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15.12.2016

Ein inklusives Wohnhaus für ein inklusives Oberteuringen

OBERTEURINGEN – Spatenstich im Wohngebiet Bachäcker: Die Stiftung Liebenau baut hier für ihre Tochtergesellschaft St. Gallus-Hilfe gGmbH ein inklusives Wohnhaus für Menschen mit und ohne Behinderung und setzt damit weiter auf Regionalisierung. Bis Juni 2018 soll das Gebäude fertig sein.


Ein neues Quartier entsteht

Das neue Ortsviertel in Oberteuringen wächst. Neubau an Neubau reiht sich im Wohngebiet Backäcker, ein weiterer kommt nun hinzu: „Mit unserem inklusiven Wohnhaus schließen wir die letzte große Baulücke“, freute sich Bernhard Hösch, Projektmanager der St. Gallus-Hilfe, über den Spatenstich in der Robert-Koch-Straße. 18 Menschen mit einer geistigen Behinderung werden hier schon bald ein neues Zuhause finden und dann – ganz normal wie andere Mitbürger – inmitten einer Gemeinde leben, deren Projekt „Inklusives Oberteuringen“ damit weiter an Kontur gewinnt. Jung und Alt, Familien und Einzelpersonen, Menschen mit und ohne Behinderung werden das Wohngebiet in den kommenden Monaten und Jahren mit Leben füllen.

Spatenstich Nummer drei

Nach dem Baubeginn für das „Haus der Pflege“ der Liebenauer Altenhilfe und dem großen Lebensraum-Campus war es schon der dritte offizielle Spatenstich in diesem Quartier – und zwar für ein Projekt, das ihm „sehr am Herzen“ liege, wie Oberteuringens Bürgermeister Karl-Heinz Beck erklärte. Denn: „Inklusion findet nur dann richtig statt, wenn sie in der Gemeinde stattfindet“, so der Rathauschef.

In der Mitte statt am Rande

Ob mit oder ohne eine Behinderung: „Im Bedürfnis nach Zugehörigkeit sind alle Menschen gleich“, sagte Christine Beck, Geschäftsleitung St. Gallus-Hilfe, in ihrem Grußwort. „In unserer Mitte – Der Mensch. Dieser Leitsatz der Stiftung Liebenau verpflichtet uns, den Menschen nicht an den Rand zu stellen, sondern ihn in unsere Mitte zu nehmen.“ In Oberteuringen werde dies mit jeder Menge Begeisterung, Mut und Engagement vorbildlich umgesetzt. In enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde, dem Bodenseekreis und dem Kommunalverband für Jugend und Soziales entstehe hier „ein ausgesprochen innovatives und ausgesprochen inklusives Projekt“.

Geld vom Land und von Aktion Mensch

Finanziell unterstützt wird das insgesamt rund 2,5 Millionen Euro teure Bauvorhaben vom Land Baden-Württemberg (mit 672 566 Euro) sowie von der Aktion Mensch (mit 250 000 Euro). „Ohne Förderung wäre so ein Projekt gar nicht möglich“, betonte Bernhard Hösch und gewährte zusammen mit Architekt Eckard Ernst vom Stuttgarter Planungsbüro Ernst einen Einblick in die Grundrisse des neuen barrierefreien Doppelgebäudes.

Verschiedene Wohnungsgrößen

Es umfasst zwei Wohnungen für je fünf Personen, eine Wohnung für vier Personen und vier Ein-Zimmer-Apartments (mit jeweils eigenem Bad), die auch eine Art Wohngemeinschaft bilden. Dazu kommen ein Servicezentrum, Besprechungs- und Nebenräume sowie eine frei vermietbare Wohnung. Damit wird auch innerhalb des Wohnhauses das nachbarschaftliche Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung gelebt.

St. Gallus-Hilfe betreut

Begleitet werden die Menschen mit Behinderung von Fachkräften der St. Gallus-Hilfe. „365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag sind Betreuer vor Ort“, so Hösch. Noch ist nicht klar, wer hier tatsächlich im Juni 2018 einziehen wird, das Interesse sei aber geweckt. Die Heimbeiräte der St. Gallus-Hilfe, die beim Spatenstich tatkräftig mit anpackten, konnten sich auf jeden Fall schon einmal einen Eindruck von der zentralen Lage und der schönen Umgebung des neuen Wohnhauses machen.

 

 


 

Kontakt:
Stiftung Liebenau
Abteilung Kommunikation und Marketing
Vera Ruppert, Pressearbeit
Siggenweilerstr. 11
88074 Meckenbeuren
Telefon 07542 10-1181
vera.ruppert@stiftung-liebenau.de

www.stiftung-liebenau.de

 

 

Hier entsteht das neue Wohnhaus: Zum Spaten griffen (v. li.) Rainer Barth (Sozialplanung Bodenseekreis), Bernhard Hösch (Projektmanagement St. Gallus-Hilfe), Karin Vogel (Planungsbüro Ernst), Michael Obergfell (Heimbeirat St. Gallus-Hilfe), Ignaz Wetzel (Sozialdezernent Bodenseekreis), Karl-Heinz Beck (Bürgermeister Oberteuringen), Christine Beck (Geschäftsleitung St. Gallus-Hilfe), Eckard Ernst (Architekt), Inge Neuhäusler und Christina Heinemann (Heimbeiräte St. Gallus-Hilfe), Frank Bechle (Geschäftsführer F. K. Systembau), Marco Nauerz (Leiter Abteilung Bau Stiftung Liebenau), Wolfgang Syré (Gemeinderat Oberteuringen) und Annika Taube (Inklusionsbeauftragte der Gemeinde Oberteuringen).