Sie sind hier:
27.09.2016

Ziegen und Esel sorgen für Begegnungen auf dem Wochenmarkt

BODNEGG-ROSENHARZ – Der Wochenmarkt in Bodnegg lockt Besucher von nah und fern. In diesem Sommer waren öfter ungewöhnliche Gäste vor Ort. Rund um den Gemüsestand des Liebenauer Landlebens weideten Ziegen und Esel: Beschäftigte der Werkstatt Rosenharz (Liebenauer Arbeitswelten der Stiftung Liebenau) wanderten gemeinsam mit ihren Therapietieren nach Bodnegg zum Markt.


Den beiden Ziegen Schneeweißchen und Rosenrot kann niemand widerstehen. Sie ahnen die Karotten in den Taschen der Marktbesucher, schnuppern neugierig und schmachten eine Besucherin mit großen Augen an. Die Frau greift in ihre Tasche, verteilt das Wurzelgemüse großzügig an die Ziegen und streichelt sie zärtlich: „Ich würde auch gerne mit den Ziegen wandern.“ Sie erinnert sich an früher: „Ich bin mit Ziegenmilch großgeworden.“ Ein älterer Mann erzählt den Wanderern: „Wir haben sie Eisenbahnerkühe genannt, weil die Ziegen an jedem Bahndamm weideten.“

Tiere sind Lieblinge der Kinder

Dagegen sind die beiden Esel Pauline und Ferdinand die erklärten Lieblinge der Kinder. Einige lugen erst vorsichtig hinter Mama oder Papa hervor, kommen dann mutig näher und legen behutsam ihre Hände auf das Fell. „Die Tiere sind den Kontakt mit den Menschen gewöhnt“, erklärt Georg Nothacker-Lüdke, Fachkraft für Arbeit und Bildung in der Werkstatt Rosenharz. Und tatsächlich bleiben die Esel geduldig stehen, wenn die Kinder ihnen in das Fell greifen und sie mit Karotten aus den Einkaufstaschen der Eltern füttern. Der Gastwirt von nebenan lädt die Ziegen ein, auf seiner Wiese zu weiden. Doch nach einem zweiten Frühstück mit Salatblättern und Karotten sind die Ziegen nicht interessiert.

Heimatkunde zu Fuß

Nur ungern lassen die Marktbesucher die kleine Wandergruppe ziehen. „Wir kommen wieder“, versprechen die Rosenharzer. Sie sind in der Werkstatt, im Förder- und Betreuungsbereich oder im Berufsbildungsbereich (BBB) beschäftigt, und haben noch denjenigen in Rosenharz einen Besuch versprochen, für die der Weg zum Tiergehege zu weit ist. Sie nehmen die Esel an die Leine, genießen unterwegs den Säntisblick und wandern steil bergab nach Rosenharz. Die Ziegen springen mittendrin. Alle achten darauf, dass die Tiere keinen Fressstopp in fremden Gärten einlegen.

Ankommen in Rosenharz

Ihre nächste Station ist das Wohnpflegeheim St. Johanna der St. Gallus-Hilfe Rosenharz. Die Bewohner erwarten die Tiere im Garten, verteilen großzügig Apfelstücke und Streicheleinheiten. Anschließend herrscht ein großes Hallo vor dem neuen Förder- und Betreuungsbereich. Die Esel und Ziegen sind mittendrin, sind zutraulich, machen gute Laune und so manchen glücklich.

 

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de

www.stiftung-liebenau.de

 

 

 

Mit Ziegen und Eseln auf dem Bodnegger Wochenmarkt. Besonders die Kinder sind von den Tieren angetan. Beschäftigte der Werkstatt der St. Gallus-Hilfe in Rosenharz wanderten mit ihren Therapietieren nach Bodnegg.

Für die bis zu zehnköpfige Wandergruppe von Rosenharz ist die oberschwäbische Moränenlandschaft bei Bodnegg eine echte Herausforderung.

Vor dem neuen Förder- und Betreuungsbereich in Rosenharz: Der Kontakt zu den Tieren macht so manchen glücklich.