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06.10.2016

Ehrenamtliches Engagement und Inklusion passen perfekt zusammen

TETTNANG – Startschuss für Bürgermentoren: Die Stadt Tettnang hat beim Pressegespräch das neueste Vorhaben in Sachen bürgerschaftliches Engagement vorgestellt. Bürgermentoren sollen nach einer Ausbildung in Tettnang mitwirken, das freiwillige Engagement anzuspornen. Dabei spielt die Inklusion von Menschen mit Behinderung eine besondere Rolle. Als Zielgruppe für die Aufgabe der Bürgermentoren werden sie im Besonderen angesprochen.

 

Bürgermeister Bruno Walter erläuterte, dass mit den bisherigen Phasen des Projekts „Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang“ ein guter Auftakt gemacht wurde, Inklusion in die Realität umzusetzen. Gesellschaftliches Zusammenleben und Integration sei nur in Verbindung mit ehrenamtlichem Engagement zu meistern. Dass Inklusion bestens mit freiwilligem Engagement zusammenpasst, erläuterte Melanie Friedrich, die in Tettnang für die Anlaufstelle für Bürgerengagement zuständig ist. Über ein vom Land Baden-Württemberg gefördertes Programm seien bereits rund 2 000 Bürgermentoren in verschiedenen Kommunen gewonnen worden. Das Einzigartige in Tettnang sei jedoch die Einbeziehung von Menschen mit Einschränkungen. Feste Kooperationspartner sind bei dem Projekt daher die Diakonie Pfingstweid und die St. Gallus-Hilfe.

Bürgermentoren gestalten

Um interessierte Menschen zu gewinnen, informiert Melanie Friedrich unter anderem am 8. November beim öffentlichen Info-Abend. Wer sich vorstellen kann, Bürgermentor zu werden, wird selbstverständlich unterstützt. „Wir wollen Bürgerinnen und Bürger fit für das Engagement machen“, erklärte Friedrich. Wichtige Grundlage dafür ist die 40-stündige Fortbildung. Sie beginnt im November und dauert bis Februar des kommenden Jahres. Inhalte sind unter anderem die Übersicht über das bestehende Ehrenamt in Tettnang, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit, aber auch Projekt-Organisation und Führungstechniken für Gruppen. Damit Menschen mit Einschränkung alles verstehen können, werden die Referenten Inhalte in Leichter Sprache oder zumindest in Einfacher Sprache vermitteln. Angestrebt sind acht bis 15 Teilnehmer.

Karin Plettscher von der St. Gallus-Hilfe hob hervor, dass die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung eine Chance sei. Sie würden nicht nur Wertschätzung, sondern vor allem, dass sie etwas erreichen können, erfahren. Der Kurs ist aufgrund der Förderung durch das Land Baden-Württemberg und die Baden-Württemberg-Stiftung für die Teilnehmer kostenfrei. „Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang“ ist ein Projekt im Rahmen des Programms „Gemeinsam sind wir bunt“ des Sozialministeriums Baden-Württemberg.

Zielsetzung: Konkrete Projekte

Wie einzelne Projekte aussehen könnten, zeigte Wolfgang Koczelniak auf, der neben Melanie Friedrich als Ehrenamtlicher Referent bei der Fortbildung ist. Konkret könnte ein Schülercoaching zum Beispiel Hauptschüler unterstützen: nicht nur beim Lernen, sondern auch bei der Suche nach einer Lehrstelle. Tauschbörsen, Integrationsfeste, Theaterprojekte: den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Viele davon ergaben sich auch aus der zweiten Projektphase von „Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang“. Die Anwesenden waren sich einig, dass es unerlässlich ist, Vereine und bestehendes Ehrenamt mit einzubinden. Die Umsetzung konkreter Projekte ist im Anschluss an die Fortbildung für den sogenannten „Aktionsfrühling“ geplant.

Sozialraumbezug

Das Land Baden-Württemberg hat 2012 eine Engagement-Strategie entwickelt und darin 140 Handlungsempfehlungen aufgestellt, um Hemmnisse beim bürgerschaftlichen Engagement abzubauen. In Tettnang nannte Wolfgang Weis (Referat Bürgerschaftliches Engagement des Ministeriums für Soziales und Integration) den Sozialraumbezug mit den Partnern Diakonie Pfingstweid und St. Gallus-Hilfe perfekt. Die Projekte sind dadurch auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.

 

Informationsabend „Bürgermentor für Tettnang“

Termin: 8. November 2016, 20 bis 21 Uhr

Ort: Anlaufstelle für Bürgerengagement, Montfortstraße 2, 88069 Tettnang

 

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de

www.stiftung-liebenau.de

 

 

Stellten im Rahmen des Projektes „Gemeinsam sind wir bunt in Tettnang“ das aktuelle Projekt „Bürgermentor“ der Anlaufstelle für Bürgerengagement vor (v. li.): Tettnangs Bürgermeister Bruno Walter, Wolfgang Weis (Ministerium für Soziales und Integration, Referat Bürgerschaftliches Engagement), Albrecht Ottmar (Diakonie/Liga Baden-Württemberg, Prozessbegleiter im Auftrag des Sozialministeriums), Melanie Süß-Scharf (Diakonie Pfingstweid), Karin Plettscher (St. Gallus-Hilfe), Susanne Kick (St. Gallus-Hilfe), Wolfgang Koczelniak (Ehrenamtlicher Bürgermentoren-Trainer), Melanie Friedrich (Anlaufstelle für Bürgerengagement der Stadt Tettnang) und Hermann Engbers (St. Gallus-Hilfe).