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05.04.2016

Nachfrage von Familien nach "wellcome"- Angeboten steigt weiter

RAVENSBURG – Seit fast sechs Jahren nehmen junge Familien im Landkreis Ravensburg das Angebot von "wellcome" in Anspruch: Sie erhalten stundenweise Unterstützung in Form von ehrenamtlicher Nachbarschaftshilfe. Zunehmend nutzen auch psycho-sozial belastete Familien den Dienst, der von der Stiftung Liebenau für die Region Schussental getragen wird. Entsprechend steigt der Spendenbedarf – denn für "wellcome" gibt es kaum öffentliche Mittel, und der Dienst wird größtenteils aus Spendenerträgen der Stiftung finanziert.


230 geschenkte Stunden

17 Familien freuten sich im vergangenen Jahr im Landkreis Ravensburg über einen ganz persönlichen "wellcome-Engel", der sie einmal die Woche für zwei bis drei Stunden besuchte. Insgesamt 12 Ehrenamtliche standen den Familien helfend zur Seite. Dabei leisteten sie mehr als 230 Stunden – geschenkte Zeit für die jungen Mamas. "wellcome" ist grundsätzlich ein Angebot für alle Familien. 2015 befand sich ein Drittel der Familien in einer psycho-sozial belastenden Situation. Dies beinhaltet intensivere Betreuung der Familien und engmaschigere Begleitung der Ehrenamtlichen durch die Koordinatorin. "Ich bin nun zusätzlich auch bei Hausbesuchen selbst gefragt", sagt Koordinatorin Silke Haller, die Familien und Ehrenamtliche passgenau zusammenführt.

Helfen, auch wenn es schwierig wird

Besonders erinnert sich Silke Haller an Miriam R. (Name geändert). Die alleinerziehende Mutter war im Umgang mit dem ständig schreienden Säugling sehr unsicher und bekam kurz nach der Geburt eine Wochenbettdepression. "Von fachlicher Seite aus war die Mutter gut durch das Jugendamt und die Frühen Hilfen versorgt, aber wenn man finanziell nicht weiß, wie man über die Runden kommt, das Kind permanent weint und kein Partner zur Unterstützung da ist, dann dreht sich die Stress-Spirale ganz schnell nach oben", berichtet sie von dem besonders zeitintensiven Einsatz.

Ganz praktische Alltags-Hilfe

Der Fall von Miriam R. ist ein Beispiel dafür, wie wichtig eine Unterstützung ergänzend zu professionellen Hilfen ist. Ähnlich stark belastete Mütter können so eine kurze Auszeit für sich nutzen. "Die Ehrenamtliche kommt nicht als Fachkraft in die Familie, sondern als Mensch. Sie bringt ihre Erfahrung ein und nimmt der Mutter das Kind für einige Zeit ab, damit diese zum Beispiel in Ruhe duschen oder Schlaf nachholen kann." Ein weiterer Vorteil: "wellcome" ist unabhängig von Behörden, das senkt die Zugangsschwelle und mindert Berührungsängste.

Ehrenamtliche gesucht

Maximal bis zum ersten Geburtstag des Kindes bleiben die Ehrenamtlichen in einer Familie. "Durch die gestiegene Nachfrage können wir Einsätze kaum noch bewältigen", so Haller. Sei doch das erklärte Ziel, keiner Familie absagen zu müssen. Daher ist die "wellcome"-Koordinatorin immer auf der Suche nach weiteren Ehrenamtlichen. "Mitbringen müssen sie neben Lebenserfahrung eigentlich nur ein großes Herz, Freude und Sicherheit im Umgang mit Kindern und Begeisterung für die Idee." Treffen und Schulungen, die die Ehrenamtlichen  stärken, werden ebenfalls mit Hilfen von Spenden finanziert. Für Silke Haller ein Einsatz der sich lohnt: Die Freude und Dankbarkeit der Eltern zeige ihr tagtäglich, wie wichtig der Dienst der "wellcome-Engel" sei.

 

Kontakt:
"wellcome Schussental"
Koordinatorin Silke Haller
Telefon: 0751 76424801
E-Mail: ravensburg@wellcome-online.de

Spendenkonto:
Sparkasse Bodensee
IBAN: DE35 6905 0001 0020 9944 71
BIC: SOLADES1KNZ
Stichwort: wellcome

 

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de

www.stiftung-liebenau.de

 

 

 

 

„wellcome“-Koordinatorin Silke Haller hat alle Hände voll zu tun: Immer mehr Familien nutzen nach der Geburt eines Kindes den ehrenamtlichen Dienst der Stiftung Liebenau.