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28.07.2014

In Brochenzell entsteht Wohnhaus für 24 Menschen mit geistiger Behinderung

MECKENBEUREN-BROCHENZELL – Ein Wohnhaus für 24 erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung baut die Stiftung Liebenau im Zuge der Dezentralisierung von Wohn- und Beschäftigungsangeboten mitten in Brochenzell. Ihre Tochtergesellschaft St. Gallus-Hilfe wird es nach Fertigstellung betreiben. Mit dem Spatenstich wurde am 24. Juli der offizielle Baubeginn eingeläutet.


Individuelle Wohngemeinschaften

"Hier entwickeln sich neues Leben und neue Bezüge", sagte Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand der Stiftung Liebenau. Es erstes begrüßte er einen Teil der künftigen Bewohner, die in absehbarer Zeit mitten in Brochenzell wohnen werden. Geplant sind in unmittelbarer Nachbarschaft zum Pflegeheim St. Josef auf einer Fläche von mehr als 1000 Quadratmetern Wohngemeinschaften für jeweils vier bis fünf Personen sowie Einzimmerappartements. Die Gesamtbaukosten betragen rund 2,3 Millionen Euro, von denen das Land Baden-Württemberg 856.000 Euro trägt.

Möglichst viele sollen möglichst normal leben

"Unser Ziel ist, dass möglichst viele Menschen möglichst normal mitten unter uns leben", betonte Brock. Keinesfalls wolle sich die Stiftung Liebenau im Zuge der Dezentralisierung an den Rand drängen lassen. "Dann könnten wir dort bleiben, wo wir sind", so Brock mit Blick auf die Komplexeinrichtungen in Liebenau, Rosenharz und Hegenberg. Ziel sei, passgenau für jede Person die richtige Art zu leben und zu arbeiten zu finden. So biete die St. Gallus-Hilfe ein breites Spektrum vom Ambulant Betreuten Wohnen bis zur hochspezialisierten Facheinrichtung.

Gemeinde mit Modellcharakter

Andreas Köster, Sozialdezernent des Bodenseekreises, dankte in erster Linie den Partnern – allen voran der Gemeinde Meckenbeuren. "Der Respekt und die Wertschätzung, mit der sie den Menschen begegnen hat Modellcharakter." Die Arbeit der Stiftung Liebenau und ihrer Gesellschaften nannte Köster "absolut bemerkenswert". Nach dem Prinzip der Sozialraumorientierung verfolge sie die Maxime von "Mittendrin statt nur dabei" und arbeite mit an einer lebenswerten Gesellschaft, die von ihrer Heterogenität lebe.

"Leute, es kommen Leute!"

Bürgermeister Andreas Schmid unterstrich, wie sehr der Gemeinderat hinter dem Wohnhaus für Menschen mit Behinderung stehe. "Unsere Aufgabe ist es, die Bürger geistig mitzunehmen", sagte Schmid. Manchmal wolle er ihnen zurufen: "Leute, es kommen Leute!" Ein wichtiger Schritt sei die Bürger-Information in Zusammenhang mit dem Neubau gewesen. "Vielleicht kommen wir aber so weit, dass wir wegen solchen Häusern keine Info-Veranstaltungen mehr brauchen", wünschte sich der Bürgermeister. Im Blick habe die Gemeinde Meckenbeuren mit dem Thema Arbeit bereits das nächste Projekt.

Haus für Menschen mit höherem Hilfebedarf

Markus Wursthorn, Bereichsleiter der St. Gallus-Hilfe, konkretisierte, dass in Brochenzell ein Haus für Menschen mit höherem pflegerischem Hilfebedarf geplant sei. "Sie sollen hier gut begleitet und unterstützt werden." Die meisten der künftigen Brochenzeller Bürger wohnen im Moment in Hegenberg. Bereits seit sieben Jahren leben Menschen mit Behinderung in der Villa Gaissmaier in Meckenbeuren. Einer von ihnen ist Walter Schilling, der regelmäßig den örtlichen Seniorentreff St. Maria besucht. "Hier kommt man einfach unter die Leute", erzählte der Rentner, der sich sehr wohl in der Gemeinde fühlt.

Sich grüßen ist Teil der Inklusion

Markus Wursthorn machte deutlich, dass für ein gutes nachbarschaftliches Miteinander gar nicht viel nötig ist. "Sich grüßen und ein kleines Schwätzchen auf der Straße sind schon Teil der Inklusion." In ihren Dank schlossen alle Redner auch die Nachbarn und das Architektenteam um Markus Müller, Olaf Arndt und Dietmar Kathan ein. Baubeginn ist im September, die Fertigstellung ist für April 2016 geplant.

 


 

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Spatenstich für ein Wohnhaus für 24 Menschen mit Behinderung in Brochenzell (von links): Marco Nauerz, Leiter Bauabteilung Stiftung Liebenau, Heimbeiräte Elfriede Heim und Michael Schaber, Bürgermeister Andreas Schmid, Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand der Stiftung Liebenau, Sozialdezernent Andreas Köster, Architekten Dietmar Kathan und Markus Müller, Markus Wursthorn, Bereichsleiter der St. Gallus-Hilfe, Christoph Braunwarth, Bauabteilung Stiftung Liebenau, und Elmar Rebmann, Bewohner der Villa Gaissmaier.

Spatenstich für ein Wohnhaus für 24 Menschen mit Behinderung in Brochenzell (von links): Marco Nauerz, Leiter Bauabteilung Stiftung Liebenau, Heimbeiräte Elfriede Heim und Michael Schaber, Bürgermeister Andreas Schmid, Prälat Michael H. F. Brock, Vorstand der Stiftung Liebenau, Sozialdezernent Andreas Köster, Architekten Dietmar Kathan und Markus Müller, Markus Wursthorn, Bereichsleiter der St. Gallus-Hilfe, Christoph Braunwarth, Bauabteilung Stiftung Liebenau, und Elmar Rebmann, Bewohner der Villa Gaissmaier.

Meckenbeurens Bürgermeister Andreas Schmid (vorne rechts), Nachbarn und potenzielle Bewohner sind zum Spatenstich des neuen Wohnhauses in Brochenzell gekommen.

Meckenbeurens Bürgermeister Andreas Schmid (vorne rechts), Nachbarn und potenzielle Bewohner sind zum Spatenstich des neuen Wohnhauses in Brochenzell gekommen.

Wohnbereichsleiter Markus Wursthorn (links) tauschte sich mit Walter Schilling über die Vorzüge des Wohnens mitten in der Gemeinde von Meckenbeuren aus.

Wohnbereichsleiter Markus Wursthorn (links) tauschte sich mit Walter Schilling über die Vorzüge des Wohnens mitten in der Gemeinde von Meckenbeuren aus.