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03.12.2015

Fischerwiese soll zum Synonym für Teilhabe werden

RAVENSBURG – Menschen mit und ohne Behinderung sollen in der Ravensburger Südstadt rund um die Wohnanlage Fischerwiese selbstverständlich zusammenleben. Mit gemeinsamen Freizeit- und Bildungsangeboten soll der Weg dafür geebnet werden. Die Projektträger - Geschäftsbereich Wohnen des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) und die St. Gallus-Hilfe erhielten dafür eine Förderung im Rahmen von "Impulse Inklusion" des Ministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren des Landes Baden-Württemberg. Nun gilt es das Projekt auf den Weg und in die Öffentlichkeit zu bringen. Mit im Boot und wichtige Partner der beiden Sozialeinrichtungen sind unter anderem die Stadt Ravensburg und die Volkshochschule.


Warum gerade die Fischerwiese?

Die Projektzuständige in der Fischerwiese heißt Uschi Klett und arbeitet bei der St. Gallus-Hilfe. Mit ihrer Erfahrung in der Gemeinwesenarbeit wird die Sozialarbeiterin zusammen mit weiteren Akteuren das Projekt gestalten. Doch warum eignet sich gerade die Fischerwiese in der Südstadt für solch ein inklusives Projekt? Hier gibt es 32 Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus der Stadt Ravensburg. Die Bewohnerschaft ist bunt gemischt. Verschiedene Kulturen sind vertreten, Familien mit Kindern, Alleinerziehende. Außerdem leben hier Klienten mit seelischer oder geistiger Behinderung, die vom ZfP beziehungsweise der St. Gallus-Hilfe begleitet werden. Gemeinschaftsräume und ein Büro für die Gemeinwesenarbeit sind im Quartier vorhanden. "Solche Einrichtungen und Anlaufstellen sind wichtige Voraussetzungen für ein gelingendes Miteinander", so die Erfahrung der Zuständigen.

Gemeinsame Entwicklung

Uschi Klett wird gemeinsam mit ihren Kolleginnen der beiden Einrichtungsträger und einem Programmrat die vorhandenen Ideen für Kurse zusammentragen, veröffentlichen und bewerben. Außerdem wird sie die Bewohner in der Fischerwiese und die umliegende Nachbarschaft über das Projekt informieren, sowohl persönlich als auch über Info-Veranstaltungen. Langfristig soll der Programmrat das Projekt Fischerwiese aktiv begleiten. Kochkurse, kreative Angebote, aber auch sportliche Aktivitäten werden künftig angeboten. Die Angebote sind über das Quartier in der Südstadt hinaus für andere Interessierte offen. "Engagierte, die Kurse anbieten und leiten, gibt es bereits einige", sagt Uschi Klett. Ein Großteil der Angebote wird in den Gemeinschaftsräumlichkeiten der Fischerwiese stattfinden.

Alle in einem Boot

"Die Stadt Ravensburg begrüßt die Kooperation ausdrücklich, die sich zum Ziel macht, die Behindertenrechtskonvention umzusetzen", erklärt Dr. Michael Konrad vom Geschäftsbereich Wohnen des ZfP und Träger des Projekts. Mit den Fördermitteln können Sach- und Personalkosten gestemmt werden. Die Förderung des Projektes im Rahmen des Projektes "Impulse Inklusion" weist dabei einige Besonderheiten auf: Aus 22 Projekten ist es das einzige geförderte in der Region Bodensee-Oberschwaben. Der Förderbetrag von 85.000 Euro ist der höchste den der Kommunalverband für Jugend und Soziales in Baden-Württemberg gewährt hat. Das Projekt trage in besonderer Weise dazu bei, dass das Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung zur Selbstverständlichkeit in der Gesellschaft werde, so die Begründung für die Förderung. Franz Walter, Leiter der Ambulanten Dienste der St. Gallus-Hilfe: "Ich wünschte mir, wir hätten mehr 'Fischerwiesen'.

 

Nähere Infos:

St. Gallus-Hilfe
Ambulante Dienste
Uschi Klett, Sozialarbeiterin
Tel.: 0751 366027-17
adrv@st.gallus-hilfe.de

 

 

Uschi Klett (links), die Projektverantwortliche von der St. Gallus-Hilfe, mit der Fischerwiese in Ravensburg im Hintergrund, die sich in besonderer Form für inklusive Quartiersarbeit eignet. Die beiden Klienten der St. Gallus-Hilfe möchten sich ins Projekt einbringen.

Uschi Klett (links), die Projektverantwortliche von der St. Gallus-Hilfe, mit der Fischerwiese in Ravensburg im Hintergrund, die sich in besonderer Form für inklusive Quartiersarbeit eignet. Die beiden Klienten der St. Gallus-Hilfe möchten sich ins Projekt einbringen.