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02.03.2015

World Café in Tettnang: Aktive Bürgerbeteiligung beim Thema Inklusion

TETTNANG – In Tettnang gestalten die Bürger beim Thema Inklusion aktiv mit. Am Dienstag haben die Projektpartner St. Gallus-Hilfe, Diakonie Pfingstweid und die Stadt Tettnang die Öffentlichkeit zur ersten von vier Veranstaltungen eingeladen, die im Rahmen der Öffentlichkeitskampagne des Sozialministeriums Baden-Württemberg "DU ICH WIR Alle inklusive" in der Stadtbücherei Tettnang stattfinden.


Thema: Junge Menschen in Tettnang

Bei der Auftaktveranstaltung "World Café – Junge Welt" drehte sich alles um das Thema junge Menschen in Tettnang: Vom Kindergarten bis zum jungen Erwachsenenalter mit einer Beeinträchtigung. Eingeladen war in die barrierefrei zugängliche Stadtbücherei Tettnang, die bereits ein Ort gelebter Inklusion in Tettnang ist. Nach einer kurzen Begrüßung der knapp 60 Anwesenden berichteten vier Fachkräfte von ihrer alltäglichen Arbeit mit jungen Menschen in Tettnang und wie sie dabei mit dem Thema Inklusion in Berührung kommen.

Vom Fachdienst Teilhabe berichtete Doris Hog. Sie betonte, dass in ihrer Arbeit die soziale Integration der Kinder mit einer Einschränkung in Regelkindertageseinrichtungen im Fokus steht. Ihr Fazit: Inklusion muss bei den Kleinsten beginnen, um den Weg zu einer inklusiven Gesellschaft zu ebnen.

Man findet einen Weg

Christian Urff, Lehrer der Don-Bosco-Schule in der Integrationsklasse an der Manzenbergschule in Tettnang, unterrichtet täglich Kinder mit und ohne Behinderung in einer Klasse. Seine Erfahrung aus dem gemeinsamen Unterricht in der Integrationsklasse zeigt: "Wenn wir Inklusion wollen, findet man auch einen Weg!". Für ihn sind die persönliche Einstellung, die Zusammenarbeit im Team, das Schaffen passender Rahmenbedingungen und die Balance zwischen individuellen und gemeinsamen Lernphasen die entscheidenden vier Aspekte für Inklusion in der Schule. Um inklusiven Unterricht zu ermöglichen, muss Schule sich verändern: Die Schule muss sich an das Kind anpassen und nicht das Kind muss an eine passende Schule!  

Im Jugendhaus Tettnang, so Thomas Psenner, findet noch wenig offensichtliche Inklusion statt. Allerdings passt die offene Jugendarbeit, die nach den Prinzipien der Freiwilligkeit und Offenheit arbeitet in seinen Augen gut mit dem Thema Inklusion zusammen. Das Jugendhaus ist barrierefrei zugänglich und es sind alle willkommen. Allerdings gibt es auch noch Grenzen, so ist zum Beispiel das Personal dort nicht für die Bedarfe von Jugendlichen mit einer Beeinträchtigung geschult.  

Hannah Hengge und Brigitte Sauter-Notheis vom Ambulant Betreuten Wohnen, die auch junge Menschen in Tettnang begleiten, machen deutlich, dass Inklusion auch über das Jugendalter hinaus ein Thema sein muss. Junge Menschen mit Behinderung in Tettnang leben zwar in der Gemeinde, sind häufig aber nicht Teil der Gemeinschaft. Ihr Fazit: Inklusion ist, wenn aus dem DU und dem ICH ein WIR wird. 

Angeregte Diskussionsrunden

Nach den Impulsreferaten gingen die zahlreichen Besucher mit der Methode des World-Cafés in angeregte Diskussionsrunden. Betroffene Eltern, Fachkräfte verschiedener Einrichtungen, Jugendliche und junge Menschen aus Tettnang und weitere Interessierte kamen in drei Durchgängen an den vier moderierten Thementischen "Kinder und Familie", "Bildung", "Jugend" und "Betreuung junger Erwachsener" ins Gespräch und erarbeiteten konkrete Ziele für Tettnang. So ergab sich die Idee, eine Mappe für neue Bürger zu gestalten und diese durch Bilder und einfache Sprache auch für Menschen mit Handicap zugänglich zu machen. Eine inklusive Kooperation mit der Kirchengemeinde in Tettnang ist in den Gesprächen gelungen und im Bereich Bildung war ein Ergebnis, dass inklusive Bildung in Wohnortnähe ermöglicht werden muss und dass die Übergänge aus dem Kindergarten und nach der Schule in die Berufsausbildung noch Herausforderungen darstellen.

Inklusive Weiterentwicklung in Tettnang

Die ausführlichen Ergebnisse der konstruktiven Gespräche werden von dem Organisationsteam zusammengestellt und den Teilnehmern des Abends zugesandt. Außerdem wird die Auswertung der kommunalen Verwaltung zur Verfügung gestellt, die am Dienstagabend durch die stellvertretende Bürgermeisterin Frau Zwisler vertreten war. Über die Kontakte und Begegnungen hinaus soll zur inklusiven Weiterentwicklung in Tettnang beigetragen werden.

Im Laufe des Jahres folgen drei weitere Abende mit den Themen "Bürger als Senioren", "Arbeitswelt" und "Gesundheit", zu denen die Teilnehmer des Abends und alle anderen Tettnanger Bürger wieder recht herzlich eingeladen sind.

 

 


 

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Impressionen der Auftaktveranstaltung "World-Café - Junge Welt" in Tettnang.