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03.09.2014

Musik und Spaß für ein gestärktes Miteinander

LIEBENAU – Dienstagnachmittag in Liebenau: Bewohner kommen zur Musiktherapie der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau). Derzeit nutzen sechs Menschen mit einer Behinderung das Einzelangebot. Außerdem geht Musiktherapeutin Sabine Meier mit ihren Instrumenten in einige Wohnhäuser in Liebenau zur Gruppentherapie. Seit zehn Jahren gibt es das Angebot, das gerne von den Bewohnern genutzt wird.


Erweiterung der Erfahrungswelt

Man hört Hufe über den Boden trampeln, ein dröhnendes Donnern, dann Vogelgezwitscher. Zwischendurch Pfiffe. Rhythmen mal schnell und laut, dann wieder langsam und leise. Julia Kranig tobt sich aus. Die Töne, Geräusche und Melodien erzeugt sie mit der großen Trommel, dem Klavier und der Flöte. Ihr Gesicht ist entspannt, es scheint ihr Spaß zu machen.

Julia Kranig kommt einmal die Woche in die Musiktherapie in Liebenau. Der eigens dafür eingerichtete Raum ist groß, hell und beherbergt viele unterschiedliche Instrumente. Neben Trommeln und Klavier auch eine Schlitztrommel und eine Klangliege, unter der Saiten gespannt sind. Die Vibrationen der angeschlagenen Saiten sind auf der Liege zu spüren. Auf viele wirkt dies ähnlich beruhigend, wie beim mit Saiten bespannten Monolini, das beim Spielen an den Körper angelehnt wird. Welche Instrumente zum Einsatz kommen, stimmt die Musiktherapeutin auf dem jeweiligen Klienten ab, auf dessen Wünsche sie selbstverständlich eingeht. "Manche brauchen dabei eine feste Struktur", schildert Sabine Meier. Mit der Musiktherapie will sie jedem eine Erweiterung der persönlichen Erfahrungswelt bieten. Ihre Stunden baut sie ressourcenorientiert auf, was die jeweiligen Stärken fördert.

Über viele Sinne wahrnehmbar

Musik wird auch noch über andere Sinne als nur das Ohr erlebt. Außerdem regt Musik zur Bewegung an. "Musik und Bewegung sind für mich eins", meint Sabine Meier. Mit Musik wird der eigene Körper häufig besser wahrgenommen. Lieder kombiniert sie daher oft mit Bewegungen. Zu Beginn der Einzelstunden fordert sie die Klienten auf, den eigenen Körper zu strecken, die Arme abzuklopfen oder über die Beine zu streichen, um ein Gefühl für den eigenen Körper zu bekommen.

Gruppentherapien stärken Miteinander

Neben den Einzelstunden bietet die Musiktherapeutin auch Gruppentherapien. Bevor sie sich auf den Weg in die Wohnhäuser in Liebenau macht, lädt sie ihren roten Wagen mit verschiedenen Instrumenten. Zehn bis zwölf Menschen aus unterschiedlichen Wohngruppen kommen dann zusammen, um zu singen und zu musizieren. Ältere oder immobilere Heimbewohner erhalten so die Möglichkeit an den Stunden teilzunehmen, die Trommel zu schlagen, Glockenspiele zu spielen und über die Gitarre zu streichen. Für viele bedeutet das eine willkommene Abwechslung in der Wochenstruktur. Für manche Bewohner ist es ausreichend, einfach dabei zu sein. Dann steht der soziale Kontakt im Mittelpunkt.

Musik bietet vielen die Möglichkeit, ihre Gefühle und Emotionen auszudrücken. Nicht selten wird dadurch die eigene Persönlichkeit gestärkt und stabilisiert. In der Gruppe wirkt das gemeinsame Spielen auch auf das Zusammengehörigkeitsgefühl. Heimbewohner können neue Seiten aneinander wahrnehmen und manch angespannte Situation untereinander löst sich mit Hilfe von Musik und Gesang auf.

Weitere Angebote in Sachen Musik

Neben den Musiktherapien leitet Sabine Meier auch den Liebenauer Chor mit rund 35 Menschen aus Liebenau und Hegenberg. In diesem Herbst feiert der Chor sein 30-jähriges Bestehen. Vor einem Jahr hat Sabine Meier außerdem die Tanz- und Bewegungsgruppe ins Leben gerufen, die allen Interessierten aus Liebenau und Hegenberg offen steht. Die gute Ausstattung mit unterschiedlichen Instrumenten, die bei allen Angeboten zum Einsatz kommen, und der Wagen ermöglichte der Förderverein der St. Gallus-Hilfe mit Spenden.

 

 


 

Kontakt:
Liebenau Teamwork Kommunikation GmbH
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Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
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Julia Kranig kommt einmal die Woche zur Musiktherapie der St. Gallus-Hilfe in Liebenau.

Julia Kranig kommt einmal die Woche zur Musiktherapie der St. Gallus-Hilfe in Liebenau.

Zum Einsatz kommen nicht nur Trommeln, sondern auch das Klavier.

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Musiktherapie in der Wohngruppe der St. Gallus-Hilfe in Liebenau: Auch weniger mobile Menschen können daran teilzunehmen.

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