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15.12.2015

Kreativwerkstatt Rosenharz stellt in Friedrichshafen aus

FRIEDRICHSHAFEN/ROSENHARZ – "Stehen bleiben, Staunen dürfen, Verständnis haben": Friedrichshafens Sozialbürgermeister Andreas Köster sieht die Weihnachtsausstellung im Graf-Zeppelin-Haus als Chance, Vorbehalte abzubauen. Zum ersten Mal sind dort auch Bilder der Kreativwerkstatt Rosenharz der Liebenauer Arbeitswelten zu sehen.


Staunen und Nachdenken

Es ist neu in der Häfler Weihnachtsausstellung, dass ausschließlich Bilder von Künstlern aus sozialen Einrichtungen zu sehen sind. Der Sozialbürgermeister schätzt die ganz eigene Qualität der Werke der Schule am See (KBZO), der Tannenhag-Schule, der Diakonie Pfingstweid und der Stiftung Liebenau. Die Ausstellung ist bis zum 18. Januar 2016 in der Eingangshalle im Graf-Zeppelin-Haus zu sehen. In seinem Grußwort würdigt Köster das Engagement der Künstler: "Ihre Bilder regen zum Staunen und Nachdenken an. Hier kommt niemand daran vorbei."

Begegnungen durch Kunst

"In der Kreativwerkstatt werden die Schaffenden zu Künstlern", so Thomas Edelbluth, Vorstand Diakonie Pfingstweid, in seiner Laudatio. Oft haben die Kunstschaffenden keine Worte, um sich mitzuteilen. Umso intensiver sind ihre Bilder ein Ausdruck ihrer Selbst und erlauben dem Betrachter eine Ahnung dessen, was die Künstler bewegt. "Es gelingt ihnen, sich in die Welt der Kunst außerhalb der Werkstatt einzufinden und das ist Normalität", betont Edelbluth. "Bei Begegnungen durch die Kunst spielen Hautfarbe, Kultur und psychische Beeinträchtigungen keine Rolle."

"Alles darf da sein"

Das Besondere an der Ausstellung ist, dass der Betrachter die Werke immer wieder neu entdecken kann. Es ist wahrnehmbar, dass sich die Künstler intensiv ihren Werken gewidmet haben. "Diese Tiefe gelingt, weil sie sich immer wieder aufs Neue ihrem Bild zuwenden", erklärt Kunsttherapeutin Irmgard Stegmann von der Kreativwerkstatt Rosenharz. "Der Ausdruck der Bilder verändert sich mit jedem Tag. Wir finden eine neue Form, andere Farben. Alles darf da sein. Für die Künstler ist es wichtig, dass sie sich mit ihrem Werk wohlfühlen, und das spüren wir als Betrachter."

Ahnung seines Selbst

Stefan Fricker, Leitung Bereich Arbeit und Bildung der Liebenauer Arbeitswelten, ist überzeugt: "Die Begegnung mit sich selbst ist mindestens genauso wichtig, wie die Begegnungen im Außen." Besonders Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, die keine Möglichkeiten haben, sich mitzuteilen, sind oft sehr unruhig und außer sich. "Wenn sie sich auf die Farben einlassen und zur Ruhe kommen, entsteht eine Ahnung, eine Neugierde für sich selbst. Und nur wer bei sich selbst angekommen ist, kann Begegnungen im Außen erleben. Die Kunsttherapie erlaubt ein ganz großartiges Lernfeld, und das zeigt sich in der Qualität der Bilder."

Eine besondere Zeit

Vielleicht passt auch deshalb die Ausstellung, die auf besonderes Hinwirken von Dr. Friederike Lutz, verantwortlich für die Koordinierungsstelle Kunst, ausschließlich von sozialen Einrichtungen bestückt wurde, so gut in die Weihnachtszeit. Eine Zeit, die das Innehalten erlaubt. Im Graf-Zeppelin-Haus finden zur Jahreswende zahlreiche Konzerte statt. Tausende Besucher gehen dort ein und aus. Köster ist sicher: "Sie werden an den Bildern kleben. Sie werden stehen bleiben und nachdenken." Die Ausstellung ist eine Weihnachtsbotschaft, eine Begegnung mit dem eigenen Selbst.

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de

www.stiftung-liebenau.de

 

 

Es kostet Monika Krug viel Kraft, den Pinsel zu halten. Aber "ohne malen mag ich nicht leben", erklärt sie.

Es kostet Monika Krug viel Kraft, den Pinsel zu halten. Aber "ohne malen mag ich nicht leben", erklärt sie.

