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07.07.2016

Zehn Jahre Wohnen in der Brauhausvilla in Ravensburg

RAVENSBURG – Wohnen mitten in der Stadt ist heute für viele Menschen mit Behinderung selbstverständlich. Als vor zehn Jahren 16 Männer und Frauen in die Ravensburger Brauhausvilla eingezogen sind, war das noch etwas Besonderes. Acht von ihnen leben auch heute noch hier. Mit einem Sommerfest wurde das zehnjährige Bestehen des stationären Wohnangebots der St. Gallus-Hilfe (Stiftung Liebenau) gefeiert.


Normales Leben mitten in der Stadt

Die Bewohner der Ravensburger Brauhausvilla wohnen zentral, kaufen auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt ein, besuchen die Bibliothek, gehen Eis essen oder ins Kino. Tagsüber arbeiten sie in Werkstätten der Liebenauer Arbeitswelten, einer sogar auf dem ersten Arbeitsmarkt. Mit Dieter Wühr wohnt auch ein Rentner in der Brauhausvilla. „Ich habe mich hier richtig gut eingelebt, bin selbstständig und kann mir nicht vorstellen, woanders zu leben“, sagt Dieter Wühr, der hier vor zehn Jahren eingezogen ist. Regelmäßig geht er zum Singen in den Seniorentreff im Hirschgraben. 

Unterstützung je nach Bedarf

Weitere 14 Männer und Frauen leben in zwei Fünfer-Wohngemeinschaften und in zwei Appartements für je zwei Personen. Einzelzimmer sind eine Selbstverständlichkeit. Außerdem gibt es zwei Wohnplätze in der Stadt, die vom Team der Brauhausvilla begleitet werden. „Die Unterstützung durch uns Mitarbeiter ist ganz unterschiedlich“, berichtet Teamleiter Dietmar Oberhuber. „Manche Bewohner sind sehr autark, andere brauchen eine engmaschige Begleitung.“ Die nächtliche Rufbereitschaft eines Mitarbeiters gibt außerdem Sicherheit.

Plus an Lebensqualität

Für einige Bewohner sei es anfangs durchaus eine Umstellung von der vollstationären Versorgung in Liebenau oder Rosenharz zum selbstständigeren Wohnen mitten in Ravensburg gewesen, erinnert sich Dietmar Oberhuber. Bedeutet es doch auch zu kochen, Wäsche zu waschen und mit dem Bus zur Arbeit zu fahren. „Die meisten haben aber durch den Umzug eindeutig an Lebensqualität gewonnen.“ Jetzt, nach zehn Jahren, könne man sagen, dass die Menschen im Quartier angekommen seien.

Sommerfest mit Freunden und Verwandten

„Ich bin sicher, dass das Leben in der Brauhausvilla für meinen Sohn die richtige Wohnform ist“, sagt Heinz Rottweiler, der zum Sommerfest gekommen ist. Zusammen mit Mitarbeitern, ehemaligen Bewohnern und Angehörigen feierten die Bewohner bei Kaffee und Kuchen, Grillwürstchen und Salatbuffet vor der markanten Freitreppe der Villa. Josef Staib, ebenfalls ein Bewohner der ersten Stunde, hat das bunte Banner zum Jubiläum gemalt. „Ich lebe gern in Ravensburg. Ich könnte mir jetzt sogar vorstellen, ganz allein und selbstständig zu wohnen“, wirft er einen Blick in die Zukunft.

Weitere Dienste in der Brauhausvilla

Von Anfang an hatten zwei weitere Dienste der St. Gallus-Hilfe ihre Büros in der Brauhausvilla: das Betreute Wohnen in Familien (BWF) und die Familienunterstützenden Dienste. „Unser gemeinsames Ziel ist, für die Menschen die optimale Wohnform zu finden“, sagt BWF-Mitarbeiterin Martina Metzler-Weissenrieder. So seien schon Brauhaus-Bewohner in Familien vermittelt worden und umgekehrt.

 

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de

www.stiftung-liebenau.de

 

 

 

Wo früher Bier gebraut wurde, leben heute 16 Menschen mit Behinderung der St. Gallus-Hilfe: in der Ravensburger Brauhausvilla.

Die Bewohner der Ravensburger Brauhausvilla: Das Leben mitten in der Stadt bringt mehr Lebensqualität, aber auch Herausforderungen mit sich.

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