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01.02.2016

Hilfebedarf für "wellcome"-Familien nimmt weiter zu

BODENSEEKREIS – Seit fast sechs Jahren nehmen junge Familien im Bodenseekreis das Angebot von "wellcome" in Anspruch und erhalten stundenweise Unterstützung in Form von moderner, ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe. Wie der Jahresbericht 2015 zeigt, nutzen zunehmend auch Familien mit Migrationshintergrund den Dienst, der von der Stiftung Liebenau getragen wird. Entsprechend steigt der Spendenbedarf – denn für "wellcome" gibt es keinerlei öffentliche Mittel. Im vergangenen Jahr flossen rund 20.000 Euro aus Spendenerträgen der Stiftung an "wellcome".


1 500 geschenkte Stunden

41 Familien freuten sich im vergangenen Jahr im Bodenseekreis über einen ganz persönlichen "wellcome"-Engel. "Insgesamt 28 Ehrenamtliche standen den Familien bei ihren wöchentlichen Besuchen helfend zur Seite", berichtet "wellcome"-Koordinatorin Marion Behrendt. Dabei leisteten sie mehr als 1 500 Stunden – geschenkte Zeit für die jungen Mamas. "wellcome" ist grundsätzlich ein Angebot für alle Familien. 2015 hatte knapp die Hälfte einen Migrationshintergrund. "Wegen Sprachbarrieren reicht ein telefonisches Vorgespräch oft nicht aus. Zusätzlich sind Hausbesuche nötig geworden", sagt die Koordinatorin, die Familien und Ehrenamtliche passgenau zusammenführt.

Helfen, auch wenn es schwierig wird

Besonders erinnert sich Marion Behrendt an Julika R. (Name geändert), die kurz vor der Entbindung ihrer Zwillinge nach Deutschland gekommen ist. Eines ihrer Babys war krank und musste mehrmals operiert werden. "Die Ehrenamtliche war bei Arztgesprächen dabei und hat die Mutter zu den Untersuchungen ins Krankenhaus begleitet", berichtet sie von dem besonders zeitintensiven Einsatz.

Berührungsängste sinken

Der Fall von Julika R. ist außerdem ein Beispiel für die gelungene Kooperation verschiedener Dienste. So vermittelte "wellcome" eine ehrenamtliche Dolmetscherin und einen Sprachkurs im Friedrichshafener Familientreff INSEL. "Häufig sind wir durch unseren niederschwelligen Ansatz eine Art Türöffner für weitere professionelle Hilfen." Ein weiterer Vorteil: "wellcome" ist unabhängig von Behörden, das senkt die Zugangsschwelle und mindert Berührungsängste.

Ehrenamtliche gesucht

Maximal bis zum ersten Geburtstag des Kindes bleiben die Ehrenamtlichen in einer Familie. "Durch die gestiegene Nachfrage sind ihre Einsätze jedoch kürzer geworden", so Behrendt. Sei doch das erklärte Ziel, keiner Familie absagen zu müssen. Daher ist die "wellcome"-Koordinatorin immer auf der Suche nach weiteren Ehrenamtlichen. "Mitbringen müssen sie neben Lebenserfahrung eigentlich nur ein großes Herz und Begeisterung für die Idee." Treffen und Schulungen, die die Ehrenamtlichen zu stärken, werden ebenfalls mit Hilfen von Spenden finanziert. Für Marion Behrendt ein Einsatz der sich lohnt: Die Freude und Dankbarkeit der Eltern zeige ihr tagtäglich, wie wichtig der Dienst der "wellcome"-Engel sei.

 

Kontakt:
"wellcome Bodenseekreis",
Koordinatorin Marion Behrendt
Telefon: 07541 6017156
E-Mail: bodenseekreis@wellcome-online.de

Spendenkonto:
Sparkasse Bodensee
IBAN: DE35 6905 0001 0020 9944 71
BIC: SOLADES1KNZ
Stichwort: wellcome

 

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11 
88074 Meckenbeuren 
Telefon 07542 10-1181 
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de

"wellcome"-Koordinatorin Marion Behrendt hat alle Hände voll zu tun: Immer mehr Familien nutzen nach der Geburt eines Kindes den ehrenamtlichen Dienst der Stiftung Liebenau.