inklusion

TETTNANG – Der Gesetzgeber fördert und fordert die Gleichwertigkeit von Menschen mit Behinderung. Die St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) und die Diakonie Pfingstweid haben zum Erfahrungsaustausch ins World-Café eingeladen. Zahlreiche Bürger meldeten sich zu Wort.


Zukunft mitgestalten

Das Sozialministerium hat klare Anweisungen gegeben, das Thema Inklusion weiter nach vorne zu bringen. Bernhard Hösch von der St. Gallus-Hilfe ermutigt die rund 65 Besucher, die Zukunft der Kommune mitzugestalten. "In Kürze wählen Sie ein neues Gemeindeparlament. Sie bestimmen, was hier in Tettnang geschieht." Zum ersten Mal haben die St. Gallus-Hilfe und die Diakonie Pfingstweid gemeinsam zu einem solchen Dialog eingeladen, eröffneten in der Stadtbücherei Tettnang einen Erfahrungsaustausch rund um das Thema Inklusion. Rainer Barth, Sozialplaner am Landratsamt Bodenseekreis, ist von der Initiative begeistert und lobt die offensive Auseinandersetzung in der Gemeinde mit der Teilhabe von Menschen mit Behinderung.

Im Dialog bleiben

"Damit Inklusion funktioniert, damit Menschen mit Einschränkungen selbstständig und ambulant begleitet in Gemeinden leben können, braucht es eine Offenheit in den Kommunen, in den Köpfen und in den Herzen", so Barth. Der Sozialplaner appelliert an die Besucher: "Wir sind die, die in den Weg einsteigen und Zeichen der Inklusion setzen." Bürgermeister Bruno Walter schätzt die Begegnung: "Die Inklusion muss Wellen schlagen." Walter macht Mut: "Ich bin überzeugt, der Dialog ist eine zentrale und wichtige Aufgabe für die Zukunft." Walter fordert menschliche Lösungen: "Jeder ist Teil des globalen Wirtschaftssystems. Jeder hat Talente und Fähigkeiten." Er macht Menschen mit Einschränkungen Mut, ihren Platz in der Gesellschaft einzunehmen, zu spüren: "Wir können etwas! Wir sind da!"

Inklusion geht alle an

Nils Pasternak und Felix Heckenberger von der St. Gallus-Hilfe haben sich für die Methode des World-Cafés entschieden. An sechs moderierten Thementischen zur Inklusion diskutieren und dokumentieren die Teilnehmer Erfahrungen und Wünsche für die Zukunft. Mit dem Rollstuhl, dem Rollator oder Kinderwagen an Treppen zu scheitern, der eingeschränkte öffentliche Nahverkehr, fehlende soziale Netzwerke – im Gespräch miteinander entdecken sie "Barrieren", die Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen betreffen.

Begegnungen begleiten

Die Arbeitsgruppe "Bildung & Freizeit" fordert eine leichte Sprache und wünscht sich mehr Möglichkeiten der Teilnahme am Vereinsleben. "Die Bereitschaft zur Integration ist vorhanden", bestätigt Fritz Mäser von der Diakonie Pfingstweid. "Dafür brauchen wir Kümmerer, die engagiert und freiwillig die Begegnung begleiten." Am Tisch der "Arbeitsleben" wird die berufliche Begleitung thematisiert, Arbeitsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote besprochen. Oft sind es die kleinen Dinge, die den Umgang miteinander erleichtern, resultiert die Arbeitsgruppe "Junge Welt". Die Teilnehmer wünschen sich "Zeit und Geduld für ein achtsames Miteinander."

Lichtblicke

In Tettnang begleitet der Ambulante Dienst der St. Gallus-Hilfe 45 Menschen mit Einschränkungen. "Sie sind in der Gemeinde angekommen", bestätigt Brigitte Sauter-Notheis. Die Sozialpädagogin moderiert den Thementisch "Bürger" und erlebt den Dialog wohlwollend und zugewandt. In der Arbeitsgruppe "Gesundheit" kommen positive Erfahrungen aus inklusiven Kursangeboten zutage. In der Arbeitsgruppe "Senioren" stellen die Teilnehmer fest: "Barrierefreiheit, leichte Sprache und soziale Netzwerke sind für alle Senioren, mit und ohne Behinderung, wichtig."

Ausblick

Die Ergebnisse werden von dem Organisationsteam gesichtet und den Teilnehmern des Abends zugesandt. Ebenso wird die Auswertung der kommunalen Verwaltung zur Verfügung gestellt. Über die Kontakte und Begegnungen hinaus soll langfristig ein tragfähiges Netzwerk aller Akteure aufgebaut werden, damit die gesammelten Ideen in der Tettnanger Kommunalpolitik weiterwirken können.

 


 

Kontakt:
Liebenau Teamwork Kommunikation GmbH
Sekretariat Presse
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
Telefax 07542 10-1117
info@teamwork-kommunikation.de
www.teamwork-kommunikation.de

Die Inklusion liegt ihnen am Herzen (v.l.): Heribert Danner, Patrizia Pechan (Diakonie Pfingstweid), Rainer Barth, Sozialplaner am Landratsamt Bodenseekreis, Bürgermeister Bruno Walter, Bernhard Hösch (St. Gallus-Hilfe) und Nils Pasternak von den Ambulanten Diensten der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau).

Die Inklusion liegt ihnen am Herzen (v.l.): Heribert Danner, Patrizia Pechan (Diakonie Pfingstweid), Rainer Barth, Sozialplaner am Landratsamt Bodenseekreis, Bürgermeister Bruno Walter, Bernhard Hösch (St. Gallus-Hilfe) und Nils Pasternak von den Ambulanten Diensten der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau).

Brigitte Sauter-Notheis von den Ambulanten Diensten Tettnang der St. Gallus-Hilfe moderiert die Tischgespräche zum Thema "Bürger".

Brigitte Sauter-Notheis von den Ambulanten Diensten Tettnang der St. Gallus-Hilfe moderiert die Tischgespräche zum Thema "Bürger".

Inklusion macht Spaß: Nils Pasternak von der St. Gallus-Hilfe (2.v.r.) und Rainer Barth, Sozialplaner am Landratsamt Bodenseekreis (3.v.r.), schauen den Teilnehmern am Thementisch "Freizeit & Bildung" über die Schultern.

Inklusion macht Spaß: Nils Pasternak von der St. Gallus-Hilfe (2.v.r.) und Rainer Barth, Sozialplaner am Landratsamt Bodenseekreis (3.v.r.), schauen den Teilnehmern am Thementisch "Freizeit & Bildung" über die Schultern.

In der Leseecke diskutieren und dokumentieren die Teilnehmer der Tischgespräche "Junge Welt" ihre Erfahrungen mit Inklusion in Kindergarten und Schule.

In der Leseecke diskutieren und dokumentieren die Teilnehmer der Tischgespräche "Junge Welt" ihre Erfahrungen mit Inklusion in Kindergarten und Schule.