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08.10.2015

Werkstatt ist verlässlicher Partnerbetrieb

ROSENHARZ – In den Liebenauer Arbeitswelten (Stiftung Liebenau) in Rosenharz arbeiten rund 70 Menschen mit einer Behinderung. Regionale Betriebe sorgen mit ihren Aufträgen dafür, dass sie in Produktionsabläufe einbezogen werden und so an der wirtschaftlichen Produktivität sowie am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Damit dies gelingen kann, werden von den Arbeitserziehern durchdachte und individuell zugeschnittene Arbeitsschritte geschaffen.

Selbständig arbeiten

Thomas H.* faltet kleine Schachteln. Sie sind vorgefalzt und bunt bedruckt. Später sollen sie verschiedene Zubehörteile für ein Experiment zum Inhalt haben. Kerstin Rimmele, Fachkraft für Arbeit und Bildung, zeigt ihm, auf was er achten muss, welche Laschen Thomas H. zuerst falzen muss, welche anschließend eingeklappt werden. Diese Arbeit ist ganz neu für Thomas H., daher braucht er eine intensivere Einweisung. "Nachdem du die Kartons gefaltet hast, stapelst du sie hier auf", bekommt er eine weitere Erläuterung. Der entsprechende Platz wird ihm gezeigt. Später bearbeitet Thomas H. die Arbeitsschritte selbstständig, wie er es sonst auch gewohnt ist.

Vielzahl von Leistungen

Solche Arbeiten gehören zum Alltagsgeschäft der Werkstatt in Rosenharz. In Rosenharz wird sortiert, etikettiert, kuvertiert. Personalintensive Montagearbeiten aller Art – von einfach bis komplex – werden ebenfalls durchgeführt. Auch das Verschweißen, Verpacken und Versenden von Waren gehört zu den Dienstleistungen. "Wir realisieren Konfektions- und Fertigungsarbeiten sowie industrielle Auftragsarbeiten", bringt es Albert-Jan Brunzema, Leiter der Werkstatt, auf den Punkt. "Immer wieder sind Betriebe über die große Bandbreite unserer Leistungen überrascht", schildert er.

Fachliche Anleitung

Verschiedene – überwiegend regionale Auftraggeber – liefern die "Rohware" oder einzelne Bestandteile ihres Auftrags an. Die rund 70 Menschen mit Behinderung im Alter von 18 bis 65 Jahren bearbeiten die Aufträge und werden dabei begleitet von sieben Arbeitserziehern. Zu deren Aufgabe gehört es, die Arbeitsschritte so zu gestalten und zu vereinfachen, dass jeder – egal wie groß der Unterstützungsbedarf ist – an der Arbeit beteiligt werden kann.

Die Werkstatt kann Aufträge fristgerecht gestalten. In Rosenharz gibt es genügend "Manpower" auch für kurzfristige und große Aufträge. Wird es einmal eng, ist ein großes Plus, dass Unterstützung aus den anderen Werkstätten der Liebenauer Arbeitswelten angefragt werden kann.

Grünlandpflege gefragt

Ein besonderer Zweig ist die Grünlandpflege, die die Werkstatt anbietet. Zwei Arbeitsgruppen sind mobil unterwegs. Die Beschäftigten und Fachkräfte mähen und pflegen Grünanlagen, schneiden Hecken, fällen Bäume und entsorgen das Grüngut. Die Gemeinde Bodnegg etwa nimmt diese Dienste seit vielen Jahren in Anspruch.

Finanzielle Vorteile und soziales Plus

Firmen können personalintensive Vorgänge auslagern, die in der Werkstatt bearbeitet werden. Die qualifizierte Arbeit der Werkstatt ist dokumentiert durch die Zertifizierung nach DIN ISO 9001/2008 seit dem Jahr 2010. Betriebe können mit der Beauftragung der Werkstatt auch die Ausgleichsabgabe nach § 140 SGB IX reduzieren. 50 Prozent der Leistungen durch die Werkstatt sind auf die vom Kunden zu zahlende Abgabe anrechnungsfähig. Außerdem gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz von 7 statt 19 Prozent.

Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Werkstatt und Wirtschaftsbetrieben hat also einige Vorteile. Einer ist dabei besonders bedeutsam, wie Brunzema zusammenfasst: "Die Betriebe ermöglichen Menschen mit Behinderung die Teilhabe am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben."

* Name geändert




 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Helga Raible, Pressesprecherin
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1238
helga.raible@stiftung-liebenau.de

www.stiftung-liebenau.de

 

 

 

 

Kerstin Rimmele (Fachkraft für Arbeit und Bildung) zeigt Thomas H. die einzelnen Arbeitsschritte, die er im Anschluss selbstständig ausführt.

Kerstin Rimmele (Fachkraft für Arbeit und Bildung) zeigt Thomas H. die einzelnen Arbeitsschritte, die er im Anschluss selbstständig ausführt.