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31.08.2016

Bei der Arbeit gehören sie dazu

RAVENSBURG – An jedem Arbeitstag passieren sie das Werktor der Ravensburger AG, um dort wie die anderen der rund 1250 Mitarbeiter ihre Arbeit aufzunehmen: Zwölf Beschäftigte der Liebenauer Arbeitswelten (Stiftung Liebenau) bilden hier eine Arbeitsgruppe. Seit zehn Jahren sind sie bei Ravensburger tätig, und seit zehn Jahren fühlen sie sich als Mitarbeiter des Unternehmens.


In der großen, lichten Halle herrscht konzentrierte Betriebsamkeit. Jeder Mitarbeiter hat seine eigene Aufgabe. Die Handgriffe sind abgestimmt, und die Arbeit geht Hand in Hand, wenn zum Beispiel Christina Groß, Manuela Petugger und Karl-Heinz Wendzich Waren aus dem Hause Ravensburger verpacken: Jemand steckt die einzelnen Produkte in durchsichtige Kunststoffhüllen, jemand faltet die Präsentationskartons, der nächste befüllt sie. Am Ende stehen zum Beispiel versandfertige Kartons oder „Presenter“, wie Karl-Heinz Wendzich erklärt. Auch das Stapeln auf Paletten gehört zum Arbeitsprozess. Neben solchen Kommissionierungs- und Verpackungsarbeiten übernimmt die Gruppe auch Transportarbeiten mit Hubwagen oder Stapler.

Identifikation mit dem Unternehmen

In diesem Jahr jährt es sich zum zehnten Mal, dass die Gruppe bei Ravensburger vor Ort arbeitet. Vier Mitarbeiter sind seit Anfang an dabei. Das spricht für Beständigkeit. „Ich möchte nicht mehr zurück in die Werkstatt“, unterstreicht Karl-Heinz Wendzich, Mitarbeiter der ersten Stunde. Einige seiner Kolleginnen und Kollegen nicken zustimmend. Sie fühlen sich durch die Arbeit in dem Unternehmen zugehörig und erfahren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Gruppe gehört zusammen

Schon früher arbeitete die Gruppe zusammen in einem Betrieb. Nach dessen Insolvenz war es einhelliger Wunsch aller, unbedingt beisammen zu bleiben. Auf der Suche nach einem passenden Arbeitsort traf Wolfgang Reck, der Leiter der Gallus-Werkstatt in Liebenau, auf Günter Märker, den Fertigungsleiter bei Ravensburger. Die beiden brachten die Zusammenarbeit auf den Weg.

Mehr an Selbstbewusstsein

Eine Voraussetzung für die Arbeit bei Ravensburger ist, dass die Mitarbeiter verkehrssicher sind, also selbstständig zu Fuß, mit Bus oder Bahn zur Arbeit kommen können. Einige kommen aus Bad Waldsee oder Meckenbeuren, andere aus Ravensburg und Umgebung. Seit Beginn leitet Wolfgang Ehmann die Gruppe, nimmt die Aufträge von Ravensburger entgegen, bespricht mit den Mitarbeitern, was zu tun ist, und erklärt Produktionsabläufe. Jedem einzelnen bestätigt er ein gewachsenes Selbstwertgefühl und ein gestiegenes Selbstbewusstsein.

Wichtige Schlüsselqualifikationen

Die Mitarbeiter erlernen nicht nur Produktionsschritte für die tägliche Arbeit, sondern eignen sich auch Schlüsselqualifikationen wie soziales Verhalten und Kommunikationsfähigkeit an. Denn einige Aufgaben müssen im Zusammenspiel mit den anderen Mitarbeitern bewältigt werden. Begegnungen in den Produktionshallen oder in der Kantine, wo die Gruppe jeden Tag isst, gehören zum Arbeitsalltag. Ehmanns Eindruck: „Alle haben das Gefühl, sie arbeiten auf dem ersten Arbeitsmarkt, nicht in der WfbM.“

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de

www.stiftung-liebenau.de

 

 

 

 

Gruppenleiter Wolfgang Ehmann (3.v.r.) erklärt Arbeitsschritte und Hintergründe dazu (v.l.): Andreas Eiler, Günter Märker (Fertigungsleiter Ravensburger), Karl-Heinz Wendzich, Wolfgang Reck (Leitung Gallus-Werkstatt Liebenau), Christina Groß, Michael Worschischek (Leiter Bereich Arbeit und Bildung St. Gallus-Hilfe) und Manuela Petugger.