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07.10.2014

Inklusion am Mittagstisch

ULM – Jeden Dienstag kochen und servieren Jugendliche mit Beeinträchtigungen das Mittagessen im Ulmer Weststadthaus. Senioren und Mitarbeiter von Betrieben in der Nachbarschaft, Schüler der angrenzenden Schulen und andere nutzen gern das günstige Angebot. Bei dem Projekt "Inklusion am Mittagstisch" handelt es sich um eine Kooperation zwischen der AG West, dem Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) des Berufsbildungswerks Adolf Aich, der berufsvorbereitenden Einrichtung (BVE) und der St. Gallus-Hilfe, mit dem Ziel, die Jugendlichen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt vorzubereiten.


Praktische Arbeit macht Spaß

"Guten Appetit", sagt Nicole Schlegel. Sie ist Schülerin in der BVE und serviert einem Gast im Weststadthaus das Mittagessen. Es gibt Schwäbische Maultaschen mit Kartoffelsalat. Zuvor hat sie zusammen mit drei ihrer BVE-Mitschüler unter fachkundiger Anleitung von Küchenmeisterin Claudia Allinger von der St. Gallus-Hilfe die Kartoffeln für den Salat geschnippelt, Salatblätter für die Dekoration auseinander gezupft und die geschmälzten Zwiebeln auf die Maultaschen geschöpft. "Es macht Spaß, hier richtig praktisch zu arbeiten", meint Nicole Schlegel nach ihrem Arbeitstag im Weststadthaus. "Mir gefällt es auch gut, aber es ist schon ein wenig anstrengend", fügt BVE-Schüler Gökhan Önver hinzu.

Inklusion soll Normalität werden

Für Hausmanagerin Banu Cengiz Öner ist Inklusion im Weststadthaus bereits eine Selbstverständlichkeit. "Ich sehe den Inklusionsbegriff auch im Zusammenhang mit Migranten und Senioren." Gemeinsam mit der St. Gallus-Hilfe hoffe sie, dass Inklusion noch mehr zur Normalität und damit sichtbarer werde. Bereits jetzt zeichne sich ab, dass der Mittagstisch mit den Jugendlichen an einem Tag pro Woche funktioniere. "Vielleicht lässt sich das ja noch weiter ausbauen", blickt Öner in die Zukunft. Immer wieder ergebe sich die Gelegenheit zu einem kleinen Gespräch, von dem sowohl die Jugendlichen als auch die Gäste profitieren.

Schritt auf den ersten Arbeitsmarkt

Eine enge Zusammenarbeit findet zwischen der BVE und dem Regionalen Ausbildungszentrum statt. "Die Teilnehmer sollen in den ersten Arbeitsmarkt hineinschnuppern und nach Möglichkeit Fuß fassen", erklärt Abteilungsleiterin Birgit Simon. Im "Inklusiven Mittagstisch" im Weststadthaus sieht sie ein Projekt, von dem alle Beteiligten profitieren. Dies unterstreicht Küchenmeisterin Claudia Allinger: "Hier haben die Jugendlichen die Chance, praktische Erfahrungen zu sammeln, und das kann angesichts des Fachkräftemangels in der Gastronomie nur von Vorteil sein." Pädagogisch unterstützt wird sie von Sonderpädagogin Kathrin Weidle von der Gustav-Werner-Schule. "Im Umgang mit den Gästen erleben die Jugendlichen Normalität, sie nehmen keine besondere Rücksicht – und das ist eine gute Erfahrung", stellt sie fest.

Unterstützt von Aktion Mensch

"Inklusion am Mittagstisch" ist eine Aktion im Rahmen des Ulmer Inklusionsprojekts – gefördert durch die "Aktion Mensch" – das sich aktuell noch in der Vorlaufphase befindet und hoffentlich ab November für drei Jahre ins Hauptprojekt gehen kann. "Unser Ziel ist, dass es auch nach Ablauf dieser drei Jahre weitergeht", wünscht sich Projektleiter Bernhard Hösch von der St. Gallus-Hilfe. Zuständig für die Projektkoordination vor Ort in Ulm ist Christiane Zeman von den Ambulanten Diensten.

 


 

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Küchenmeisterin Claudia Allinger (re.) von der St. Gallus-Hilfe leitet Gökhan Önver (li.) und Daniel Sommer, Schüler der Berufsvorbereitenden Einrichtung, bei der Zubereitung des Mittagstisches im Ulmer Weststadthaus an.

Das haben wir für die Gäste im Ulmer Weststadthaus gekocht (v. li.): Die BVE-Schüler Daniel Sommer, Giuliano Marello, Gökhan Önver und Nicole Schlegel sind stolz auf ihre Arbeit.

Das Team des Projekts „Inklusion am Mittagstisch“ des Ulmer Weststadthauses (v. li.): Kathrin Weidle von der Gustav-Werner-Schule, Abteilungsleiterin Birgit Simon vom Regionalen Ausbildungszentrum, Küchenmeisterin Claudia Allinger von der St. Gallus-Hilfe, Weststadthaus-Managerin Banu Cengiz Öner und Projektleiter Bernhard Hösch.