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13.10.2014

Unterstützung beim Abenteuer Familie: wellcome feiert Geburtstag

Ravensburg - Fünf Jahre wellcome im Landkreis Ravensburg: Mit einem fröhlich-bunten Programm im Schwörsaal des Waaghauses ist der Geburtstag dieses mehrfach ausgezeichneten Hilfsangebots für junge Familien in Ravensburg gefeiert worden. Im Juli 2009 hatte die Stiftung Liebenau im Mehrgenerationenhaus in Ravensburg den ersten wellcome-Standort im Kreis eröffnet, ein Jahr später folgte die Jugendhilfeeinrichtung St. Anna mit dem zweiten Standort in Leutkirch. Bundesweit ist wellcome mittlerweile mehr als 250 Mal vertreten, in Baden-Württemberg gibt es aktuell 41 Standorte.


Kinderfreundliches Klima

Vertreter von Politik und Trägereinrichtungen, Koordinatorinnen und Ehrenamtliche hoben die präventive Bedeutung früher Hilfen, wie sie wellcome biete, hervor. Im Netzwerk psychosozialer Versorgung sei damit eine Lücke geschlossen worden, sagte Konrad Gutemann, Leiter des Jugendamts im Landkreis Ravensburg anerkennend. Und Christoph Gräf, Leiter des Bereichs Kinder, Jugend und Familie der St. Gallus-Hilfe der Stiftung Liebenau, erklärte: "Wir wollen einen Betrag für ein kinder- und familienfreundliches Klima in der Region leisten." Die Hilfen für junge Eltern sollten dabei "so früh und so niedrigschwellig wie möglich" zur Verfügung stehen.

2 650 Stunden verschenkt

Dass die Hilfen angenommen werden, beweisen Zahlen: 111 Familien hat wellcome in den vergangenen fünf Jahren im Kreis Ravensburg unterstützt und dabei "mehr als 2 650 Stunden an Familien und Kinder verschenkt", wie es bei der Feierstunde hieß. Jugendamtsleiter Gutemann zeigte sich erfreut und dankbar über das Angebot von wellcome, das die sozialräumliche und präventiv ausgerichtete Kinder- und Jugendhilfe des Landkreises unterstütze.

Lange Zeit habe die Jugendhilfe den Bereich der frühen Hilfen vernachlässigt, räumte er ein: Erst im Jahr 2006 seien "soziale Frühwarnsysteme" zum Thema geworden, 2010 folgte dann die Einrichtung der Koordinierungsstelle Frühe Hilfen und Kinderschutz. Das Bundeskinderschutzgesetz schließlich setze seit dem 1. Januar 2012 gleichermaßen auf Prävention und Intervention machte Gutemann klar.

Prävention zeigt Wirkung

Was die Intervention angeht, sieht der Jugendamtsleiter im Kreis Ravensburg – entgegen dem Bundestrend – keinen Anstieg: Während bundesweit seit 2007 die sogenannten Inobhutnahmen durch die Jugendämter um 43 Prozent zugenommen hätten, liege die Zahl im Landkreis seit 2009 fast unverändert bei rund 40 Fällen jährlich. Hier zeigten offensichtlich die Präventionsbemühungen Wirkung, die durch wellcome um ein weiteres wichtiges niederschwelliges Angebot erweitert würden.

"Durch die gut funktionierende Netzwerkarbeit ist wellcome auch bestens gerüstet, um krisenhafte Situationen früh zu erkennen und adäquat reagieren zu können", sagte Gutemann und dankte den Koordinatorinnen und Ehrenamtlichen, aber auch den Trägern, der Stiftung Liebenau und der Stiftung St. Anna Leutkirch, für deren Engagement, denn: "Ohne solche Träger würde es nicht funktionieren."

Bewältigbare Situation

Christoph Gräf erinnerte in seinem Rückblick an Erlebnisse und Erfahrungen, wie sie alle jungen Eltern kennen: An schlaflose Nächte und das Gefühl von Hilflosigkeit und Überforderung, an Unsicherheit und den Wunsch nach Unterstützung und Beistand. Genau hier sei wellcome verortet, im Bereich der Prävention. Also einer zuvorkommenden Hilfe, "die dazu beitragen kann, dass eine bewältigbare Situation bewältigbar bleibt", wie Gräf sagte.

Die Ehrenamtlichen, gern auch "wellcome-Engel" genannt, springen ein, wenn das familiäre Netz fehlt oder die Kräfte der jungen Eltern aufgebraucht sind, sie bieten eine unentgeltliche Hilfe an, "die niemanden stigmatisiert".

Neben den Ehrenamtlichen galt Gräfs besonderer Dank Bernadette Neidlein-Babic, die als Koordinatorin wellcome in Ravensburg von Beginn an begleitet, und Corinna Muderer, die diese Arbeit seit vier Jahren in Leutkirch tut. "Wir möchten junge Eltern beim Abenteuer Familie unterstützen", schloss Gräf, ehe Thomas Röhl mit seiner Zaubershow für Spannung und Stimmung bei großen und kleinen Zuschauern sorgte.

 

Weitere Infos zur Arbeit von wellcome finden Sie unter www.wellcome-online.de.

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation
Sekretariat Presse
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
Telefax 07542 10-1117
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de

 

 

Freuen sich über fünf Jahre wellcome im Kreis Ravensburg (v. li.): Caren Glück-Kretschmer, Landeskoordinatorin wellcome Bayern, Bernadette Neidlein-Babic, Koordinatorin im Kreis Ravensburg, Konrad Gutemann, Leiter des Jugendamts im Landkreis Ravensburg, ehrenamtliche Mitarbeiterinnen sowie Christoph Gräf, Leiter des Bereichs Kinder, Jugend und Familie der St. Gallus-Hilfe.

Konrad Gutemann, Leiter des Jugendamts im Landkreis Ravensburg

Christoph Gräf, Leiter des Bereichs Kinder, Jugend und Familie der St. Gallus-Hilfe.

Ein Platz für Kinder: Im Schwörsaal durfte gebaut, gemalt und gespielt werden.

Auch die Kinder kamen im Ravensburger Waaghaus auf ihre Kosten: Thomas Röhl beeindruckte mit seiner Zaubershow.