Auch Anita Bruder von der Kreativwerkstatt Rosenharz stellt in Friedrichshafen aus. Die Strahlkraft ihrer Bilder beeindruckt. Anita Bruder (vorne) mit (v.l.) Dr. Friederike Lutz (Koordinierungsstelle Kunst Friedrichshafen), Stefan Fricker (Leitung Bereich Arbeit und Bildung, Liebenauer Arbeitswelten), Sozialbürgermeister Andreas Köster (Stadt Friedrichshafen) und Kunsttherapeutin Irmgard Stegmann (Kreativwerkstatt Rosenharz).

Auch Anita Bruder von der Kreativwerkstatt Rosenharz stellt in Friedrichshafen aus. Die Strahlkraft ihrer Bilder beeindruckt. Anita Bruder (vorne) mit (v.l.) Dr. Friederike Lutz (Koordinierungsstelle Kunst Friedrichshafen), Stefan Fricker (Leitung Bereich Arbeit und Bildung, Liebenauer Arbeitswelten), Sozialbürgermeister Andreas Köster (Stadt Friedrichshafen) und Kunsttherapeutin Irmgard Stegmann (Kreativwerkstatt Rosenharz).

Renate Hoffmann ist der Picasso unter den Rosenharzer Künstlern. In Sekundenschnelle zaubert sie ihre Figuren auf das Bild. Auf dem farbenstarken Hintergrund, den sie mit Unterstützung der Kunsttherapeutin geschaffen hat, wirken ihre Figuren "Erika und Martin" ganz leicht, unentwegt in Bewegung, wie die Künstlerin selbst.

Renate Hoffmann ist der Picasso unter den Rosenharzer Künstlern. In Sekundenschnelle zaubert sie ihre Figuren auf das Bild. Auf dem farbenstarken Hintergrund, den sie mit Unterstützung der Kunsttherapeutin geschaffen hat, wirken ihre Figuren "Erika und Martin" ganz leicht, unentwegt in Bewegung, wie die Künstlerin selbst.

Beim Betrachten der Bilder von Claudia Dannenmann eröffnet sich dem Betrachter eine abstrakte Sicht der Dinge, die Mut macht, sich von gewohnten Vorstellungen, Bildern und Erwartungen zu lösen.

Beim Betrachten der Bilder von Claudia Dannenmann eröffnet sich dem Betrachter eine abstrakte Sicht der Dinge, die Mut macht, sich von gewohnten Vorstellungen, Bildern und Erwartungen zu lösen.

Das Bild "Sonnentanz" ist ein Gemeinschaftswerk von Künstlerin Anita Bruder und Kunsttherapeutin Irmgard Stegmann.

Das Bild "Sonnentanz" ist ein Gemeinschaftswerk von Künstlerin Anita Bruder und Kunsttherapeutin Irmgard Stegmann.

Irmgard Stegmann (rechts), Kunsttherapeutin in der Kreativwerkstatt Rosenharz, erklärt die Arbeitsweise der Künstler: "Viele Werke entwickeln sich im Miteinander. Ich unterstütze und ermutige zu neuen Formen und Farbgebungen. Jedes Werk orientiert sich daran, was der Künstler kann und welche Vorlieben er hat."

Irmgard Stegmann (rechts), Kunsttherapeutin in der Kreativwerkstatt Rosenharz, erklärt die Arbeitsweise der Künstler: "Viele Werke entwickeln sich im Miteinander. Ich unterstütze und ermutige zu neuen Formen und Farbgebungen. Jedes Werk orientiert sich daran, was der Künstler kann und welche Vorlieben er hat."

Die Stadt Friedrichshafen hat zur Vernissage in das Graf-Zeppelin-Haus eingeladen. Sozialbürgermeister Andres Köster eröffnete die Häfler Weihnachtsausstellung in der Eingangshalle Hugo-Eckener-Saal. Das Interesse war enorm.

Die Stadt Friedrichshafen hat zur Vernissage in das Graf-Zeppelin-Haus eingeladen. Sozialbürgermeister Andres Köster eröffnete die Häfler Weihnachtsausstellung in der Eingangshalle Hugo-Eckener-Saal. Das Interesse war enorm.

Richard Teich an der Klarinette und Vinzenz Wolpold am Klavier. Mit klassischen Werken wie von Blair Fairchild beschenkte das Duo der Musikschule Friedrichshafen die Vernissage mit einem würdigen musikalischen Rahmen.

Richard Teich an der Klarinette und Vinzenz Wolpold am Klavier. Mit klassischen Werken wie von Blair Fairchild beschenkte das Duo der Musikschule Friedrichshafen die Vernissage mit einem würdigen musikalischen Rahmen.