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04.08.2014

Nach der WM ist vor der WM

MECKENBEUREN/HEGENBERG - Nach der WM ist vor der WM – für niemanden gilt dies aktueller, als für zwei Kicker von Lokomotive Hegenberg (St. Gallus-Hilfe/Stiftung Liebenau). Sie reisen im Kader der deutschen Nationalmannschaft zur Weltmeisterschaft für Menschen mit geistiger Behinderung nach Brasilien. Seit Monaten trainieren Florian Schumacher und Marcus Stehle neben Schule und Ausbildung nicht nur in ihrer eigenen Mannschaft "Lokomotive Hegenberg", sondern auch in Trainingslagern mit der Nationalmannschaft in verschiedenen deutschen Städten. Am 10. August steigen sie mit Trainerteam und weiteren 16 Spielern in den Flieger nach Sao Paulo.


Wir sind dabei!

Mittwochnachmittag: Training auf dem Hegenberger Fußballplatz. Die Trikots der Kicker tragen die Namen von Götze und Reus. Es wird viel gelacht. Kraftausdrücke fallen, Buhrufe ausgestoßen. Die Kicker raufen sich zusammen. Sie spielen gegeneinander und miteinander. Florian Schumacher ist Torwart bei "Lokomotive Hegenberg". Flink bewegt er sich im Tor, hechtet und – hält. Der brillante Torwart ist aber auch als Stürmer super, lobt ihn der Trainer Marcel Wohlgemuth. Unter dem Mitarbeiter der St. Gallus-Hilfe und in der Mannschaft "Lokomotive Hegenberg" hat sich Florian Schumacher zum guten Spieler entwickelt. Ebenso der 21-jährige Marcus Stehle, der im offensiven Mittelfeld spielt.

Im August fliegen beide zum großen Ereignis nach Sao Paolo: zur Weltmeisterschaft für Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung, ausgerichtet von der INAS - For para-athletes with an intellectual disability. Mehr als 70 Nationen und mehr als 120 000 Athleten mit einer geistigen Behinderung gehören der Organisation heute an. Weltmeisterschaften sind alle vier Jahre in insgesamt sieben Sportarten.

Im Kader der Nationalmannschaft

Entsendet wird die Fußballnationalmannschaft vom Deutschen Behindertensportverband (DBS). Bundestrainer Jörg Dittwar hat die Spieler bei diversen Turnieren gesichtet und macht die Mannschaft mit Spielern aus dem ganzen Bundesgebiet seit einigen Monaten fit für das internationale Turnier. Insgesamt spielen neun Mannschaften in Sao Paolo um den Titel. Die deutsche Mannschaft ist zunächst in der Gruppe mit Südafrika und Polen. Außerdem spielen Mannschaften aus Brasilien, Argentinien, Frankreich, Japan, Saudi-Arabien und Schweden. Um zu den Chancen der eigenen Mannschaft was sagen zu können, fehlt den Hegenberger Spielern die Erfahrung. Doch unabhängig vom abschließenden Turnierplatz: Die Teilnahme ist schon außergewöhnlich.

Ein Schub für die Motivation

Doch zurück nach Hegenberg, dorthin wo der Grundstein gelegt wurde. Marcel Wohlgemuth trainiert die Mannschaft seit rund 13 Jahren. Erwin Hecht, unterstützt ihn seit vier Jahren ehrenamtlich. Wohlgemuth wird als Betreuer nach Brasilien mitreisen. Die sportlichen Leistungen der beiden jungen Männer sind gut. Die außergewöhnliche Situation fordert den Kickern aber nicht nur sportlich einiges ab. Ein straffes Programm wartet noch auf sie: letztes Vorbereitungstraining in Ingolstadt vom 3. bis 10. August. Von dort geht es direkt zum Flughafen nach München. Ankunft in Brasilien am 11. August. Turnierstart für die Deutschen am nächsten oder übernächsten Tag mit drei Spielen in sechs Tagen. Solche außergewöhnliche Situationen können schnell mental und emotional überfordern. Dann ist Wohlgemuth auch in Brasilien als Coach gefragt.

Bei all der positiven Aufregung ist es für beide Fußballer wichtig, in ihrem alltäglichen Leben geerdet zu bleiben. Die Motivation aus der WM-Teilnahme benötigt Florian Schumacher für seinen Schulabschluss und Marcus Stehle für einen guten Start ins Berufsleben nach abgeschlossener Ausbildung am Berufsbildungswerk Adolf Aich in Ravensburg. Mit Fußball als eines der schönsten Hobbys der Welt.

 

Weltmeisterschaft für Menschen mit geistiger Behinderung, Sao Paolo, Brasilien:

11. August 2014 bis 24. August 2014

www.inas.org

www.dbs-npc.de/fussball-id-aktuelles.html

 

 

 


 

Kontakt:
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www.teamwork-kommunikation.de

Florian Schumacher im Tor: Doch eigentlich spielt er beim Fußball auf jeder Position gerne.

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Im Zweikampf: Florian Schumacher und Roland Zimmermann. Zimmermann wäre auch gerne zur WM für Menschen mit geistiger Behinderung in Sao Paolo mitgefahren. Seinen Fußballkollegen drückt er die Daumen.

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