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12.02.2016

Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang

TETTNANG – Inklusion auf der Tagesordnung: Das Projekt "Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang" präsentierten Nils Pasternak von den Ambulanten Diensten der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) und Sandra Temme von den Ambulanten Hilfen der Diakonie Pfingstweid vergangene Woche dem Gemeinderat Tettnang. Außerdem hatten sie Ergebnisse und Lösungsansätze aus vier Themenabenden im Gepäck. Bürgermeister und Stadträte aller Fraktionen signalisierten, weiter am Gelingen von Inklusion in der eigenen Kommune zu arbeiten.


Inklusion gezielt fördern

Die Welt von Kindern und Jugendlichen, die Lebenslage der Senioren, das Arbeitsleben und die Gesundheit – jeder der vier Themenabende setzte einen anderen Schwerpunkt. Im Gemeinderat erinnerte Sandra Temme an die Ziele des Projekts "Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang". An erster Stelle gehe es darum, die Inklusion von Menschen mit Behinderung gezielt zu fördern. "Vernetzungen anzubahnen, den Sozialraum und das bürgerschaftliche Engagement zu aktivieren sind weitere Ziele", so Sandra Temme. Besonders im Blick sei dabei die Mitbestimmung und Mitwirkung von Menschen mit Behinderung.

Mehr Informationen gewünscht

Nils Pasternak erläuterte die Ergebnisse der Inklusionsveranstaltungen. So schlugen Jugendliche eine Bürgermappe der Stadt in Leichter Sprache, Sportangebote ohne Leistungsdruck und einen Ausbau der ehrenamtlichen Begleitung vor. "Insgesamt wollen junge Menschen besser über Angebote informiert werden", so Pasternak. Senioren wünschen sich insbesondere einen Ausbau des ÖPNV. Auch ein Begleitservice zum Einkaufen, jemand, der im Bus beim Ein- und Aussteigen hilft und Klingeln an Geschäften mit Treppen wurden als Verbesserungsvorschläge genannt.

Praktikumsplätze und ehrenamtliche Begleitung

Für den Bereich Arbeit berichtete Pasternak, dass in den Betrieben das Interesse an Praktikanten mit Behinderung geweckt werden sollte. Die Stadt Tettnang könnte dabei eine Vermittlerrolle spielen. Mit Blick auf die Barrierefreiheit – ein Aspekt des Themenbereichs Gesundheit – sei Tettnang gut ausgestattet. Wünschenswert sei auch hier ein Ausbau der ehrenamtlichen Begleitung, zum Beispiel zum Arzt oder zu Sportgruppen. "Genannt wurde die Tettnanger Bürgerstiftung, um dem Geldmangel zu begegnen", berichtete Pasternak.

Großes Engagement in Sachen Inklusion

Hansjörg Bär (Freie Wähler) sagte, dass die Präsentation zum Nachdenken anrege. "Sie zeigt, was bisher ohne bösen Willen versäumt wurde." Zusätzlich in den Haushalt eingestelltes Geld sei im Sinne der Inklusion sicher gut angelegt. Für Hans Schöpf (Grüne) trägt Inklusion dazu bei, Sozialkompetenz auszubauen. Sylvia Zwisler (CDU) zeigte sich erfreut, wie engagiert die Menschen mit Behinderung an den vier Themenabenden waren und wie viele gute Ideen sie hatten. Hermann König (SPD) regte an, dass sie sich noch stärker einbringen und ehrenamtlich engagieren könnten. Nils Pasternak sagte, dass die Bereitschaft durchaus da sei. "Vorstellen könnte ich mir zum Beispiel die Mitarbeit von Menschen mit leichtem Handicap beim Begleitservice oder bei der Ein- und Ausstiegshilfe im Bus für Senioren."


Informationen:

Das Projekt in Tettnang fand im Rahmen des Programms "Gemeinsam sind wir bunt" statt und wurde flankiert von der Initiative"„DuIchWir. Alle inklusive." des Sozialministeriums Baden-Württemberg.

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de

 

 

Die vier Themenabende in der Stadtbücherei Tettnang waren rege besucht. Aus angeregten Diskussionen ergaben sich viele konstruktive Impulse für das Gelingen von Inklusion in der Kommune.