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30.09.2015

Arbeit macht das Leben bunt

TETTNANG – Beim dritten Veranstaltungsabend des Kooperationsprojektes Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang Ende September drehte sich alles um das Thema Inklusion und Arbeit. Zahlreiche Besucher kamen wieder in die barrierefreie Stadtbücherei in Tettnang, um Inklusion in Tettnang zum Thema zu machen. Ein gelungener Abend mit buntem Publikum.


Arbeit schafft Identität, Gemeinschaft und Selbstbewusstsein

"Arbeit ist nicht alles, aber ohne Arbeit ist alles andere nichts", formulierte Jörg Munk, Geschäftsführer der St. Gallus-Hilfe, in seiner Einführung. Er machte damit auf die Wichtigkeit des Themas Arbeit, auch oder insbesondere für Menschen mit Beeinträchtigung aufmerksam. Seinen eigenen Lebensunterhalt verdienen zu können, stärke das Selbstbewusstsein, denn jeder möchte seinen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Außerdem schafft Arbeit Gemeinschaft und Identität und man lernt sich und insbesondere seine Stärken dabei besser kennen.

Inklusion ist in Tettnang Alltag

"Menschen mit Behinderung sind bei uns in Tettnang normal", betonte der Tettnanger Bürgermeister Bruno Walter bei seiner Begrüßung. Ihm ist das Kooperationsprojekt mit der St. Gallus-Hilfe und der Diakonie Pfingstweid wichtig, weil Talente sichtbar gemacht werden und die Bürgerschaft an das Thema Inklusion herangeführt werden. Deshalb unterstützt er das Projekt und stellte erneut die barrierefreien Räumlichkeiten der Stadtbücherei Tettnang zur Verfügung.

Auf dem Weg zum allgemeinen Arbeitsmarkt

Der Integrationsfachdienst (IFD) berät sowohl Arbeitgeber als auch Menschen mit Behinderung rund um das Thema Arbeit und Integration auf dem Arbeitsmarkt. Der ambulante Dienst ist ein neutraler Beratungsfachdienst für Menschen mit Behinderung, die in Arbeit kommen wollen oder für Menschen, die Arbeiten und dabei Unterstützung benötigen. Aber auch Arbeitgeber können sich vom IFD beraten lassen. "Wir sind immer froh, wenn Arbeitgeber offen für Praktika sind und ich möchte auch allen Mut machen, einen Arbeitsvertrag abzuschließen", erklärte Christa Hutt vom IFD Bodensee-Oberschwaben. Sie unterstützt Arbeitgeber auch bei der Beantragung von Fördermitteln, mit denen Arbeitgeber bis zu 70 Prozent des Lohns für Betreuungsaufwand oder Minderleistung erstattet bekommen.

Jobcoaches sind wie Fußballtrainer

Zahlreiche Beispiele zeigten, wie echte Inklusion am Arbeitsleben gelingen kann. So beispielsweise Sven Schmid, der inzwischen seit einem Jahr beim Bauhof in Friedrichshafen arbeitet. Begleitet wird er auf seinem Weg von Jobcoach Karin Schlichling-Lau. Sie erklärte: "Ein Jobcoach ist wie ein Fußballtrainer – er steht am Rand und gibt Tipps, wenn nötig."

Die Arbeitsbereiche mit Assistenz stellte Kai Wilde, Sozialdienst der Stiftung Liebenau, vor. Er berichtete, dass in der Werkstatt für behinderte Menschen 40 verschiedene Berufsfelder abgedeckt werden. Dort werden Talente gefördert und individuelle Fähigkeiten durch diverse Qualifizierungsmaßnahmen ausgebaut. So stellte er einen jungen Mann vor, der nach intensiver Fortbildung über 14 Monate den Führerschein Klasse L bestanden hat. Dieser berichtete stolz über seinen Erfolg. Im Anschluss an die fachlichen Impulse gab es einen regen Austausch, bei dem Fragen, Anregungen und Vorschläge gesammelt wurden, die gemeinsam mit den anderen Ergebnissen des Projektes im kommenden Frühjahr im Gemeinderat vorgestellt werden.

Projekt vom Sozialministerium gefördert

Das Projekt "Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang" ist ein Projekt im Rahmen des Programms "Gemeinsam sind wir bunt" des Sozialministeriums Baden-Württemberg. Das Tettnanger Kooperationsprojekt von St. Gallus-Hilfe, Diakonie Pfingstweid und der Stadt Tettnang gehört zu den 25 Förderprojekten. "Mit dem Projekt wollen wir Inklusion in Tettnang zum Thema machen und alle Akteure zusammenbringen", sagte Nils Pasternak von den Ambulanten Diensten der St. Gallus-Hilfe. Mit dem Programm "Gemeinsam sind wir bunt" soll das Bürgerschaftliche Engagement gestärkt und Lebensräume zu "Engagementräumen" entwickelt werden. Bei dem Tettnanger Projekt liegt der Fokus auf dem Thema Inklusion.

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Sekretariat Presse
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
Telefax 07542 10-1117
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de

www.stiftung-liebenau.de

 

 

Zahlreiche Besucher sorgten beim regen Austausch in der barrierefreien Stadtbücherei Tettnang bei der Veranstaltung "Arbeit macht das Leben bunt".

Zahlreiche Besucher sorgten beim regen Austausch in der barrierefreien Stadtbücherei Tettnang bei der Veranstaltung "Arbeit macht das Leben bunt".